Aktuelle Buchtipps

 

Danielle L. Jensen, A Fate Inked in Blood

Andreas Markt-Huter - 07.10.2025

Danielle L. Jensen, A Fate Inked in Blood„Meine Mutter brachte mir viele Fertigkeiten bei, damit ich meinem Ehemann eine gute Frau sein würde. Wie man kocht und sauber macht. Wie man webt und näht. Wo man jagt und sammelt. Dabei hätte sie mir besser zeigen sollen, wie man sich beherrscht, um besagtem Ehemann kein Messer in den Bauch zu rammen, wenn er sich als begriffsstutziger Trunkenbold mit böser Zunge entpuppt ... Denn an diesem Tag wurde mein Temperament einer harten Prüfung unterzogen.“ (S. 7)

Freya ist unglücklich mit dem angesehenen aber gefürchteten Fischhändler Vragi verheiratet, den ein Tropfen Blut des Gottes Njord Magie über die Geschöpfe des Meeres verleiht. Vragi quält und demütig seine Frau, bis diese eines Tages beim Einsammeln von Fischen einen attraktiven Krieger kennenlernt, der sich Bjorn, der Sohn des Skalden Snorri entpuppt. Doch Freya trägt ein Geheimnis in sich, das sie, einer Prophezeiung nach, untrennbar mit dem Schicksal Snorris und Bjorns verbinden soll.

Rhea Krčmářová, Tagebruch / Instant

h.schoenauer - 06.10.2025

Rhea Krčmářová, Tagebruch / InstantLyrik ist unter anderem ein Vorgang, der zu Gedichten führt. Die Manifestation als Gedichtband ist einerseits eine Aktualisierung, die sich bei jedem Aufschlagen des Bandes neu inszeniert, andererseits eine Konservierung einer Aktion für Büchereien und Archive.

Rhea Krčmářová nennt ihr Projekt, das aus dem Zusammenführen von Aktionismus, Bildgestaltung und dramaturgischer Analyse von Abläufen besteht: „Tagebruch / Instant“. Im Vorspann ist der Hinweis angefügt, dass es sich dabei um eine Kunstform handelt, wonach Texte „on the go“ ins Handy getippt werden, um gleich darauf auf Instagram zu erscheinen.

Heidemarie Brosche, Die Fliege-Ziege

Andreas Markt-Huter - 04.10.2025

Heidemarie Brosche, Die Fliege-Ziege„Die jungen Zicklein durften endlich auf die Wiese. Sie drängelten und rempelten und stolperten übereinander. Die Ziegenmamas schauten zu. »Springt nicht zu hoch!«, rief die eine. »Tobt nicht so wild«, sagte die andere. »Und hütet euch vor den Nachtvögeln!«, ermahnte die dritte. »Die können euch gefährlich werden« Aber die jungen Ziegen hatten anderes im Sinn.“

Die Ziegenkitze genießen voll Übermut ihr Leben auf der Wiese, laufen stürmisch umher, balgen sich und lassen sich fallen. Doch die kleinste und zarteste Ziege gibt sich besonders temperamentvoll und biegt sich in ihren Sprüngen immer wilder kräftig durch, bis sie plötzlich für kurze Zeit in der Luft verharrt und ganz langsam zu Boden sinkt. Alle Ziegen auf dem Boden erstarren und halten die Luft an.

Francesco Gubert, Weiche Butter, raue Hände

h.schoenauer - 03.10.2025

Francesco Gubert, Weiche Butter, raue HändeIn den Alpen gibt es ein ständiges Ringen darum, welches A-Wort die Kinder als erstes aussprechen: Auto oder Alm. Beides sind mythologisch hinterlegte Glücksvorstellungen, die vor allem eins sind – ein Riesengeschäft.

Francesco Gubert steuert mit seinem Erfahrungsbericht „Weiche Butter, raue Hände“ eine rare Hintersicht auf den Mythos Alm bei. Vor Jahren hat er selbst als Saison-Senner Käse und Butter gemacht und auf das anvertraute Vieh geschaut. Sein Bericht ist im literarischen Ton eines geforderten Helden gehalten, der selbst nicht weiß, wie die Sache ausgeht.

Vanessa Walder, Die Abenteuer der weißen Wölfin

Andreas Markt-Huter - 02.10.2025

Vanessa Walder, Die Abenteuer der weißen Wölfin„Im Wolfsrudel gibt es fünf Welpen, die fünf Monate alt sind. Der fünfte Welpe ist weiß und ein Mädchen. Es heißt Fünf. Aufgeregt jaulen die Welpen: Das Rudel kommt von der Jagd. Vorne laufen die Leitwölfe Breitmaul und Vollmut.“ (S. 6f)

Die Wölfe der Wildnis leben ein aufregendes und gefährliches Leben. Die jungen Leserinnen und Leser begleiten eine mutige junge Wölfin bei ihren Abenteuern in einer neuen Lebenswelt und lernen dabei viel über das Leben der Wölfe, ihr Verhalten und ihren Lebensraum.

Julia Knopf / Eva Wagner (Hg.), Schriftspracherwerb und Digitalisierung. Band 1 Theorie

Andreas Markt-Huter - 01.10.2025

Julia Knopf / Eva Wagner (Hg.), Schriftspracherwerb und Digitalisierung. Band 1 Theorie„Der Theorieband, den Sie in Händen halten, beleuchtet zunächst die Herausforderungen des Schriftspracherwerbs unter den Bedingungen der Digitalität. Er lädt Sie ein, die Schlüsselkompetenzen Lesen und Schreiben neu zu denken. Dabei widmen wir uns intensiv den Lernvoraussetzungen, frühen Sprach- und Schrifterfahrungen sowie der nach wie vor bedeutsamen Rolle des Handschreibens. Auch die Frage, wie wir Lernkräfte bestmöglich auf diese neuen Herausforderungen vorbereiten können, lassen wir nicht außen vor.“ (S. 2)

Im Mittelpunkt des Theoriebandes „Schriftspracherwerb und Digitalisierung“ steht die Frage, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Grundschulen und im speziellen auf den Schriftspracherwerb hat. Weiters wird den Fragen nachgegangen, welche Gefahren die Digitalisierung für die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten bei den Jüngsten mit sich bringt? Aber auch wie die Lösung in einem ausgewogenen Ansatz liegen kann, der das Beste aus analoger und digitaler Welt miteinander vereint.

Louie Stowell, Loki - Warum man als schlechter Gott immer an allem schuld ist (oder auch nicht)

Andreas Markt-Huter - 30.09.2025

Louie Stowell, Loki - Warum man als schlechter Gott immer an allem schuld ist (oder auch nicht)„Seid gegrüßt, ihr Sterblichen. Mein Name ist Loki, und ich bin ein Gott. Also … in gewisser Weise. Es ist kompliziert. Momentan lebe ich in Midgard (euch auch bekannt als Erde), und zwar in Gestalt eines mickrigen sterblichen Jungen namens Liam. Ich verfüge noch immer über die Kräfte eines mächtigen Gottes, aber es ist mir verboten, sie öffentlich einzusetzen. Außerdem muss ich in die Schule gehen. Niemals hat jemand so sehr gelitten wie ich.“ (S. 9)

Der nordische Riese Loki wird aufgrund seiner geschmacklosen Scherze vom Göttervater Odin zur Strafe von Asgard, dem Götterhimmel, auf die Erde, nach Midgard verbannt. Dort muss er in Gestalt eines Kindes namens Liam beweisen, dass er sich tugendhaft zu verhalten weiß. Zur Kontrolle wird ihm der Gott Thor beiseitegestellt. Außerdem muss er ein Tagebuch führen, in das sämtliche Taten eines Tages eingetragen werden und das, je nach Verhalten, Punkte vergeben aber auch wieder abziehen, vor allem aber nicht betrogen werden kann.

Eva Ibbotson, Annika und der Stern von Kazan

Andreas Markt-Huter - 29.09.2025

Eva Ibbotson, Annika und der Stern von Kazan„Ellie war immer noch da, sie saß in der ersten Reihe, aber sie hielt etwas im Arm und sah ganz anders aus als sonst, völlig aufgelöst und über und über errötet … »Das hat jemand hiergelassen«, sagte sie. Sie schlug das Tuch zurück, und Sigrid beugte sich vor, um zu schauen. »Herr im Himmel!« Das Baby war noch sehr klein, nicht mehr als ein paar Tage alt, aber es war erstaunlich lebendig.“ (S. 9)

Die zwölfjährige Annika wird als zurückgelassenes Baby bei einer Bergwanderung von der Köchin Ellie in einem kleinen Kirchlein entdeckt. Ellie und das Hausmädchen Sigrid beschließen das Findelkind mitzunehmen und es in Wien den Nonnen im Kloster zu übergeben. Doch das Kloster steht unter Quarantäne und so kommt Annika in das Haus der drei Professoren.

Sophie Reyer, Leerstellenkind

h.schoenauer - 29.09.2025

Sophie Reyer, LeerstellenkindEine leere Stelle kann durchaus schmerzen, bis sie mit einem Bindemittel ausgefüllt ist. Schreibende berichten vom Schmerz der leeren Seite, der so lange anhält, bis die erste Zeile geschrieben ist. Und aus der Pädagogik werden immer wieder Fälle berichtet, wonach ein Kind mit seiner Leere die Erziehenden geradezu zu Maßnahmen herausfordert, diese Leerstelle mit Sinn, Wünschen oder Gehorsam auszufüllen.

Sophie Reyer stellt mit der Figur des Leerstellenkindes ein unverbrauchtes lyrisches Ich vor, das sich mit der Welt auseinandersetzt, indem es verschiedene Füllpasten von Sinn ausprobiert.

Libba Bray, The Diviners - Die dunklen Schatten der Träume

andreas.markt-huter - 27.09.2025

Libba Bray, The Diviners - Die dunklen Schatten der Träume„Alle Städte sind Geister. Neue Gebäude entstehen, über den Gebeinen der alten, sodass jeder glänzende Stahlträger, jedes Backsteinhochhaus die Erinnerung an das, was nicht mehr da ist, in sich trägt – ein architektonischer Spuk.“ (10)

Kaum hatte sich die Stadt von den Morden des grausamen Geists von John Hobbes erholt, regen sich in den finsteren Gängen der New Yorker Untergrundbahn bereits die nächsten Gespenster, welche die Stadt mit einer mysteriösen Schlafkrankheit überziehen. Immer mehr Menschen verfallen in einen tiefen, von schrecklichen Albträumen geplagten Schlaf, aus dem sei nie mehr erwachen.