Aktuelle Buchtipps

 

Isabel Pin, Ada Blackjack

Andreas Markt-Huter - 06.08.2025

Isabel Pin, Ada Blackjack„Diese Geschichte beginnt im Nordwesten Alaskas, damals hauptsächlich bewohnt von den Inupiat, einem der Völker der Arktis. Sie beherrschten die Kunst des Fischfangs, der Jagd, des Sammelns von Eiern, Beeren und Heilkräutern. Die Inupiat leben im Wandel der Jahreszeiten. Alles, was sie zum Leben brauchen, gewinnen sie aus den Ressourcen, die ihnen das Meer und das Land bieten.“ (S. 6)

„Ada Blackjack“ erzählt die wahre Geschichte, einer jungen Frau Namens, vom Volk der Inupiat, die vor mehr als 100 Jahren zwei Jahre lang am Ende der Welt, auf der menschenleeren Wrangelinsel zwischen Alaska und Sibirien als einzige Mitglied einer Expedition überlebt hat.

Raimund Schulz, Abenteurer der Ferne

Andreas Markt-Huter - 04.08.2025

Raimund Schulz, Abenteurer der Ferne„Dieses Buch möchte erklären, wie es dazu kam, was die Alten dazu trieb, die Grenzen des Vertrauten zu durchbrechen, wie weit sie kamen und welche Konsequenzen die stete Erweiterung des Welthorizonts für die Entwicklung von Politik, Gesellschaft und hatte.“ (S. 9)“

Was wussten die Menschen der Antike von der Welt und welche Länder und Regionen hatten sie bereist? Anhand antiker Quellen geht Raimund Schulz den zahlreichen Nachrichten von der Bronzezeit bis in die Spätantike nach. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Entdeckungen und Reisen der Griechen und Römer, aber auch die Reisen der Phöniker, Karthager und Chinesen sind Teil der ausführlichen Monographie.

Bettina Kleinszig, Fluch der Feen

Andreas Markt-Huter - 02.08.2025

Bettina Kleinszig, Fluch der Feen„Basti blickte über die steilen, dicht bewaldeten Hänge auf das nächtliche Hallstatt hinunter. Unheimlich friedlich schmiegte sich der kleine Ort ein gutes Stück unter ihnen zwischen den Abhang und den See. Der markante Kirchturm ragte ihnen entgegen, und überall funkelten Lichter aus Fenstern heraus, während sich ringsherum die Dunkelheit erstreckte wie schwarzer Samt unter einer goldschimmernden Brosche. Am gegenüberliegenden Seeufer, knapp über einem Gipfel, stand der Vollmond am Himmel. Gespenstisch warf er einen Streifen silbrigen Lichts über die leicht gekräuselte Wasseroberfläche.“ (S. 10)

Ein Fluch liegt über der malerischen Stadt Hallstatt, wo im Jahr 1721 ein Müller drei engelhafte Frauen heimlich beim Tanz unter dem Vollmond beobachtet hat. Die unheimlichen Gestalten in ihren weißen Kleidern verfolgen den Jüngling, verfluchen ihn und stoßen ihn in die Fluten des Sees. Als Bastians Freund Johann seine vergessene Kappe im Stollen des Hallstätter Salzbergwerks holen will, trifft er auf drei in weiße Kleider gehüllte Frauen.

Michael Engler, Paula Polizeiauto – Kleine Reifen, große Taten

Andreas Markt-Huter - 01.08.2025

Michael Engler, Paula Polizeiauto – Kleine Reifen, große Taten„Alle Kinder in der Stadt mögen Paula Polizeiauto. Und sie mag alle Kinder. Jeden Nachmittag fährt sie am Spielplatz, am Bolzplatz, auf der Spielstraße und an den Kindergärten vorbei, um nachzusehen, ob dort alles in Ordnung ist.“

Alle kennen Paula Polizeiauto, die Freundin aller Kinder, die täglich ihre Runden um die Spielstraßen und Kindergärten der Stadt dreht. Daneben bringt sie den Kindern auch bei, wie man sich richtig im Straßenverkehr bewegt. Sie erklärt die Verkehrsschilder und hilft ihnen beim Übungskurs. Alle fühlen sich sicher, wenn Paula in der Nähe ist.

Bettina Maria König, Alma oder Wie ich lernte, die Liebe zu verstehen

h.schoenauer - 30.07.2025

bettina maria könig, almaEine ironische Anspielung auf den Kubrick-Film „Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964) liegt in der Luft, womit die Liebe etwas gefährlich Abschreckendes wäre wie die Atombombe im Kalten Krieg.

Bettina Maria König entschärft diese Vorstellung mit einer Hinwendung „an alle, die noch an die große Liebe glauben“. Und die Ich-Erzählerin Alma erzählt vor allem romantisch-skurrile Begebenheiten mit Männern, die ein wenig an dem magischen Monster Liebe zu kratzen wagen, es aber dann doch nicht schaffen, mit der Erzählerin eine zufriedenstellende Beziehung auf die Beine zu stellen.

Ein Roman über die Liebe ist dazu da, die Lesenden glücklich zu machen, nicht die Heldin. Und dieses Lese-Glück tritt ein
  a) als Liebesgeschichte,
  b) als ironische Selbstreflexion,
  c) als angewandte Weltliteratur vom Schlage einer Jane Austen (1775-1817).

Melissa Landers, The Half King

Andreas Markt-Huter - 28.07.2025

Melissa Landers, The Half King„Drei Monde. So lange blieb bis zu Cerises zwanzigstem Geburtstag und dem Tag ihrer Einberufung, der letzten Gelegenheit, zu der sich ihre Begabungen zeigen konnten – sofern sie welche besaß. Würde sie bis dahin keine Seherinnengabe erhalten, würde es nie mehr dazu kommen. Das galt für alle Zweitgeborenen, die in die Dienste der Göttin gegeben wurden.“ (S. 13)

Vor langer Zeit, in der Zeit des großen Verrats, haben sich die Königshäuser der vier Länder Calatris, Mortara, Solon und Petros gegen ihre Göttin Shiera erhoben. Zur Strafe legte die strenge Göttin einen Fluch über die Adelsdynastien in den einzelnen Ländern. Am schlimmsten traf der Fluch die Erstgeborenen von Mortara, die sich bereits am ersten Abend nach ihrer Einberufung nach Sonnenuntergang in einen Schatten verwandeln. Auch der jugendliche König Kian Hannibal Mortara beginnt sich jede Nacht aufzulösen und wird aller Voraussicht nach in sechs Monden endgültig in den Schatten verschwunden sein.

Elli Woollard, Es wird Frühling, kleiner Bär!

Andreas Markt-Huter - 26.07.2025

Elli Woollard, Es wird Frühling, kleiner Bär!„Der Wald war noch still und rundum schneebedeckt, / da wurde ein Bär von der Sonne geweckt. / Inmitten des Waldes war er ganz allein. / Die Welt schien so groß und der Braunbär so klein! »Ist irgendwer hier?«, rief das Bärenkind. / »Neiiiin«, seufzte der Schnee und / »Neiiiin«, hauchte der Wind.“

Im tiefverschneiten Winterwald erwacht ein kleiner Braunbär durch die ersten Frühlingssonnenstrahlen. Er fühlt sich ganz alleine und entdeckt einen Stein, der auch ganz allein zu sein scheint. Verspielt gibt er sich den Stein auf seinen Rücken und macht sich auf den abenteuerlichen Weg, die Welt zu entdecken.

Ulf Poschardt, Shitbürgertum

Andreas Markt-Huter - 25.07.2025

Ulf Poschardt, Shitbürgertum„Warum dieses Buch mit diesem Titel? Das kann man polemisch verstehen. Oder aber als eine notwendige Diskursverschiebung, um mit unverstellter Respektlosigkeit zu signalisieren, dass ein Teil des Bürgertums den Respekt, der ihm entgegengebracht wird, zur Unterminierung freiheitlicher Grundlagen des Westens genutzt hat.“ (S. 7)

Poschardts polemische Bezeichnung „Shitbürger“ verbindet die Assoziationen der Begriffe „Schildbürger“ und „Spießbürger“ und bezeichnet Teile des Bürgertums, denen es gelungen sei, die Diskursmacht in den westlichen Gesellschaften der Gegenwart zu erringen. Ziel des Buches ist es, diese Vorherrschaft zu zerschlagen.

Simone Veenstra, Lian, die Tierdetektivin - Wo ist Mumpitz?

Andreas Markt-Huter - 23.07.2025

Simone Veenstra, Lian, die Tierdetektivin - Wo ist Mumpitz?„Es ist Sommer. Lian hat Ferien. Deshalb fahren Mama und Lian nacht Otterbach. Hier lebt Lians Tante Pati. Zottelige Kühe grasen auf grünen Weiden. Dann ist ein kleiner Weiher zu sehen. Hier hat Lian schwimmen gelernt. Jetzt dauert es nicht mehr lange. »Freust du dich schon?«, fragt Mama. (S. 2-3)

Lian ist acht Jahre alt und macht diesen Sommer ganz alleine Urlaub bei Tante Pati in Otterbach, während ihre Mama arbeiten muss. Tante Pati wohnt in einem Dreiseitenhof mit mit ihrem Hund Knut und ein paar Hühnern und Hasen. Lian freut sich auf den Urlaub bei Tante Pati, weil sie Tiere über alles liebt.

Simon Konttas, Wege der Schickung

h.schoenauer - 21.07.2025

Simon Konttas, Wege der SchickungWelches Werkzeug passt zu welchem Kunstwerk? – Wenn Literatur als Kunstwerk die Gegenwart erhellen soll, braucht es auch einen Blick auf das Genre, das als Medium diese Gegenwart betreut.

Simon Konttas blickt mit seinen 21 Sonetten einerseits auf ein unerschöpfliches Thema wie die „Schickung“, andererseits gilt sein Augenmerk dem Genre Sonett, ob es auch noch verlässlich ist, um uns Entscheidendes zu erzählen.