Margit Kröll, Katharina – seit damals ist sie ganz anders geworden
Es ist ein Missverständnis zu glauben, Jugendbücher seien schon deshalb beweglich, weil sich ja ständig die Jahrgänge der Jugendlichen an ihren Regalen vorbei bewegen. Gerade Jugendbücher müssen ständig upgedatet werden, weil sich vor allem die Jugendkultur extrem schnell ändert.
Margit Kröll hat ihren Jugendroman Katharina aus dem Jahre 2005 neu überarbeitet, die Schule ist jetzt eine Neue Mittelschule geworden, das Seitenbild des Romans ist auf die Sehgewohnheiten von Tablets angepasst und vor allem die Zeichnungen von Xenia Thiedig verdichten den Roman, indem vor allem die Gesichter zu Schaubildern der Seele ausgestaltet sind.
Der echte Marathonlauf endet mit dem Tod. Der moderne Läufer rückt diesem möglichst nah an die Pelle und überwindet ihn. Freilich bleibt eine Todessehnsucht, sodass der Marathonläufer ständig neue Läufe in das Gelände setzen muss.
Wimmelbilder sind der Eintritt in die Welt der Bücher und des Lesens. Sie bieten alles, was später auch Erwachsene beim Lesen erfahren: hautnahes Miterleben von Geschichten durch Deuten von Zeichen und eine Brise Phantasie.
„Will man sich aber dem Alltag der Menschen nähern, ist es nicht damit getan, das nach heutigen Maßstäben oftmals grausame und primitive Mittelalter vom abenteuerlichen-bunten zu unterscheiden. Dieser Band versucht deshalb, die historische Vielfalt durch den Blick auf typischen Lebensformen zu ordnen.“ (12)
„Schon in der Nacht hat sie mit dem Gedanken gespielt, einfach zu den Männern vom Löschtrupp zu gehen. Aber welche Geschichte hätte sie ihnen erzählen können. Die Geschichte von Harald, Hanno und Joonas, die ein Haus in die Luft jagen?“ (12)
Über Frauen und andere Geschöpfe lässt es sich nicht in einem Plot erzählen, sondern der Sound dieser Themen muss erarbeitet werden wie in einer Oper.
„Rom nimmt sich, was es will. So hält es auch Gaius Julius Caesar, der im Jahr 100 v. Chr. geboren wird. Rom herrscht zu dieser Zeit unangefochten über die Länder des Mittelmeers.“ (6)
Die Regionalgeschichte wirkt umso verlorener, je weiter zurück sie in der Dunkelheit liegt. Wenn eine Gegend nicht eine saftige Schlacht oder ein paar einäugige Helden aufweist, tut sie sich verdammt hart, eine unsterbliche Bedeutung für die Geschäfte der Gegenwart nachzuweisen.
Im Idealfall schlägt eine bislang unbemerkte Literatur mit Wucht in der Lesercommunity ein und löst Neugierde, Freude und Diskussion aus. Durch die Aktion „Innsbruck liest“ ist heuer der bislang nur Insidern geläufige Roman „Zwischen Schaumstoff“ zu einem Kulturgut für die ganze Stadt geworden.
Auch in demokratischen Gesellschaften greift das Gouvernement gerne in das Literaturgeschehen ein. Manchmal bekommt ein Autor ein Gerichtsverfahren, damit er seine Schreibe etwas zügle, dann wieder bekommt eine Autorin einen Preis oder ein Keks, um zu dokumentieren, dass sie brav und gut gedichtet hat. Eine seltene Form der öffentlichen Zuwendung ist das sogenannte Gratis-Buch, dabei wird ein Buch als so wertvoll empfunden, dass es die öffentliche Hand aufkauft und gratis verschenkt.