Michael Forcher, Erzherzog Ferdinand II.
„Wäre es als böses Omen gesehen worden, Erzherzog Ferdinand II. hätte gleich wieder umkehren müssen. Allzu viel ging schief, als der neue Landesfürst am 17. Jänner 1567 in seine zukünftige Residenzstadt Innsbruck einzog.“ (9)
Erzherzog Ferdinand II. spielt in der Tiroler Geschichte eine beachtenswerte Rolle als humanistisch gebildeter Kunstliebhaber mit großer Kunstsammlung sowie als wichtiger Protagonist der Gegenreformation. Berühmt gemacht hat ihn jedoch seine skandalöse Ehe mit der Kaufmannstochter Philippine Welser, für die er Schloss Ambras mit seiner weithin berühmten Kunst- und Wunderkammer errichten ließ.
„Es ist weitaus schwieriger und beschwerlicher, über eine historische Tragödie zu berichten, als sie hervorzurufen oder an ihr teilzunehmen.“ (9) Dieser erste Satz des Partisanen-Buches hat die Kraft eines ganzen Studiums.
„WIE ENTSTEHT EINE Stadt? In den meisten Reiseführern liest man, Rom sei am 21. April 753 v. Chr. gegründet worden. Eine verdächtig genaue Angabe, die oft ungeprüft übernommen wird – und gedenken nicht die Römer selbst jedes Jahr am 21. April der Gründung ihrer Stadt?“ (5)
In historisch bedingten Ausnahmefällen hat der Roman schon einen Roman erzählt, ehe er erscheinen kann.
Kluge Täler geben dem Hauptfluss immer einen anderen Namen als dem Tal selbst, so können Feinde abgewehrt werden, indem man sie verschickt. Wenn jemand nämlich fragt, wo die Sellrain fließt, kann man ihn verschicken, im Sellraintal nämlich fließt die Melach.
Je mehr die modernen Alpen durch Einrichtungen der Erholungsindustrie zugepflastert sind, umso heftiger drängt es die Menschen nach Geschichten vom archaisch klaren Überleben, wie es gerade in den Alpen als Super-Mythos erzählt wird.
Ganz egal wie lange ein Krieg dauert, es braucht immer Jahrzehnte und Generationen, um die sogenannten Kollateralschäden in den Seelen der Menschen halbwegs in eine Sprache zu bringen. Erst wenn man eine Geschichte zum Unsagbaren erzählen kann, besteht die Chance zu einer Versöhnung zwischen den Glückserwartungen und dem eingetretenen Unglück.
„Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen, sagt der Volksmund. Da man Dummheit weder sehen, noch anfassen oder kaufen kann, ist es schwer sie zu beschreiben. Was wissen wir von ihr? Erstens lässt sich feststellen, dass sie scheinbar überall auftritt.“ (13)
Der 1943 geborene Hans-Henning Scharsach war langjähriger Leiter des Auslandssressorts von Kurier und News. Seit seiner Pensionierung ist er vorwiegend als Autor tätig. Zu seinen Büchern zählen Bestseller wie "Haiders Kampf", "Europas Populisten", "Die Ärzte der Nazis" oder "Strache - im braunen Sumpf".
Nach einem weit verbreiteten Kunstempfinden gilt die Ausstopfung als Steigerung der Skulptur. Wenn du wirklich ein echtes Denkmal willst, musst du den Helden ausgestopft aufstellen. Im österreichischen Literaturmuseum sind daher die wichtigsten Dichter mehr oder weniger ausgestopft dargestellt.