Aktuelle Buchtipps

 

Mike Markart / Martin G. Wanko, Triest

h.schoenauer - 04.10.2024

mike markart / martin g. wanko, triestDie großen Porträts über Städte berichten nicht von den Umtrieben der Helden darin, sondern von den Anreisen, Annäherungen und Fluchten in deren Hinterland. Mike Markart und Martin G. Wanko erzählen von der magischen Stadt „Triest“ aus einer steirischen Hinterlandperspektive heraus. Die konnotierten Träume zum schroffen „Triest“ bestehen aus Meer, Stadt, Nacht und Wind.

Mike Makart nähert sich Triest in fünf Erzählungen. Dabei ist die Stadt unverwechselbar erkennbar, aber die vorgeschalteten Erlebnisfilter machen den schwärmenden, vazierenden und flanierenden Ich-Helden zum Hauptthema.

Rebecca Gugger / Simon Röthlisberger, Der Wortschatz

andreas.markt-huter - 03.10.2024

rebecca gugger. der wortschatz„An einem milden Herbstmorgen war Oscar beim täglichen Löcherbuddeln. Da entdeckte er eine prächtige Holztruhe. Fabelhaft! Was könnte wohl in der alten Truhe verborgen sein? Zwei Tage später. Im Nu hatte Oscar die Truhe geöffnet. Ganz anders als erwartet lagen da bloß Wörter herum. Allerhand Wörter. Ein beachtliches Durcheinander.“

Oscar findet eine große Truhe vollgefüllt mit Wörtern. Ein wenig enttäuscht, weiß er nicht wirklich etwas damit anzufangen. Er holt das Wort „QUIETSCHGELB“ heraus und quetscht und zieht und dehnt es und wirft es dann gelangweilt fort. Aber bald schon stellt sich heraus, dass in den Wörtern mehr steckt, als er zunächst geahnt hat.

Christopher Clark, Frühling der Revolution

andreas.markt-huter - 02.10.2024

christopher clark, frühling der revolution„In ihrer Intensität und geographischen Reichweite waren die Revolutionen von 1848 einzigartig – zumindest in der europäischen Geschichte. Weder die Französische Revolution von 1789 noch die Revolution von 1830, weder die Pariser Kommune von 1871 noch die russischen Revolutionen von 1905 und 1917 lösten eine vergleichbare transkontinentale Lawine aus.“ (S. 9)

Der Historiker Christopher Clark setzt sich in seinem fulminanten umfangreichen Werk mit Vorgeschichte, Verlauf und den Auswirkungen der Revolution von 1848 auseinander, die trotz scheinbarer Erfolglosigkeit die Grundlagen für die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Veränderungen im späten 19. und 20. Jahrhundert gelegt hat.

Sabrina J. Kirschner, Die unlangweiligste Schule der Welt - Der Zauber-Kaugummi

andreas.markt-huter - 01.10.2024

sabrina j. kirschner, der zauberkaugummi„Ding, dang, dong! Es klingelt zur Pause. Maxe wacht auf. Er hat geschlummert wie ein Murmeltier. Andere Kinder schlafen noch. Ein Junge schnarcht laut. »Ab in die Pause«, sagt Frau Penne. Sie ist die Lehrerin. Maxe und Friede laufen auf den Schulhof. »Nicht rennen!«, ruft die Lehrerin.“ (S. 10-11)

Max und Frieda besuchen die langweiligste Schule der Welt. Schuld daran ist Schulleiter Schnittlich, der 777 Schulregeln eingeführt führt, in denen Süßigkeiten und selbst Lachen verboten werden. Nur gut, dass Inspektor Rumpus von der Behörde für Langeweile-Bekämpfung dagegen vorgeht.

Ilse Kilic, Das Schlaue vom Himmel

h.schoenauer - 30.09.2024

ilse kilic, das schlaue vom himmelVielleicht ist Literatur eine flüchtige Art von Materie, die sich manchmal um eine Lebensweisheit versammelt, die nach deren Verzehr wieder verschwindet.

Ilse Kilic ist mit ihrer blau-hörig machenden Fügung vom „Schalauen vom Himmel“ mit einer Versuchsunordnung unterwegs. Ihre Bücher sind eine Art Vorlesung für nicht planbare Überlegungen, die an einer Weiche aus einem Hauptstrang entspringen oder wie streunende Texte durch die Regale ziehen. „Weiche“ und „streunende Texte“ werden ermunternd im programmatischen Vorspann erklärt, der stracks in die Versuchsunordnung hineinführt.

Sam Kennedy u.a., Bauwerke der Menschheit

andreas.markt-huter - 28.09.2024

bauwerke der menschheit„Im Laufe der Geschichte haben Menschen auf der ganzen Welt viele außergewöhnliche Bauwerke errichtet. Dieses Buch erzählt die Geschichte von 18 dieser architektonischen Wunder auf fünf Kontinenten. Die Karte auf dieser Seite zeigt Bauwerke, die oft als die „Sieben Weltwunder“ bezeichnet werden.“ (S. 6)

Das Kindersachbuch „Bauwerke der Menschheit“ lädt seine jungen Leserinnen und Leser ein auf eine Reise durch eine Welt ausgewählter archetektonischer Glanzleistungen von der Antike bis in die Neuzeit, von Europa bis nach Asien, Afrika, Nord- und Südamerika.

Axel Karner, popanz

h.schoenauer - 27.09.2024

axel karner, popanzGedichtbände springen einen oft aus dem vollen Regal heraus an, wenn sie von der semantischen Schnellkraft eines einzigen Wortes getrieben jäh ihre Dynamik entfalten.

Axel Karner hält seinen Gedichtband unter dem Begriff „popanz“ vorerst in Zaum, ehe er dem Streusel-Spiel Mikado ähnlich seine Gedichte unvermittelt auswirft. Unter Popanz ist im sprachlichen Umgangsgebrauch ein aufgeblasener Typ gemeint, ein Schreckgespenst, die Kunst der Überschätzung oder die aufgeplusterte Meinung schlechthin. Der Popanz kann überall und jederzeit auftreten, im Alltag vor allem als Buhmann, Fake oder Drohkulisse.

Das Gilgamesch-Epos

andreas.markt-huter - 26.09.2024

das gilgameschepos„Der alles sah, bis an die Enden der Erde, / Der alles erfuhr, alles kennenlernte, / Der alle Geheimnisse durchschaute, / Die Decke der Weisheit, die alles, die alles verhüllt. / Verwahrtes sah er, Verdecktes enthüllte er, / Von der Zeit vor der Sturmflut brachte er Kunde.“ (S. 5)

Das erste große Epos der Weltliteratur erzählt die Geschichte rund um König Gilgamesch, den sagenhaften Herrscher der sumerischen Stadt Uruk in Mesopotamien. Es erzählt von seinen Heldentaten und seiner Suche nach dem ewigen Leben. Die fehlenden Teile des Originaltextes werden in der Übersetzung durch Punkte angedeutet. Größere ergänzende Textpassagen werden durch einen kursiv gesetzten Text kenntlich gemacht.

Bernhard Hüttenegger, Wer seinen Sohn liebt

h.schoenauer - 24.09.2024

bernhard hüttenegger, wer seinen sohn liebtDas schriftstellerische Werk gilt Meistern erst dann als abgerundet, wenn darin jene Kindheit erzählt ist, die zum Schreiben geführt hat.

Bernhard Hüttenegger hat all seine Schreib-, Erinnerungs- und Bildkraft aufgeboten, um aus der Erfahrung einer geglückten Berufswahl zu erzählen, welche stummen Leiden und sprachlosen Gesten dafür notwendig gewesen sind. Der geschäftigen Welt entrückt sitzt im Schlussbild der Sohn an einem norwegischen Fjord, und lässt seine Gedanken an der Kante zwischen Witterung und Wasser oszillieren. In einer versöhnlich-pädagogischen Coda ist ein Sohn zum Sohn geworden.

Lilli L'Arronge, Tonis Tag

andreas.markt-huter - 24.09.2024

lilli l'arronge, tonis tag„Es ist halb sieben Uhr morgens. Toni ist schon fertig angezogen. Lina findet aufstehen scheußlich. Oscar ist gerade erst ins Bett gegangen. Papa tippt noch mal auf den Wecker. Elias quatscht Mama voll. Oma macht sich schön. Es ist halb acht.“

Lilli L'Arronges Kinderbuch „Tonis Tag“ macht darauf aufmerksam, wieviel im Grunde an einem ganz gewöhnlichen Tag vom Aufstehen bis zum Einschlafen so alle passieren kann. Dabei trennen sich die Lebenswege einer Familie nach dem gemeinsamen Frühstück in die unterschiedlichsten Richtungen, um am Abend endlich wieder den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen.