Hansjörg Schneider, Nilpferde unter dem Haus
Wer für seine Aufzeichnungen einen klugen Titel findet, kann damit vielleicht in einem Satz sein Leben beschreiben. Nilpferde unter dem Haus – was für bemerkenswerter Titel!
Der Schweizer Erfolgs-Dramatiker und Krimischriftsteller gibt seinen Tagebüchern aus dem Jahr 2001 sowie den Aufzeichnungen zwischen 2008 und 2011 diese mysteriöse Bezeichnung, die auf einen markanten Traum zurückgeht.
Neben dem Tod gilt dem gelernten Österreicher der Antritt der Pension als der Höhepunkt des Lebens.
Seit selbst der Direktor des Internationalen Währungsfonds von einem Zimmermädchen durch ihr mutiges Einschreiten sozusagen im Alleingang abmontiert worden ist, fragt sich alle Welt, was Zimmermädchen eigentlich für ein toller Beruf ist.
Auf den ersten Blick ist es vielleicht verwunderlich, wenn ein Tatsachenbericht als das wahrscheinlich erschütterndste Buch empfunden wird, das in den letzten fünf Jahren in Tirol erschienen ist.
Die kompliziertesten Verhältnisse sind oft auf scheinbar handfesten Bausteinen aufgebaut. So besteht diese medizinische Unbefindlichkeit einer Herzrhythmusstörung eigentlich aus den lyrischen Grundbausteinen Herz Rhythmus Störung.
Einem Massiv lässt sich in der Geologie nur durch einen Tunnel begegnen, ähnlich geht es in der Erzählkunst zu: Wenn etwas zu hart ist für die oberflächliche Darstellung, muss man semantisch unten durch.
Was macht eigentlich ein Dichter, wenn er nicht gerade auf der Bestenliste herum klettert und Interviews gibt? - Er spukt Blut und trinkt Bier.
Was vielleicht aus einem Bericht eines Überwachungscorps stammt, ist auch die Grundvoraussetzung für Literatur: Die Zusammenkunft von Ereignissen oder Personen ist das Gerüst für jede Erzählung.
Die ersten Worte, die nach einem Unglück von den Überlebenden ausgestoßen werden, klingen für sich genommen immer sinnlos und wirken grotesk. Was erst sollen Überlebende sagen, die als Juden in Paris gerade den Krieg, die Nazis und die Vernichtung überlebt haben?
Wie kann man einen sozialen Sumpf erzählen, ohne dass man als Leser darin rettungslos verlorengeht? - Nanni Balestrini hat für seine Camorra-Geschichte die Methode der Atemlosigkeit gewählt.