Timo Parvela, Ella und der falsche Zauberer
„Ich heiße Ella. Ich bin - »Herr Lehrer, in der wievielten Klasse sind wir jetzt eigentlich?« »Einen Augenblick, genau das kläre ich gerade«, antwortete unser Lehrer, der mit dem Schornstein auf dem Flur stand.“ (S. 5)
Endlich sind Ella und ihrer Freunde nicht mehr in der zweiten Klasse, aber in die dritte Klasse haben sie es auch noch nicht geschafft. In diesem Jahr, so legt es Schuldirektor Schornstein fest, gehen sie in die "Klasse zweieinhalb". Alle sind verärgert, weil sie wieder keine ganze Klasse weitergekommen sind.
In der Reiseliteratur kennen wir im Extrem bunte touristische Anmachen und Kriegsberichterstattung. Unter die Haut fährt uns freilich das Mittelding, eine Überlandreise auf einem Pulverfass, eine Erklärung für den nächsten Krieg.
Die wirklich wahnsinnigen Bücher dieser Welt kann man nicht rezensieren. Man kann nur eine Art Notizzettel der Ermunterung abliefern, dass sich die Sicht auf das eigene Leben verändert, wenn man so ein Buch liest.
„Zu den nordischen Wesen zählen unter anderem die Naturwesen. Genau wie die Natur selbst sind sie nicht grundsätzlich gut oder böse, sondern einfach launisch. Und sie haben, wenn überhaupt, andere moralische Regeln als wir Menschen.“ (S. 10)
Im Märchen liegt die Prinzessin mit Eigenwillen auf der Erbse, und scannt mit dem Hintern die Unebenheiten ab. Wenn hingegen eine selbstbewusste Frau der Gegenwart die Unebenheiten der Gesellschaft mit offenen Sinnesorganen scannt, wird ihr das als „Erbsenzählerei“ ausgelegt.
„Siegfried, der Eichkater, hat sein Nest in einem alten Baum. Eines Tages fällt das Nest zu Boden, denn es war schon morsch. Als der Eichkater heimkommt, sieht er die Bescherung. Es ist Herbst und der Winter steht vor der Tür.“ (S. 7)
Bei autobiographischen Texten stellt sich dem Leser immer die brisante Frage: Wie zufrieden und bescheiden ist der Autor trotz seines gewaltigen Lebens geblieben? Denn machen wir uns nichts vor, jedes Leben wird überdimensioniert wichtig, sobald es aufgeschrieben wird.
„»Was sind das für Krähen?«, fragte Léo und sah in die tiefbraunen Augen des Anderen. »Die Hexe schickt sie« Auf Léos fragenden Blick hin fügte er hinzu: »Sie hat auch die Todeshändler geschickt. Den Mann, den du bei ihnen siehst. Du …«, er musterte Leo mit starrem Gesichtsausdruck, dann blieb sein Blick auf Léos Sachen hängen, »du kommst von der anderen Seite?«“ (S. 24)
Magische Bücher, die uns ungefragt in den haptischen Textkorpus hineinziehen, haben meist selbst ein außergewöhnliches Schicksal.
„Er hatte keine Ahnung. Er wusste nicht, wo er war. Er wusste nicht, was er hier sollte. Er wusste nicht einmal, wer ihn Bob18 genannt hatte. »Was ist denn das für ein bescheuerter Name?«, beschwerte sich Bob18. Aber niemand antwortete ihm.“ (S. 9)