Eva Kittelmann, Die Quadratur der Szenen
In der Schokoladenbranche gibt es einen Anbieter, der sein Produkt quadratisch anbietet. Unter Zuhilfenahme diverser Werbemaßnahmen ist es ihm angeblich gelungen, die Schokolade dermaßen zu formatieren, dass jedes einzelne Stück auf der Zunge quadratisch schmeckt.
Eva Kittelmann hat vor Jahren damit begonnen, ihr Werk quadratisch darzustellen und damit „abzurunden“. Ausgangspunkt für ihre Überlegung ist der schöne Satz von der Quadratur des Kreises, was als höchste Kunst diverser Denkrichtungen angesehen wird. Die Quadratur bei Eva Kittelmann schöpft aus einem lebenslang gespeisten Fundus diverser Texte, die für die Quadratur-Edition, geordnet nach Denk-Zugängen, neu zusammengestellt sind. Dabei entsteht das inzwischen viel zitierte Quadratformat, das sowohl im Regal als auch in der lesenden Hand unverwechselbare Harmonie verströmt, das Buch wird nach allen vier Seiten gleich offen oder rätselhaft, wie es eben die Quadratur des Buches ermöglicht.
In der analogen Welt hat man früher in der Grundschule mit dem Setzkasten gearbeitet. Dabei wurden dem Kind allerhand Buchstaben angeboten, aus denen es jene Wörter nachbauen konnte, die auf der Tafel standen.
„Wenn wir also Unterrichtssituationen wie auch Begegnungen im Alltag neu oder anders betrachten, können wir die verblüffende Wirkung neuer Denkmuster spüren. Zu solchen Resonanzerlebnissen will das vorliegende Buch mit anschaulichen Beispielen anregen.“ (S. 14)
Am Cover jagen acht Kampfjets einen Vogel, der aus dem Bild zu flüchten trachtet. Die blauen Flugkörper huschen über einen gelben Grund, und beides erinnert an die ukrainische Fahne, die stets an der Kriegsgrenze auf und ab getragen wird.
In der Schokoladenbranche gibt es einen Anbieter, der sein Produkt quadratisch anbietet. Unter Zuhilfenahme diverser Werbemaßnahmen ist es ihm angeblich gelungen, die Schokolade dermaßen zu formatieren, dass jedes einzelne Stück auf der Zunge quadratisch schmeckt.
Damit sich ein Staat gegenüber anderen Staaten legitimieren kann, braucht er neben Fahnen, Verfassung, Verteidigung und Währung auch den Nachweis, dass er lesen und schreiben kann. Ursprünglich mussten nur Kirchenleute und Kriegsherrn nachweisen, dass sie zumindest Urkunden lesen können, in demokratisch organisierten Gebilden ist es unumgänglich, dass es auch eine Literatur gibt, die aus dem Volk für das Volk gemacht wird.
„Wenn es etwas gibt, das uns als Zeitgenossen verbindet, dann ist es die fast feindlich gesonnene Abstinenz von allem, was nach Recht und Gesetz aussieht. Die Reste der res publica leiden an unter einer ubiquitären Rechtsphobie. Je mehr der Gesetze, desto weniger wollen wir davon wissen …“ (S. 7)
„Häufig existieren utopische und idealisierte Vorstellungen von Demokratie und überzogenen Erwartungen und Anforderungen bezüglich der Leistungsfähigkeit eines demokratischen Systems, die sich weit von der Realität entfernt haben und vor denen die alltägliche Praxis demokratischer Wirklichkeit unscheinbar, wenn nicht sogar abstoßend wirkt.“ (S. 12)
Nirgendwo weht der Wind so aufgekratzt wie an der Grenze zwischen Stadt und Land, zwischen Vorsteppe und Vorstadt. Menschen, die in diesem Aufmarschgebiet für windiges Wetter wohnen, erleben während eines Tages extreme Höhen und Tiefen ihres Lebens. Sollte jemand in dieser Gegend gar Schriftsteller sein, wird er täglich aufgerieben zwischen Sinn- und Schreibkrise.
„Gegenstand der Darstellung sind die vielfältigen Beziehungen zwischen der griechisch-römischen Antike und der deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Dieses Altertum galt als »klassisch«, weil seit dem Renaissance-Humanismus ihre als Einheit verstandene Kultur als normativ wahrgenommen wurde. Griechische und römische Autoren bildeten einen Kanon von auctores classici, die in den höheren Schulen gelesen und auf Grund ihrer sprachlichen, stilistischen und ästhetischen Qualitäten als mustergültig angesehen wurden.“ (S. 12)