Aktuelle Buchtipps

 

Astrid Kofler, Das Fliegen der Schaukel

h.schoenauer - 07.10.2019

astrid kofler, das fliegen der schaukelEine Gesellschaft kann nur dann glücklich sein, wenn sie mit der jüngeren Zeitgeschichte versöhnt ist. Der Literatur fällt dabei die Aufgabe zu, mit ihren Fiktionen und Analysen einer gemeinsamen Erzählung auf die Sprünge zu helfen.

Astrid Kofler schreibt mit „Das Fliegen der Schaukel“ so etwas wie einen Versöhnungsroman. Zur Jahrtausendwende sitzt in einem Bozner Altersheim die betagte Lehrerin Ada Torelli in verschiedenen Erinnerungsposen herum und lässt das Leben Revue passieren. Unterhaltungsprogramme, das Auftreten von Clowns oder das wortlose Altern von Mitgenossinnen wirken fast wie eine Verhöhnung eines Lebens, das da für ein friedliches Ende zusammengestellt wird.

Annette Moser, Die kleine Eule sucht ihr Zuhause

andreas.markt-huter - 05.10.2019

annette moser, die kleine eule sucht ihr zuhause„Wo bin ich? Elsa, die kleine [Eule], sitzt ratlos auf einem [Baum]. »Wo ist nur der [Weg] zurück zu meiner [Tanne] und meiner gemütlichen [Baumhöhle]?«, grübelt sie. Elsa blinzelt mit ihren großen gelben [Augen].“ (S. 8)

Elsa die kleine Eule hat sich im Wald verflogen und kann den Weg zu ihrer Baumhöhle nicht mehr finden. Beim Herumfliegen in der Nacht und beim Sternezählen, wurde sie plötzlich von der aufgehenden Sonne überrascht. Der Wald sieht für sei bei Tag auf einmal ganz anders aus als in der Nacht.

Thomas Hellmuth / Patricia Hladschick (Hg.), Inhalte, Methoden und Medien in der politischen Bildung

andreas.markt-huter - 04.10.2019

thomas hellmuth, methoden und medien in der politischen bildung„Medien sind seit langem nicht wegzudenkender Bestandteil von Bildungsprozessen und der Prozess der Medienentwicklung ist aus diesem Grund auch bildungstheoretisch höchst interessant. Das gilt auch und im Besonderen für die Politische Bildung.“ (S. 94)

Das Sachbuch beinhaltet verschiedene Beiträge zweier Jahrestagungen der „Interessensgemeinschaft Politische Bildung“, in denen die Autorinnen und Autoren aus ihrer Sicht wesentliche Inhalte politischer Bildung aber auch Kriterien für deren Auswahl vorstellen.

Darren Naish u.a., Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit für clevere Kids

andreas.markt-huter - 03.10.2019

dinosaurier und andere tiere der urzeit„In diesem Buch werden die unglaublich vielfältigen Lebewesen vorgestellt, die sich während der letzten 500 Millionen Jahre entwickelt haben. Die Geschichte des Lebens beginnt im Präkambrium, als sich die ersten komplizierteren Organismen entwickelten. Besonders interessant sind das Zeitalter der Dinosaurier und die Entwicklung der Säugetiere.“ (S. 5)

Der opulente Bildband „Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit“ bietet eine aufregende naturgeschichtliche Reise in die Anfänge des Lebens auf unserem Planeten, die sich von den ersten Lebewesen bis zum Auftreten des modernen Menschen erstreckt.

Henry Hitchings (Hg.), Die Welt in Seiten

h.schoenauer - 02.10.2019

henry hitchings, die welt in seitenOb man ein Leser mit Tiefgang ist, lässt sich durch eine einzige Frage beantworten: Hast du neben der Bibliothek eine Buchhandlung, in der du persönlich angesprochen wirst?

Jeder anerkannte Leser wird auf Anhieb seine Lieblingsbuchhandlung beschreiben können, voller Anekdoten und kauzigem Inventar. Der Unterschied zu seiner Lieblingsbibliothek besteht vielleicht in der Ordnung der Bücher. Nach einem Diktum von Virginia Woolf „gibt es gebrauchte Bücher, die wilde Bücher sind, heimaltlose Bücher. Sie bilden gewaltige Herden mit buntem Gefieder und besitzen einen Charme, der den domestizierten Bibliotheksbänden fehlt.“ (17)

Claire Legrand, Zorngeboren - Die Empirium-Trilogie, Bd. 1

andreas.markt-huter - 01.10.2019

claire legrand, zorngeboren„»Die Pforte wird fallen«, zitierte der König. »Die Engel werden zurückkehren und der Welt verderben bringen. Ihr werdet es erkennen, wenn zwei menschliche Königinnen sich erheben – ein Blutkönigin und eine Lichtkönigin. Eine mit der Macht, die Welt zu retten. Eine mit der Macht, sie zu zerstören.«“ (S. 127)

Mehr als tausend Jahren trennt die beiden jungen Frauen Rielle Dardenne und Eliane Ferracora, deren Schicksal durch eine alte Prophezeiung miteinander verbunden ist. Eine von beiden wird die Blutkönigin sein, mit der Macht die Welt von Avitas zu zerstören, während die andere als Lichtkönigin diese Welt retten kann.

Manfred Mixner, Die Generalin

h.schoenauer - 30.09.2019

manfred mixner, die generalinFür einen gelungenen Roman braucht es meist Material und einen Standpunkt. Die Reife des Schriftstellers zeigt sich mit zunehmendem Lebensalter daran, dass ihm das Material ziemlich Wurst ist, er um den Standpunkt aber ringt wie um das Leben.

Manfred Mixner erzählt im Roman „Die Generalin“ vage die Geschichte eines Zeitzeugen, der nach dem Krieg geboren, sein Erwachsenwerden in der ländlichen Steiermark beschreibt. In den Miniaturen der Erinnerung sind viele Elemente einer örtlichen Chronik verarbeitet, aber im Wesentlichen geht es darum, aus den Pixeln der Erinnerung etwas Ganzes zu machen, das es vielleicht in dieser Form gar nicht gegeben hat.

Werner Holzwarth, Angst vor gar nix!

andreas.markt-huter - 28.09.2019

werner holzwarth, angst vor gar nixt„»Manche haben Angst vor Drachen«, sagt Sophie und muss laut lachen. »Ich fürchte mich vor nichts ach, doch … vor Spinnen, den die leben noch!“« »Das ist doch alles Firlefanz. Ich hab vor gar nix Angst«, sagt Franz.“

Jeder scheint vor irgendetwas Angst zu haben. Während sich der eine vor Drachen oder Hunden fürchtet, hat die andere vor Spinnen Angst. Nur der kleine Franz scheint „vor gar nix Angst“ zu haben.

Gerald Szyszkowitz, Marlowe und die Geliebte von Lope de Vega

andreas.markt-huter - 27.09.2019

gerald szyszkowitz, marloweEine gute Novelle erfreut nicht nur die Leserschaft, sondern kann auch für den Autor ein Eigengeschenk sein, das sein schreibendes Leben belohnt.

Gerald Szyszkowitz hat einst Anglistik und Shakespeare-istik studiert und leidet seither daran, dass man seine These nicht entsprechend würdigt, wonach die Shakespeare-Stücke von Marlowe stammen. In der Novelle Marlowe und die Geliebte von Lope de Vega packt er alle literarischen Begebenheiten, die rund um Marlowe zwischen den Jahren 1564 und 1655 eruierbar sind, zuerst in eine Chronik und anschließend in eine Novelle.

Jutta Richter, Frau Wolle und der Duft von Schokolade

andreas.markt-huter - 26.09.2019

jutta richter, frau wolle„Es ging das Gerücht um, dass Gesine Wolkensteins schwarzer Laden Kinder verschluckte. Zoe Sodenkamp behauptete sogar, zwei dieser Kinder gekannt zu haben. Aber das konnte nicht sein, denn Zoe Sodenkamp war neu im Hasenweg. Wir wohnten schon immer dort.“ (S. 7)

Weil die Mutter von Moritz und Merle in der Spätschicht arbeitet und ihr Vater ganz weit weg von zu Hause ist, kümmert sich Gesine Wolkenstein um die Kinder während der Nacht. Aber etwas Unheimliches scheint von der Kinderfrau auszugehen, die sich in der Nacht in Frau Wolle verwandelt.