Giwi Margwelaschwili, Verfasser unser
„Ein Text ist zwar ein Gefängnis, aber guck mal nach, wo es löchrig wird.“ (102) Mindestens so abenteuerlich-grotesk wie der Lebenslauf Giwi Margwelaschwilis ist natürlich auch seine Literatur.
Der Autor wird seinerzeit 1946 vom sowjetischen Geheimdienst aus Berlin nach Georgien entführt, woraus er erst vierzig Jahre später wieder ausreisen darf. Mittlerweile wieder freiwillig nach Tiflis zurückgekehrt, kennt er sich in der deutschen und georgischen Literatur aus, die oft über erst einen bürokratischen Vorgang zur vollen Entfaltung kommt.
„Der Große Krieg von 1914 bis 1918 war nicht nur die ‚Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts‘ wie ihn der amerikanische Diplomat und Historiker George F. Kennan bezeichnet hat, sondern auch das Laboratorium, in dem fast alles entwickelt worden ist, was in den Konflikten der folgenden Jahrzehnte eine Rolle spielen sollte …“ (9)
Der Österreicher ist ein begeisterter Kaiser-Fan, SUV-Driver und Schifahrer, da hat er es nicht gern, wenn er an Diktatur und Bürgerkrieg erinnert wird.
Wie kann man einen ungewöhnlichen Lyriker in einer kleinen Schau präsentieren, ohne dass sein Werk zurückgestutzt wird auf die Erfordernisse der modernen Editionskultur?
Wenn eine frisch gegründete Institution mit der ersten markanten Arbeit an die Öffentlichkeit geht, so ist vor allem das erste Thema in seiner Programmatik von schlagendem Interesse. Im Falle des Archivs für Photographische Dokumentation ist es die Pustertalbahn, die als das Rückgrat des Fragmentes Osttirol in ihrer politischen, strategischen und kulturellen Auswirkung gezeigt wird.
Die große Geschichte schaut meist völlig andres drein, wenn sie von gewöhnlichen Menschen nachgelebt und erlebt werden muss. So setzen die Biographien durchaus Parallelschwünge zur allgemeinen Geschichte, kurven dann aber wieder jäh ab in ein individuelles Ressort, um darin der Rolle eines Unikats gerecht zu werden.
Was heutzutage Drohnen erledigen, musste früher mit mühsamen Reisen erkundet und aufgezeichnet werden. Eine dieser frühen Beobachtungsdrohne ist der Südtiroler Jakob Philip Fallmerayer aus Pairdorf bei Brixen, der in München ansässig jene berühmten Reisen unternommen hat, deren Aufzeichnungen als „Fragmente des Orients“ ihm über beide Ohren Anerkennung und Ruhm verabreicht haben.
„Dieses Buch zeigt den Krieg in all seinen Facetten: von den kurzen Scharmützeln in den fernöstlichen Kolonialgebieten, wo Japan deutsche Kolonien im Pazifik besetzte, bis zu den Schlachthöfen der Westfront, die in vier Jahren unverminderter Kämpfe Millionen junger Männer verschlangen.“ (8)
„Es gibt Griechen, die kritisch über sich nachdenken, und Griechen, die das nicht tun. Die folgenden Gedanken richten sich vor allem an die Zweiten. Sie sind jedoch den Ersteren gewidmet.“ (7)
Oft braucht es hundert Jahre und tausend Romane, bis man einen ausgewachsenen Wahnsinn halbwegs begreifen kann. Der Erste Weltkrieg, von dem Zyniker sagen, er sei Österreichs bislang größter Beitrag zur Weltgeschichte, wenn man von Hitler absieht, wird erst allmählich nach hundert Jahren überschaubar.