Claire Legrand, Königsfluch - Die Empirium Trilogie Bd. 2
„Simon setzte sich mit einem Ruck auf, tränenerstickt schaute er auf seine Hände. Sie waren leer. Das Einzige, was von der Prinzessin geblieben war, war ein Fetzen der Decke, an dessen Rändern die kalte Flamme der Zeit geleckt hatte. Und plötzlich begriff er, was passiert war. Er begriff das Ausmaß seines Versagens. Aber vielleicht bestand ja noch Hoffnung.“ (S. 8)
Eine Prophezeiung besagt, dass einst die Blutkönigin die Welt von Avitas zerstören wird, während die Sonnenkönigin die Welt retten kann. Tausend Jahre voneinander entfernt, verbindet die Sonnenkönigin Rielle und die Auftragskillerin Eliana mehr als sie zunächst ahnen können.
Was den Menschen vom Tier unterscheidet, sind seine Affinitäten für Arbeit, Freizeit und Gewalt. Arbeit und Freizeit sind oft Komplementär-Mengen, und beim Übergang von einem in den anderen Zustand knackst es und es gibt Gewalt.
„Selbst ihr Name war unscheinbar. Mary Smith. Nichts war deprimierender, als unscheinbar zu sein, zehn Jahre alt zu sein, an einem grauen Herbsttag einsam aus dem Fenster eines Schlafzimmers zu schauen und Mary Smith zu heißen.“ (S. 7)
„Im vorliegenden Band werden einige größere und kleinere interessante Aktionen rund ums Lesen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei der Bereich Leseerfahrung sammeln, wobei die anderen Teilbereiche des Lesens – wie Sinnerfassendes Lesen, Lesefähigkeit und Lesefertigkeit üben sowie insbesondere auch das Präsentieren gelesener Texte – automatisch berücksichtigt werden. (S. 4)
„Irgendwo im unendlich großen Meer liegt ein kleines Meer, das von Korallenfelsen umgeben ist. Dort lebt seit einiger Zeit glücklich und zufrieden ein kleiner Schwarm Delfine.“
Oft ist der Kosmos eines Gedichtbandes schon im Titel abgesteckt, da gibt es Natur ohne Horizont, dünne Luft in Arkadien, Asteroiden in der Moebius-Schleife. Völlig geerdet ist hingegen ein Projekt, das sich schlicht Gedichte zwischen Uhr und Bett nennt.
„Die Musik, die den Menschen in der westlichen Welt seit beinahe 1000 Jahren Freude und Inspiration bring – und heute allgemein als klassische Musik bezeichnet wird –, erfreut nach wie vor die Zuhörer. Dabei ist sie alles andere als elitär. Sie spielt in Kinofilme mit unseren Emotionen, ihre sinfonischen Wellen verleihen der Handlung von Computerspielen Dramatik und sie verbirgt sich in der Harmonik und den Melodien alltäglicher Popsongs.“ (S. 11)
Wo Tourismus ist, gibt es auch das Tourismus-Bashing. Das hat damit zu tun, dass alle verunsichert sind, wie sie über ein Phänomen diskutieren sollen, das als Industrie die Ausmaße eines Zeitalters erreicht hat. Jeder mit schlechtem Gewissen findet zumindest immer einen, der noch schlechteren Tourismus betreibt.
„Mein Name ist John Watson. Ich bin Arzt. Sherlock Holmes ist ein berühmter Meisterdetektiv. Wir haben uns vor ein paar Jahren zufällig bei der Wohnungssuche in London, England, kennengelernt.“ (S. 9)
In der Lyrik sind die Sinnesorgane oft eigenartig verkabelt, das Gehör ist an die Haut angeschlossen, der Geruchssinn tastet mit den Sohlen den Boden ab, die Netzhaut sitzt am Gaumen und scannt diverse Geschmäcker. Und selbstverständlich funktioniert das alles auch remote, der Leser liegt im Bett und wischt sich den letzten Herbst aus dem Display.