Aktuelle Buchtipps

 

Heinz Janisch, Bleib noch eine Weile

andreas.markt-huter - 13.04.2024

heinz janisch, bleib noch eine weile„Eines Abends beschloss ich 77 Geschichten zu schreiben. Die Zahl gefiel mir einfach. So machte ich mich an die Arbeit. Ich wollte, dass kleine und große Riesen, Zauberer und Elfen, Katzen und Menschen darin vorkommen. Ich wollte, dass die Magie nicht zu kurz kommt.“ (S. 5)

In Heinz Janischs Kurzgeschichten stehen Dako, der kleinen Riese und Jonathan, der große Riese im Mittelpunkt, die gemeinsam mit Rem, dem schwarzen Kater, Will, dem Vogel, Colfoy, der Elfe und Doris, der Hundertjährige wundersame Alltagserlebnisse erfahren.

Rosa Pock, Ein Jahr im Leben einer Infantin

h.schoenauer - 12.04.2024

rosa pock, ein jahr im leben einer infantinEiner der geheimnisvollsten Adelstitel lautet Infantin. Damit ist ein anerkanntes weibliches Kind eines spanischen Herrscherhauses gemeint, das auf der Ersatzbank der Kindheit sitzt und auf den Einsatz wartet. Das kann lange dauern, wenn man nur an den aktuellen König von England denkt, der als Siebzigjähriger erst von seinem Infantentum erlöst wurde.

Rosa Pock lässt in ihrem „Jahr im Leben einer Infantin“ ein Tagebuch-Ich zu Wort kommen, das eine brauchbare Rolle sucht, um mit der Kunst, dem Schreiben, der Poesie und sich selbst versöhnt zu werden.

Caroline Ronnefeldt, Inspektor Mouse und der Gang in die Tiefe

andreas.markt-huter - 11.04.2024

caroline ronnefeldt, inspektor mouse„»Was geschieht, wenn das Geld nicht wieder auftaucht und alles, wirklich alles verloren ist?« »Schon weil der Gegner der Schwarze Ole ist«, erwiderte Mouse, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, »gedenke ich dieses Spiel zu gewinnen.« Unter diesem vorläufigen und in den meisten Köpfen noch lange nachhallenden Schlusswort beendete die Lichtregie des Zufalls ahnungsvoll die Beleuchtung des Helden. Draußen musste sich eine Wolke vor die Sonne geschoben haben, was möglicherweise nichts Gutes verhieß.“ (S. 61)

Der berühmte Inspektor Selwyn Mouse wird mit einem kniffligen Fall betraut, der ihn in die tiefste Unterwelt der Stadt Kratzburg führen wird. Sein großer Herausforderer ist niemand geringerer als Bakrus Ole Tyvson, besser bekannt als der Schwarze Ole, ein gefürchteter Schwerverbrecher, der einen unglaublichen Coup gelandet hat.

Rudolf Lasselsberger, Spur ins Ungewisse

h.schoenauer - 10.04.2024

rudolf lasselberger, spur ins ungewisseErst wenn sich jemand damit beschäftigt, wird aus der unbeachteten Materie eine Spur, aus der sich das Abenteuer der Entdeckung aufbäumt. Manche denken dabei auch an einen Spurschaden bei der Fahrzeuglenkung, andere begnügen sich mit der Formulierung, dass jemand „aus der Spur geraten sei“. In der Literatur ist alles, was jemand schreibt, eine Spur, die bei den Lesern „Spuren hinterlässt“.

Rudolf Lasselsberger nimmt für seinen Roman jene Spuren auf, die an seiner Existenz als Autor vorbeiführen, – sobald er diesen nachgeht, gelangt er ins Ungewisse. So wird oft das Geheimnis um einen selbst umso rätselhafter, je mehr man sich mit Herkunft, Ausblick und Sinn beschäftigt.

Katharina von der Gathen, Radieschen von unten

andreas.markt-huter - 09.04.2024

katharina von der gathen, radischen von untenDies ist ein Buch über das Sterben und den Tod. Ist Sterben schlimm? Kann es auch schön sein? Warum muss man überhaupt sterben? Was passiert dann? Und was ist, wenn meine liebsten Menschen sterben? Wäre es nicht viel toller, unsterblich zu sein? Niemand auf der Welt hat eine sichere Antwort auf solche Fragen. Menschen vor Hunderten und Tausenden von Jahren haben sie sich ganz genauso gestellt wie wir heute. Allein oder mit anderen darüber nachzudenken, kann etwas Licht ins Dunkel bringen. (S. 12)

Der Tod beschäftigt die Menschen schon seit frühesten Zeiten und in jungen Jahren und immer wieder drängen sich die Fragen auf, was mit den Menschen geschieht, wenn sie das Leben verlassen hat. Dabei richten sich diese Fragen auch immer indirekt an uns selbst und unsere eigene Vergänglichkeit, Fragen die auch Kinder in verschiedenen Entwicklungsstufen immer wieder neu stellen.

Wolfgang Hermann, Bildnis meiner Mutter

h.schoenauer - 08.04.2024

wolfgang hermann, bildnis meiner mutterMutter-Literatur ist längst als eigenständiges Genre ausgewiesen, in manchen niedrigschwelligen Buchhandlungen gibt es sogar eigene Mutter-Regale, wo die Bücher über Parade-Mütter ausgestellt sind.

Wolfgang Hermann nennt seine Erzählung „Bildnis meiner Mutter“ und er spielt dabei auf die Porträt-Galerie an, die unter diesem Bildnis-Emblem Meilensteine im Literatursalon ausgehängt hat. Von Peter Handkes „Wunschlosem Unglück“ bis zu Camus „Der Fremde“ mit dem legendären Eingangssatz, „heute ist Mutter gestorben. Oder vielleicht gestern, ich weiß es nicht“ fordert die Mutter jeden Erzähler aufs innigste heraus. Neben der Klärung der Mutterbeziehung ermöglichen diese Romane einen raffinierten Zugang zur jeweiligen Zeitgeschichte, zu den Leitbildern der darin ausgerollten Erziehungsmodelle, und schließlich taucht in Gestalt der Mutter etwas Mythologisches auf, wenn es um die Frage geht, wo kommen wir eigentlich her.

Yorick Goldewijk, Cato und die Dinge, die niemand sieht

andreas.markt-huter - 06.04.2024

yorik goldewijk, cato und die dinge, die niemand sieht„Cato war zwölf, als ihr Vater sagte, dass sie endlich erwachsen werden sollte. Weil er nur selten etwas zu ihr sagte, war das für sie etwas Besonderes. Schade nur, dass er sich ausgerechnet etwas so Unsinniges ausgesucht hatte. Cato war ein Kind und brauchte noch lange nicht erwachsen zu werden. Und auf keinen Fall wollte sie jemals auf die Art erwachsen werden, wie er es war.“ (S. 9)

Die zwölfjährige Cato hat ihre Mutter nie kennengelernt, weil diese bei ihrer Geburt gestorben ist. Sie leidet unter der Last, „schuld“ am Tod ihrer Mutter zu sein, aber auch darunter nichts von ihrer Mutter zu wissen. Ihren Vater erlebt sie meist als geistesabwesend, der nie ein Wort über ihrer Mutter verliert und außer einem Foto, das ihre schwangere Mutter in einem roten Sommerkleid zeigt, und ihr selbst gibt es nichts, das an sie erinnert.

Johannes Huber, Das Mann-Frau-Geheimnis

andreas.markt-huter - 05.04.2024

johannes huber, mann-frau-geheimnis„Dieses Buch handelt von Unterschieden zwischen Frauen und Männern, die dem Postulat der biologischen Gleichheit der Geschlechter unwiderlegbare naturwissenschaftliche Fakten entgegenhalten. Von Unterschieden, die den meisten Frauen, vor allem den Müttern, aber auch den meisten Männern intuitiv bewusst sind, die aber, wissenschaftlich herausgearbeitet, doch immer wieder Aha-Erlebnisse bewirken.“ (S. 7)

Johannes Huber setzt sich im Sachbuch „Das Mann-Frau-Geheimnis“ mit den zahlreichen evolutionären Unterschieden zwischen den Geschlechtern auseinander und zeigt dabei auf, in welchen Bereichen diese Unterschiede besonders zum Tragen kommen.

Oliver Jeffers, Da ist ein Gespenst im Haus

andreas.markt-huter - 04.04.2024

oliver jeffers, das ist ein gespenst im haus„Hallo. Komm doch bitte herein. Und willkommen! Ich hatte schon eine ganze Weile keinen Besuch mehr. Vielleicht kannst du mir helfen? Weißt du, ich habe gehört … dass hier Gespenster im Haus sind!“

Alles hereinspaziert und willkommen im Haus der Gespenster! Ein kleines Mädchen bewohnt ein elegantes im Jahr 1760 erbautes Herrenhaus mit prächtigen Fluren, edlen Stiegen und riesigen Zimmern mit alten Möbeln und offenen Kaminen. Doch sollen sich in dem Haus auch Gespenster verstecken.

Die Suche führt in den Dachboden, hinter die Schränke oder in den Kamin und selbst unter dem Bett versteckt sich kein Gespenst, obwohl sie zweimal kontrolliert.

Friedrich Hahn, Wie ich zum Willi wurde…

h.schoenauer - 03.04.2024

friedrich hahn, wie ich zu willi wurdeDer Literaturbetrieb ist auf Krawall gebürstet und auf Events, Preise und Präsentationen ausgerichtet. In literarischen Talkshows kommen Themen mit der Halbwertszeit einer Woche zur Sprache. Und auch die Verweildauer eines Buches in der öffentlichen Wahrnehmung geht selten über eine Woche hinaus. Aber was passiert eigentlich mit Autoren und Lesern, die keine öffentliche Resonanz erfahren, außer dass sie gegendert werden?

Friedrich Hahn schreibt tapfer Jahr für Jahr seine Romane, die letztlich das eine Thema haben: Wie gestalten unauffällige Helden ihr Leben, dass es aufregend erträglich bleibt? Vor der gleichen Frage stehen die Leser, die Jahr für Jahr die Romane des Friedrich Hahn mitlesen und sich dadurch Kraft holen für ihr eigenes Leben, das sie unauffällig erträglich angelegt haben.