Kai Aline Hula, Milo Monster und der große Schreck
„Ich heiße Milo Monster. Ich bin ein berühmter Detektiv. Manchmal muss ich besonders rätselhafte Fälle lösen. Einmal hatte ich gerade eine verschwundene Schnecke wiedergefunden. Zur Belohnung machte ich ein paar Tage Urlaub. Ich legte mich im Garten in meine Hängematte und sonnte meine Stacheln. Der springende Schreck saß auch in der Hängematte. Er gehörte meinem besten Freund Junus und war sehr verfressen.“ (S. 11)
Milo Monster hat den springenden Schreck schon sehr ins Herz geschlossen, auch wenn er ständig aufpassen musste, der dieser ihm nicht alles wegfrisst. Zu seiner Lieblingsspeise zählen getrocknete Würmer und geröstete Maden. Doch an diesem Tag benimmt sich der Schreck auffallend merkwürdig. Er frisst nichts und sitzt nur auf Milos Bauchbeutel herum. Milo beschließt der Sache auf den Grund zu gehen.
„Der blöde Kalender hatte sie hereingelegt! Sie mit seinem Geglitzer neugierig gemacht, ganz zappelig vor Neugier – und dann das. Sie hatte von Anfang an recht gehabt. Es war ein blöder, langweiliger Papierkalender. Dachten die, die solche Kalender machten, etwa, Kinder fänden so was gut? Bilder von rumpeligen Dachböden statt leckerer Schokolade? Julia presste das Fenster mit der Hand wieder zu.“ (S. 21)
„Mausgespannt harrte Toni hinter der alten Standuhr aus, deren klickendes Uhrwerk bald den Abend einläuten würde. Sein Schwänzchen zuckte vorfreudig im Takt des Pendels hin und her. Durch eine alte Brille, die Toni auf dem Dachboden gefunden hatte, guckte er hindurch.“ (S. 9)
„Wilma spürt die Frühlingsfreude durch das Rückenfell strömen, aber sie spürt auch den Hunger, der in ihrem flauschigen Bauch rumort. Ihre Schnurrhaare glühen fast in der Sonne. Ihr ganzer Körper sehnt sich danach, endlich in diese saftige, saure Vogelbeere zu beißen. Wilma schließt die Augen. Das ist bestimmt mein letzter Frühling als freies Murmelmädchen, denkt sie.“ (S. 7)
„Eines Tages sprach Mutter Schwein zu ihren drei Kindern: »Ihr seid jetzt groß genug, um für euch selbst zu sorgen. Geht in die Welt hinaus und versucht euer Glück!« Das erste Schweinchen zog los und traf einen Mann. Die trug einen Ballen Stroh. Das Schweinchen sagte höflich: »Lieber Mann, gib mir bitte dein Stroh, damit ich mir ein Haus bauen kann.« Das tat der Mann und das Schweinchen baute sein Haus. Dam kam der böse Wolf und klopfte an die Tür …“ (S. 6 f)
„Heute ist ein Tag wie kein anderer. Der wichtigste im Leben von Rolf. Er muss sich beweisen und etwas stehlen. Das ist so üblich hier in Unterbach. Rolf ist der Sohn von Bullit. Und Bullit ist der Boss. Das sieht man sofort. Seht mal: Ganz schöner Brocken, was? Der kleine Rolf ist nicht so groß. Und nicht so stark. Und nicht ganz so einfarbig. Da ist ein Fleck am Bauch …“ (S. 10)
„Tatsächlich war die Eingangstür zu Jacky Marrones frisch eröffnetem Büro so wahnsinnig unauffällig, dass er an seinem ersten Arbeitstag gleich mehrfach an ihr vorbeigelaufen war. Peinlich, aber eigentlich auch ziemlich genial: Das Geheime und Verborgene war nämlich sein Geschäft. Jacky Marrone mit ck, y und Doppel-r war ein Privatdetektiv. Trotzdem! Was war der beste und geheimste Privatschnüffler ohne einen richtigen Auftrag?“ (S. 6f)
„Kaum eine Landschaft ist so eindrucksvoll wie die Berge. Im Gebirge scheinen Endlichkeit und Ewigkeit auf seltsame Weise dicht beieinanderzuliegen. Angesichts der riesigen Berge fühlen wir uns klein und verloren, gleichzeitig überwältigt von ihrer Schönheit und Erhabenheit. Bei ihrem Anblick spüren wir, dass diese Berge lange vor uns existierten – und es wird sie noch geben, wenn wir diese Erde schon längst verlassen haben.“
„Im Wolfsrudel gibt es fünf Welpen, die fünf Monate alt sind. Der fünfte Welpe ist weiß und ein Mädchen. Es heißt Fünf. Aufgeregt jaulen die Welpen: Das Rudel kommt von der Jagd. Vorne laufen die Leitwölfe Breitmaul und Vollmut.“ (S. 6f)
„Lilli weiß, dass ihre Mutter es gut meint, wenn sie ihr jeden Morgen ein gesundes Pausenbrot einpackt. Aber muss es immer das dunkelste Vollkornbrot sein, das es beim Bäcker gibt? Das allertrockenste Vollkornbrot, noch dazu mit fader Tofupaste, Sojasprossen und labbrigem Salatblatt drauf? Und das jeden Tag? Brr! Lilli schüttelt sich, wenn sie nur daran denkt.“ (S. 11)