Anita Pichler, Die Frauen aus Fanis
Die heftigste Literaturform ist das Fragment, die wesentlichen Geschichten lassen sich nur als Fragment erzählen, das Fragment ist vollkommen, weil es unvollendet ist.
Anita Pichler hat vor einem Vierteljahrhundert zusammen mit der Sagenforscherin Ulrike Kindl die Sagenwelt der Dolomiten erwandert und in dreizehn Erzählungen über archaische Frauengestalten versucht, die Sagenwelt in Bruchstücken zu vermessen. „Die Frauen aus Fanis“ sind seither der Inbegriff fragmentarischen Erzählens und immer wieder wird Anita Pichler selbst als eine Frau aus Fanis empfunden.
Ein Fächer verhüllt einerseits das Antlitz, gleichzeitig bewegt er es durch seine Zuckungen. Wenn er dann gar noch zu schaudern anfängt, liegt das entweder am Gesicht oder an der Welt, die er beide jeweils zu bewegen versucht.
Weltgeschichten sind die größten Globetrotter, sie kommen überall hin, nehmen überall das Wesentliche auf und bringen die besten Sachen zu Hause auf den Vorlese-Tisch.
Was für eine verheißungsvolle Erzählkonstellation! In einer Bar unter dem Wasser sind die Figuren offensichtlich ausgesetzt dem relaxenden Gefühl bei Getränken und dem Druck schwerer Geschichten, die auf ihnen lasten wie auf einem U-Boot.
Die einzige Methode, das Leben zu meistern, besteht darin, den jeweils aktuellen Tag hinzukriegen. Dutzende Ratgeber stehen mit ihren Tipps Schlange beim ratlosen Leser, scheitern aber meist, weil sie die Sache zu ernst nehmen.
Manche Institutionen entfalten erst dann ihre wahre Größe, wenn sie physisch devastiert und psychisch verdrängt sind.
Das Projekt die andere Geschichte geht in die zweite Runde. Sinn dieser Publikationen ist es, ein gemeinsames Auftreten unterschiedlichster Autorinnen zu dokumentieren.
Die Novelle ist eine Kunstform, die in einem unaufgeregten Ambiente oft kurzfristig für Aufregung sorgen kann.
Museen sind üblicherweise ein Ort der Anschauung mit beigefügtem Depot. Das Essl-Museum in Klosterneuburg startet immer wieder Versuche, durch die bloße Anwesenheit des Museums diverse Kunstgattungen zum Anspringen zu bringen.
Manchmal kann das Infrage-Stellen eines einzigen Satzes ein ganzes Weltbild zum Kippen bringen. Die Behauptung „Kein Schluss geht nicht“, geht auf eine Katzengeschichte Margret Rettichs zurück und bringt damit quasi die gängige Erzähl-Theorie auf den Punkt.