Sabine Schoder, So was passiert nur Idioten. Wie uns
„Und so sagte ich kein Wort, als er den Hund nahm und mit knallender Tür aus der Wohnung verschwand. Ich suche in Mels Augen nach Rat. »Wenn da wirklich nichts wäre, wieso hat er sich dann so aufgeregt? Warum hat er sich seit einer Woche nicht bei mir gemeldet?«“ (S. 37)
Viki und Jay, die sich auf eine Überraschungsparty kennengelernt haben, sind mittlerweile seit drei Jahren ein Paar, und glücklich. Als sie aber bemerkt, dass Jay sich plötzlich ständig duscht und nur wenig gebrauchte Klamotten in die Wäsche gibt, hegt sie einen schrecklichen Verdacht. Sie ist sich sicher, dass Jay sie betrügt.
Wenn ein Held lange auf Sendung bleiben soll, muss er sich zwischendurch immer wieder häuten und neu erfinden. Martin Schlosser, der Held von Kindheits-, Abenteuer- Bildungs- oder Künstlerroman, wird im siebten Roman Arbeiter.
„An dem Tag, an dem Lehrer Glauber mit seinem Hinkebein aus dem Krankenhaus entlassen wurde, sann er auf Rache! Kinder, dachte er. Diese kleinen Lügenmonster! Aber mit der Lügerei ist jetzt Schluss. Nicht mit mir! Mit mir nicht!“ (S. 9)
Die Aufgabe eines ernsthaften Schriftstellers ist es, die Gesellschaft unabhängig von Moden mit aktueller Erzähltechnik vertraut zu machen und sie mit relevanten Themen in alternativen Gedankengängen zu unterstützen.
„Der kleine Lax ist aufgeregt. Heute beginnt seine Reise zum großen, blauen Meer. »Gute Reise, kleiner Lax«, gurgelt die Quelle leise. »Ist es weit bis zum Meer?«, fragt Ogi, der kleine Frosch. »Unendlich weit«, schwärmen die Fische.“
„Fokussieren wir uns auf das, was als »der „Westen« bezeichnet wird, und auf einige Generalisierungen, die auffallend sind. Was der Alien sehen würde, sind Gesellschaften, die eine Generation neoliberaler Politik durchlaufen haben, die den Markt zum gesellschaftlichen Zentrum erhoben hat (»business first«)“ (S. 16)
„»Aber ich finde es eigenartig, dass der Einzige, der uns etwas über das Ehepaar Mercurius hätte berichten können, ermordet wird, kurz bevor wir in Aksum auftauchten.« »Das ist allerdings merkwürdig«, pflichtete Rebecca bei. »Und dieselben Leute haben nun vielleicht Alexander gekidnappt«, überlegte Joe laut.“ (S. 32 f)
„Finns Gesicht war düster wie eine Gewitterwolke. Es war alle so unwirklich: Wie hatten sein kleiner Bruder Josh und er nur in dieses Spiel gezogen werden können? Wie war das möglich gewesen und warum hatte es gerade sie beide getroffen? Und jetzt waren sie auch noch getrennt worden.“ (S. 20)
Obwohl Lyrik ständig mit Schnappschüssen und Bildern arbeitet, zeigt sich in ihr immer auch eine Dynamik, eine Bewegung oder ein Lebenslauf.
„In der heutigen globalen Welt, in der Menschen verschiedenster Herkunft eng zusammenleben, ist es notwendiger denn je, fremde Kulturen und ihre Geschichte kennenzulernen. Man versteht nicht nur frühere Ereignisse, Personen und ihre Motive – wir erkennen auch besser, welchen Platz wir selbst in dieser Welt und in der Zeit haben.“ (S. 9)