Heathcote Williams, Die Windsors - Eine schrecklich nette Familie
„Wenn du zur Königsfamilie gehörst, ist England praktisch dein Privatanwesen, / Aus dem du, nachdem du majestätisch durch prachtvolle Häuser gerauscht bist, / Heraustrittst, um der allgemeinen Bevölkerung zuzuwinken / Und sodann Titel und Blechmedaillen an die Gutsarbeiter auszuteilen.“ (S. 56)
Der Dramatiker und Lyriker Heathcote Williams offenbart in seiner, im Geiste der Aufklärung und in Form eines Gedichtes verfassten poetischen Kritik, die dunklen Seiten der königlichen englischen Familie, deren positives Image er als Ausdruck der Ignoranz und des Selbstbetrugs der Öffentlichkeit brandmarkt.
„»Es war einmal, vor langer Zeit«, sagte Mrs Peters zu ihrer sechsten Klasse. »Das sind die magischsten Worte, die je gesprochen worden sind, und sie bilden das Tor zu den großartigsten Geschichten aller Zeiten.«“ (S. 21)
Das Gegenteil von Fallobst ist Flugobst. Während das eine satt und bodenständig auf der Erde aufschlägt und zu Schnaps verarbeitet wird, kommt das andere edel und exquisit mit dem Flugzeug von den Enden der Erde angeflogen.
„Manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, aber vielleicht am meisten braucht, findet man sich an einem unbekannten Ort wieder, mit Menschen, die man gleichfalls nicht kennt, und erfährt neue Dinge. Ich erlebte so etwas eines Nachts auf einer dunklen, einsamen Straße.“ (S. 7)
In der Literatur tritt das Unwahrscheinliche völlig selbstverständlich auf. Eine Frau kracht mit dem Auto gegen einen Baum und ist tot, sie wird von einem Jungen gefunden, der nicht weiß, dass er gerade die leibliche Mutter birgt.
„Kinder sind von Natur aus neugierig und begeisterungsfähig, aber sie schon früh an Kunst heranzuführen, ist nicht so einfach. Das Kunstbuch mit dem dazugehörigen Memo-Spiel ermöglicht Kindern und Eltern, gemeinsam und spielerisch in die Welt der Malerei einzutauchen." (S. 4)
„Nach bestem Wissen und Gewissen soll hier Wahrheit und nichts als die Wahrheit dominieren, wenn wir Sie, liebe Leser, Auge in Auge, Zahn um Zahn und über beide Ohren mit den „Geschichte(n) der Lüge“ und den zahllosen Verfehlungen wider das 8. Gebot konfrontieren. Und da das Lügen laut HAUG den Menschen sogar Vergnügen bereiten soll, wünschen wir Ihnen dasselbige auch hier, beim Stöbern nach der reinen Wahrheit.“ (S. 11 f)
Die Kids bekommen heutzutage alles an Information vorgesetzt, was sie für die Gier nach Konsum brauchen. Die Digitalisierung dient vor allem dazu, den Online-Handel schon bei den Kleinsten in Schuss zu halten. Sogenannte wahre Werte kommen kaum mehr vor, am ehesten noch in Kinderbüchern, die fast schon als Untergrundware gehandelt werden.
Wenn dich Gedichte im Titel anspringen wie ein festliches Gedeck, senkst du die Stimme, speichelst ein und blickst gut gelaunt zu den Mitsitzenden am Tisch.
„Oft hört man, der Dreißigjährige Krieg sein ein »Glaubenskrieg« gewesen. Vordergründig ist das richtig. Aber vor allem ging es um die Machtverteilung im sogenannten »Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation« und um die Vormachtstellung in Mitteleuropa.“ (S. 12)