Alfred Paul Schmidt, Aus dem Grenzenlosen komm ich mir entgegen
Eine hohe Erzählkunst erkennt man daran, dass sich der Autor überflüssig macht, klont oder frisch gleich im eigenen Text untertaucht.
Alfred Paul Schmidt erzählt mit süffisanter Raffinesse, wie sich ein Autor selbst im Weg steht und sich dann selbst aus dem Weg räumt. Zu diesem Zweck wählt er das Genre des literarischen Insiderromans, der vorgibt, nur ausgewählte Insider der literarischen Szene könnten das Geflecht an Intrigen, Vorspiegelungen und Verhöhnungen verstehen.
Bis herauf zur Jahrtausendwende sind in Österreich am flachen oder steilen Land noch fliegende Bibliothekare unterwegs gewesen, die die öffentlichen Büchereien fallweise mit Lesestoff versorgt haben. Klassische Bücherbusse sind noch in Salzburg und Graz unterwegs , worin sich das Publikum in den Vororten mit Literatur eindecken kann.
Fette Serienromane nehmen die Edition als Werkausgabe gleich vorweg und ersparen uns so diese kommentierten Ausgaben, die die Germanisten mittlerweile an allen Ecken und Enden loslassen.
Von den Geschlagenen, wie die Beatniks jenseits aller Epochen genannt werden, haben wir gelernt, dass ungeheurer Zorn nur mit dem Langgedicht halbwegs ausgedrückt werden kann. Ein Langgedicht hat keinen Anfang und kein Ende und umkreist wie eine Möbiusschleife sich selbst.
Seit die österreichischen Krimis nahezu genormt und uniform geschrieben und publiziert werden, empfindet man es geradezu als Sensation, wenn eine Krimiserie an ihr Ende kommt und sich noch dazu weiterentwickelt.
Ereignisse, die „jenseits“ spielen, erwecken wie von selbst Neugierde, Mitgefühl und Sehnsucht. Wer ist nicht hingerissen von Filmen wie Jenseits von Afrika oder Büchern wie Jenseits von Eden oder Jenseits von Gut und Böse.
Gewisse Kunsttechniken sind so knapp an die Seele herangeschneidert, dass sie in mehreren Kunstgattungen auftreten können und dabei jeweils die Psyche der Protagonisten oder die Melodie der Seele zum Klingen bringen.
Für Soziologen und Geografen ist das Tal etwas vom schönsten, was einem als Wissenschaftler passieren kann. Ein Tal ist ordentlich im Gelände eingegraben, es gibt ein Oben und Unten, die Entfernungen sind überschaubar, die Soziotope innig.
Schatten und Strand sind bei kluger Anwendung schöne Metaphern für das Bewegliche, Un-Fixe, Veränderbare. Beim Strandschatten tauchen in der Vorstellung vielleicht dunkle Flecken auf, die sich im Sonnenlicht um einen Erzählstandpunkt herum bewegen.
Die verrücktesten Dinge kann man nur zähmen, indem man ihnen einen Namen gibt. Die Griechen haben für skurrile Vorgänge jeweils einen Gott installiert. Gott Erebus ist seither für die Finsternis zuständig und dadurch ein idealer Namensspender für einen Verlag in der Provinz.