Alice Roberts (Hrsg.), Die Anfänge der Menschheit
„Die Anatomie unserer Vorfahren verrät und viel über ihr Aussehen, lässt aber auch Rückschlüsse auf ihr Verhalten zu. Artefakte wie Werkzeuge, Malereien und andere Ausdrucksformen der Kunst geben uns Einblicke in die Kultur dieser Menschen.“ (32)
Die Anfänge der Menschheit lassen sich derzeit knapp 7 Millionen Jahre zurückverfolgen und sprechen in Form von Fossilien und Steinwerkzeugen eine mitunter beredte Sprache. Das mehr als 250 Seiten starke Sachbuch über die Anfänge der Menschheit besticht gleich zu Beginn durch sein üppiges Bildmaterial aus Fotos, Zeichnungen, vor allem aber durch die beeindruckenden Rekonstruktionen der Brüder Kennis. Ihnen gelingt es mit ihren lebensechten Abbildern unseren verwandten Vorfahren gleichsam ins Auge zu schauen.
Manche Namen erzeugen von sich aus einen sakralen Sound, manche Orte werden ungefragt zu einem Mythos, an dem sich eine ganze Nation aufrichtet oder zugrunde geht.
Immer wieder werden in der Literatur zeitgeschichtliche Epochen aus der Sicht eines Außenseiters erzählt, man denke nur an die berüchtigte Blechtrommel, wo im wahrsten Sinne des Wortes laut von unten erzählt wird.
Auszählreime sind oft die beste Struktur, um ein raffiniertes Menschenschicksal darzustellen.
Im Idealfall verläuft das Leben wie ein Roman und seine Bilanzierung nimmt es mit einer korrekten Buchhaltung auf.
Ein Buch, das nur einen Titel hat und keine Gattungsbezeichnung aufweist, scheint auf den ersten Blick ziemlich verloren, in Wirklichkeit aber macht es uns Leser zuerst verloren, ehe wir dann bei der Lektüre wieder Fassung kriegen.
Auf den ersten Blick ist es vielleicht verwunderlich, wenn ein Tatsachenbericht als das wahrscheinlich erschütterndste Buch empfunden wird, das in den letzten fünf Jahren in Tirol erschienen ist.
Einem Massiv lässt sich in der Geologie nur durch einen Tunnel begegnen, ähnlich geht es in der Erzählkunst zu: Wenn etwas zu hart ist für die oberflächliche Darstellung, muss man semantisch unten durch.
Die ersten Worte, die nach einem Unglück von den Überlebenden ausgestoßen werden, klingen für sich genommen immer sinnlos und wirken grotesk. Was erst sollen Überlebende sagen, die als Juden in Paris gerade den Krieg, die Nazis und die Vernichtung überlebt haben?
Wie kann man einen sozialen Sumpf erzählen, ohne dass man als Leser darin rettungslos verlorengeht? - Nanni Balestrini hat für seine Camorra-Geschichte die Methode der Atemlosigkeit gewählt.