Liz Flanagan, Waidling - Flucht in den Dunkelwald
„Der Drache kauerte verängstigt am Boden. Einer seiner Flügel war nach unten verdreht. Verzweifelt fauchend versuchte er, mit den Flügeln zu schlagen. Doch er schien verletzt zu sein, den jetzt war sein Aufschrei noch lauter. »Ist schon gut Kleiner. Ich tue dir nichts«, sagte Rowan zu ihm. Drachen gab es also wirklich!“ (S. 35)
Rowan lebt mit ihren Eltern in der Stadt, wo sie sich am liebsten bei Wettrennen mit ihrer Freundin Bella misst. Als sie eines Tages zufällig ein Gespräch der Königin belauscht und erfährt, dass ein Krieg unmittelbar bevorsteht, weiß sie, dass sich ihr Leben dramatisch verändern wird.
„Eine Passantin entdecket ein kleines Mädchen, das auf dem eisigen Betonboden einer Gasse hockte und mit dem Deckel einer Katzenfutterdose spielte. Als sie endlich ins Krankenhaus gebracht wurde, war sie blau gefroren. Sie war ein hutzeliges Dingelchen, zu dünn, mager wie ein Stöckchen. Sie kannte ein einziges Wort, ihren Namen: Wren.“ (S. 11)
„Das ist Waschbär. Waschbär liest. »Was für ein spannendes Buch, was für eine abenteuerliche Geschichte!«, denkt Waschbär. »So etwas würde ich auch gern mal erleben. Abenteuer, Aufregung, Nervenkitzel und das Meer überqueren!« Waschbär fasst einen Entschluss: »Ich werde auf Weltreise gehen!« Er packt seinen Rucksack.“
„In der Klasse 2a ist am Tag nach dem Sommerfest ganz schön was los. Kein Wunder: Bei der großen Schultombola hat die Klasse eine Reise gewonnen. Drei Tage im Wald! Enis ist ganz aufgeregt, er kennt den Wald nur aus der Ferne. In seiner Heimat Syrien gibt es nur wenige Wälder. Karim hingegen ist ziemlich fit, was den Wald betrifft. Sein Großvater ist Förster.“ (S. 4)
„»Dort.« Der Schatten deutete in die Nacht. Seine Stimme klang so freundlich, als wollte sie nicht zu der finsteren Gestalt passen. »Das Buch liegt verborgen in einer Wohnung. In einem Zimmer von einem Jungen, der Geschichten erzählt. In einem Haus, das von steinernen Gesichtern geziert wird.« Die Alben hoben ihre Köpfe und schnüffelten, als könnten sie die Tinte auf den Seiten in der Luft wittern.“ (S. 8 f)
„Die Quantenphysik beschreibt, wie sich die Welt auf den allerkleinsten Größenordnungen verhält. Auf Skalen weit jenseits der besten Mikroskope beschreibt sie das Verhalten und die Wechselwirkung der Atome und der Teilchen, aus denen sie bestehen – den fundamentalten Bausteinen der Materie.“ (S. 7)
„Alle mal herhören! Ähm … Dann das Ganze gleich noch mal. ALLE MAL HERHÖREN!!! Dies ist ein absolut einmaliges EINSCHLAFBUCH! ECHT! Spätestens auf der letzten Seite seid ihr allen eingeschlafen. TIEF und FEST. Also fertig machen zum EINSCHLAFEN!“
„Später versuchte ich Rabbi Moritz zu erklären, was ironisch daran war, dass ich ausgerechnet durch mein schreckliches Verbrechen die ganze Gemeinde gerettet hatte. Er begriff es nicht, entweder weil er zu verärgert war oder weil er andere Dinge im Kopf hatte oder weil der Mann einfach keinen Sinn für Humor hat. Heute finde ich es nicht mehr lustig – diese Sache hat mein Leben zerstört, mich auf die Intensivstation gebracht und mich und meine Familie zutiefst gedemütigt. Aber damals fand ich es lustig.“ (S. 5)
„Würdest du lieber allein in einer großen Villa leben oder mal mit all deinen Liebsten in einer kleinen Hütte? Was wäre dir lieber: das Haus am Meer oder das Haus in den Bergen?“
„Was du nicht mitnehmen musst auf diese Schatzsuche: Spaten, Taschenlampe oder Lupe. Eine Schatzkarte gibt es übrigens auch nicht. Was du aber unbedingt brauchst, das sind helle Ohren und wache Augen, um die Wörter unserer Sprache hören oder sehen zu können. Denn die Wörter sind der Schatz, auf dessen Spuren dich dieses Buch bringen will. Der Wort-Schatz eben.“ (S. 5)