Erwin Moser, Mein Baumhaus
„Siegfried, der Eichkater, hat sein Nest in einem alten Baum. Eines Tages fällt das Nest zu Boden, denn es war schon morsch. Als der Eichkater heimkommt, sieht er die Bescherung. Es ist Herbst und der Winter steht vor der Tür.“ (S. 7)
Das Kindergeschichtenbuch „Mein Baumhaus“ erzählt neun liebenswerte Tiergeschichten rund um das Thema Zuhause und Wohnen, in denen Hilfsbereitschaft und Freundschaft im Mittelpunkt stehen.
Bei autobiographischen Texten stellt sich dem Leser immer die brisante Frage: Wie zufrieden und bescheiden ist der Autor trotz seines gewaltigen Lebens geblieben? Denn machen wir uns nichts vor, jedes Leben wird überdimensioniert wichtig, sobald es aufgeschrieben wird.
„»Was sind das für Krähen?«, fragte Léo und sah in die tiefbraunen Augen des Anderen. »Die Hexe schickt sie« Auf Léos fragenden Blick hin fügte er hinzu: »Sie hat auch die Todeshändler geschickt. Den Mann, den du bei ihnen siehst. Du …«, er musterte Leo mit starrem Gesichtsausdruck, dann blieb sein Blick auf Léos Sachen hängen, »du kommst von der anderen Seite?«“ (S. 24)
Magische Bücher, die uns ungefragt in den haptischen Textkorpus hineinziehen, haben meist selbst ein außergewöhnliches Schicksal.
„Er hatte keine Ahnung. Er wusste nicht, wo er war. Er wusste nicht, was er hier sollte. Er wusste nicht einmal, wer ihn Bob18 genannt hatte. »Was ist denn das für ein bescheuerter Name?«, beschwerte sich Bob18. Aber niemand antwortete ihm.“ (S. 9)
Es gibt Begriffe, da will man unbedingt mehr wissen, wenn sie unvermittelt auftauchen. Landschaft und Schnee sind unendlich weite Zustände, die einen ein Leben lang aufsuchen, und über der Fügung liegt etwas von Unsterblichkeit.
„Libellen sind von allen Insekten die schnellsten und geschicktesten Flieger. Einige Arten fliegen bis zu 80 Stundenkilometer schnell und manche sogar rückwärts.“ (S. 10)
„Geld regiert die Welt, sagt man, und es sieht so aus, als könnten wir ohne Geld nicht leben. Wir alle brauchen Geld, doch nur wenige verstehen, was Geld eigentlich ist.“ (S. 6)
Im Österreichischen wird der Schrecken oft durch die Verkleinerungsform gesteigert, so ist das Wamperl größer als die Wampe, das Angsterl brutaler als die Angst, und selbstverständlich das Putscherl gefährlicher als der Putsch.
„Bifi hat vier Beine. Pops hat nur zwei. Bifi hat Fell. Pops hat nur Fussel. Aber das stört Bifi nicht. Denn Pops ist sein bester Freund.“ (S. 5)