Stefan Moster, Die glückliche Amsel
„Eine Amsel sucht mit ihrem orange leuchtenden Schnabel so emsig nach Körnern, dass sie den großen Schatten nicht kommen sieht. Plötzlich deckt er sie zu, und sie kann vor Schreck nicht fliehen. Der große Schatten hält sie fest. »Flieg davon!«, rufe ich.“
Die glückliche Amsel ist ein poetisches Kinderbuch zum Thema „Kindesmissbrauch“ durch Erwachsene. Mit viel Einfühlungsvermögen wird Missbrauch aus der Innenperspektive eines betroffenen Kindes erzählt, aber auch die Schwierigkeit gezeigt, das Erlebte zu verstehen und mitzuteilen.
Markante Lyrik punktet oft durch einen eleganten Duktus, mit dem die poetischen Schleifen durch das Gelände aus Visionen, Befindlichkeiten oder Naturresten gelegt ist.
„Was gibt es Schöneres als die Natur, als die fantastische Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt! Ob Flora oder Fauna: In diesem farbenprächtigen Band findet alles seinen Platz.“
Das Büroleben verläuft immer in einem gewissen Abstand zur Außenwelt, Veränderungen und Spannungen können daher nur entstehen, wenn sich der Graph der Außenwelt in die Zacken von Auf und Ab wirft.
„Für die Intellektuellen am nördlichen Ufer des Mittelmeeres ist Religion ein Wort wie Philosophie, Weltall, Universum oder Liebe. Sie haben nie erlebt, was es bedeutet, wenn das Wort Religion die Worte Philosophie, Weltall, Universum oder Liebe erdrückt.“ (S. 22)
„Dabei orientiert sich dieses Buch grundsätzlich an den Anforderungen und Inhalten des Schulunterrichts. Es dient in erster Linie einer anschaulichen, leicht verständlichen Auffrischung und gezielten Hilfe für Sie als erstem Ansprechpartner Ihres Kindes bei den Hausaufgaben und beim (gemeinsamen) Lernen. Ebenso eignet es sich als Nachschlagewerk und Wiederholungshilfe für die Schülerinnen und Schüler selbst.“ (S. 7)
Zusammengesetzte Wörter verlieren oft die Eindeutigkeit, obwohl mit jedem Wortsegment die Sache noch genauer beschrieben werden soll. Der Schildkrötensoldat kann eine langsame Witzfigur aus einem Bilderbuch sein, genauso aber auch eine bewaffnete Kröte oder ein Soldat, der hinter einem Schild versinkt.
„Auch von der Zeit des Zusammenbruchs erzählten die Grünzwillinge, als die Stadt sich übernommen hatte und alles auseinanderfiel, damals, als Farallone von einer Seuche heimgesucht wurde und die Sternepriester eine riesige Mauer um die Stadt herum bauten, um sich zu schützen. Sie erzählten von der Geburtsstunde des Wilden Volkes, das die Schäden heilen sollte, das die unersättliche Stadt der Insel Farallone zugefügt hatte.“ (S. 14)
Die intensivsten Romane sind immer jene, die einem Zustand, Material oder einer Lage gewidmet sind. Klei ist alles davon und so etwas wie der reine Roman. Klei ist nichts anderes als getrockneter Schlick, der sich jeden Tag neu formiert, um sich nach einer Weile wieder zu verlagern.
„»Oh, eine Sternschnuppe!«, rief die Maus. Und dann flüsterte sie: »Ich wünsche mir, dass ich bald wieder mit meinem Freund spielen kann.« Die Maus und der Maulwurf waren gute Freunde. Letzten Sommer hatte er ihr verraten: »Wenn du eine Sternschnuppe findest, erfüllt sie dir einen Wunsch.«“