Julia Donaldson, Die Schnetts und die Schmoos
„Auf dem Stern Sehrsehrfern, / an dem See Lubuleet, / lebten die Schnetts, / deren Tochter hieß Grete. Auf dem böckligen Berg, / von dem See kaum entfernt, / wohnt ein Schmoo, / und sein Name war Bernd.“
Julia Donaldson und Axel Scheffler nehmen sich Shakespeares „Romeo und Julia“-Motivs an und verlegen es auf einen fernen Planeten mit lustigen Wesen, denen aber Vorurteile ebenso wenig fremd sind, wie uns Menschen.
„Die Ökonomie ist menschengemacht und Ökonomen – insbesondere die Anhänger des neoliberalen Mainstreams – können sich irren. Um den Leserinnen und Lesern des vorliegenden Bandes diese Botschaft zu vermitteln, ist es von zentraler Bedeutung, die Hintergründe, Mechanismen und Konsequenzen der Strukturen, die globale und lokale Märkte bestimmen, aufzudecken und kontextualisiert zu untersuchen.“ (S. 7)
„Ruben schloss kopfschüttelnd die Schranktür und wandte sich gerade wieder um, als die Erkenntnis darüber, was die Uhr machen konnte – was er damit machen konnte –, ihn wieder mit voller Wucht traf, als wäre es zum ersten Mal. Ich kann mich unsichtbar machen!, dachte er. Unsichtbar!“ (S. 103)
Um sein wahres Leben zu begreifen, muss man sich zwischendurch aus dem Leben hinausträumen. Die Satten träumen dabei vom Abenteuer-Hunger, die Hungrigen vom Abenteuer satt zu sein.
„Halt! Jede Geschichte beginnt mit dem Anfang. Also soll auch hier der Reihe nach erzählt werden: Laurenz hatte einen Traum, der bald in Erfüllung gehen sollte.“ (S. 5)
Slam-Ignoranten vergleichen diese Kunstgattung mit dem Jodeln. Beides wird an besonders herzigen Abenden als Wettbewerb auf der Bühne aufgeführt, hat mit Sprache nur am Rande zu tun, gilt als vollkommen unpolitisch und würdigt vor allem die Tagesverfassung.
„Warum existiert überhaupt irgendetwas? Wodurch wird etwas richtig oder falsch? Gibt es Gott? Um die eigentliche Natur von Wissen, Wirklichkeit und Sein zu verstehen, widmet sich die Philosophie einigen der größten Rätsel. […] Die Philosophie entstand, um das zu hinterfragen, was wir oft als gegeben hinnehmen.“ (S. 6)
Ein Roman gilt üblicherweise als Podium für Üppigkeit von Figuren und Ausstattung, Verknotung von Handlungen, Spiegelung von winkeligen Seelensträngen. Das Gegenteil müsste so etwas wie der Zen-Roman sein, ein Text voller Reduktion bis hin zur Auflösung jeglicher Konsistenz.
„Früh am Morgen haben sich Luka und seine Mama auf den Weg gemacht. Sie wandern auf die Alm, auf der Tante Sara arbeitet. Obwohl es noch früh ist, treffen sie einige andere Wanderer. »Grüß Gott!« - »Griaß eich!«, begrüßen sie einander. Das ist in den Bergen so üblich.“
„So schillernd und faszinierend die Welt des geschriebenen Wortes ist, so komplex sind seine Bedingungen, Einflüsse und auch Voraussetzungen für verstehendes Lesen auf individueller Ebene. Dieses Buch hat das Ziel, diese Faktoren zu erarbeiten und zu erörtern, wie man sie diagnostizieren kann (und wie man besser nicht vorgehen sollte).“ (S. 13)