Wolfgang Korn, Das Rätsel der Varus-Schlacht
„Rom im Jahre 9 nach Christi Geburt. Ein Bote eilt durch den Kaiserpalast und überbringt Augustus die erschütternde Nachricht, dass Germanen drei Legionen vernichtet haben. Später wird dem Imperator ein makabres Geschenk überreicht: der Kopf des toten Varus, des Statthalters in Germanien.“ (8)
Die Varusschlacht hat die Menschen bis in die Gegenwart bewegt. Wird Augustus nachgesagt völlig zerstört auf die Vernichtung seiner Legionen reagiert zu haben, streiten sich in der Gegenwart Historiker und Archäologen über so manche s Detail und so manche unterschiedliche Sichtweisen und Urteile in Bezug auf die Schlacht.
„Die Evolution hat – aus der Sicht von uns Menschen – wunderbar Schönes hervorgebracht, aber auch sehr Bedrohliches. Das Prachtgefieder von Pfauen und Paradiesvögeln, die schönsten Vogelgesänge oder die eindrucksvollen Geweihe von Hirschen sind Ergebnisse der Evolution. Auch unsere Sprache gehört dazu. Die vielfältigen Kulturen und Religionen ebenso.“ (7)
„»Azaleas Zufälle lagen außerhalb alles Messbaren. Sie ließen sich nicht erklären. Zumindest nicht mathematisch. Genau genommen …« Er hebt das Gesicht und die Sonne fängt seine Miene mit einem gleißenden Lichtstrahl ein. » Genau genommen, sind diese Zufälle möglicherweise der Beweis dafür, dass unser Universum nicht das ist, wofür wir es gehalten haben.«“ (35)
„Jetzt, wo sie in diesem Zimmer geschlafen hatte und in diesem Bett aufgewacht war, konnte sie sich auf einmal liecht vorstellen eine Prinzessin zu sein. »Ich und nicht Tine!«, rief Jarven und hüpfte zurück auf ihr Bett. »Ich und nicht Britt! Ich bin Prinzessin von Skogland!« (83)
Schon griechische und römische Soziologen haben in ihren antiken Essays darüber geklagt, dass die Jugend noch nie so schlimm gewesen sei wie die jeweils gegenwärtige. Und auch in der Gegenwart täuschen die besten pädagogischen Modellversuche nicht darüber hinweg, dass die Gesellschaft in vielen Angelegenheiten von den Jugendlichen gefordert und überfordert ist.
„»Jedenfalls muss ich euch leider mitteilen, dass euer Vater wegen Mordes rechtskräftig verurteilt und inhaftiert wurde.« Ich schnappe nach Luft. Mord? »Er wurde für schuldig befunden, Helen Katharina Viktoria Zweig an seinem Arbeitsplatz erstochen zu haben. Seine Frau. Und eure Mutter. Ihr seid demnach jetzt Vollwaisen. Es tut mir leid.«“ (16 f)
„Sie lassen mich im Stich. Sie wissen genau, dass ich nicht schwimmen kann, doch es kümmert sie nicht. Ich sollte Todesangst haben, aber ich habe keine. Mir ist, als könnte ich unter Wasser atmen.“ (10)
„Die totenbleichen Figuren schienen im Mondlicht beinahe zu glühen. Alle waren so flach wie ein Blatt Papier. Alle waren mit Kreide gezeichnet. Jede war ein winziges, einzigartiges Ungeheuer mit Reißzähnen und Klauen. Völlig geräuschlos schwärmten sie im Flur aus. Es waren Hunderte, die es, lautlos zitternd und bebend, auf das Mädchen abgesehen hatten.“ (9)
„Du glaubst also, du bist uns auf der Spur? Du glaubst, du hast uns im Sack? Du solltest vorsichtiger sein. Aufpassen, mit wem du dich triffst. Mit wem du dich anlegst. Oder meinst du, wir werden mit dir nicht fertig? Lass dich überraschen.“ (14)
„Gibt es etwas Besseres, als ein schönes Buch zu lesen? Ja: viele schöne Bücher zu lesen! Wer einmal ein gutes Buch gelesen hat, ist für die schlechten schon so gut wie verloren: Warum sollte er auch seine Zeit mit ihnen verschwenden?“ (8)