Wirtschaft | Soziales

Karl-Heinz Brodbeck, Die Herrschaft des Geldes

andreas.markt-huter - 14.02.2011

Buch-Cover

"Der Herrschaft Zauber aber ist das Geld; ich weiß mir Bessres nicht auf dieser Welt als Gift und Geld schrieb vor knapp 200 Jahren der deutsch-französischer Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso über die Macht des Geldes."

Während Chamisso das Geld aber noch als Mittel zum Zweck der Herrschenden verstand, entlarvt Karl-Heinz Brodbeck die totale Herrschaft des Geldes in der Gegenwart als grundlegende Wahrheit über den globalen Kapitalismus schlechthin.

Peter Zellmann, Die Zukunft der Arbeit

h.schoenauer - 28.09.2010

Buch-CoverDer Schwachpunkt jeglicher Wissenschaft, strahlt letztlich über jegliche Arbeit: Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen.

Peter Zellmann weiß um die Endlichkeit wissenschaftlichen Begehrens, und macht sich dennoch auf, um die Zukunft der Arbeit zumindest mit einem groben Raster einzufangen.

Evelyne Polt-Heinzl, Einstürzende Finanzwelten

h.schoenauer - 29.09.2009

Buch-CoverDie ganze Welt redet von Krise und einstürzenden Finanzwelten und tut so, als ob der Weltuntergang kurz bevorstünde. In der Literatur freilich ist das Chaos der Weltordnung ein normales Thema und auch Literatur über Finanzzusammenbrüche gibt es jede Menge.

Evelyne Polt-Heinzl stellt dem Welt-Gejammere handfeste Literatur gegenüber. In einem ersten Schritt erklärt sie, dass es oft eine beinahe literarische Aktion ist, aus einem Bilanzdesaster mit schönen Worten zu entfliehen.

Enno Stahl, Heimat & Weltall

h.schoenauer - 09.06.2009

Buch-CoverVermutlich gibt es kein größeres Gegensatzpaar als die Heimat rund um uns und das Weltall weit weg von uns. Enno Stahl siedelt seine zwei Zyklen einmal ganz nah und einmal ganz ferne an, aber da die Methode der Darstellung gleich ist, vermischen sich auch Nähe und Ferne.

Heimat und Weltall sind zwei Seiten einer Medaille, heißt es in der Einführung, es geht um das Projekt einer prosapoetischen Deterritorialisierung. (7)

Martin Suter, Das Bonus-Geheimnis

h.schoenauer - 02.03.2009

Buch-CoverKaum ein Wort wird mittlerweile so gehasst wie das Wort Bonus. Seit weltweit die Wirtschaftsdaten nach unten segeln, während die Managergehälter nach wie vor nach oben zischen, erweisen sich die Business-Geschichten von Martin Suter als die wahren Stücke einer Wirtschaftstheorie, die etwa lauten könnte: In der Wirtschaft sind lauter große Kinder am Werk, die Tag für Tag ein erbärmliches Spiel hinlegen.

In seinen neuesten Wirtschaftsskurrilitäten spart Martin Suter durchaus nicht mit literarischer Ironie. Wegen der allgemeinen Sparmaßnahmen müssen in Zukunft die Pointen der Geschichten eingespart werden (84), heißt es einmal als Erklärung dafür, warum manche Texte ohne Gelächter aufhören.

Maria E. Brunner, Indien Ein Geruch

h.schoenauer - 24.02.2009

Buch-Cover"Es ist der Geruch, der Indien ausmacht!" (34) Maria E. Brunner bringt in ihrer Prosa über Indien so gut wie alle Sinnesorgane in Stellung, Zitate aus Studien, Analysen authentischer Reisen, die Hinterseite von Prospekten werden genauso verwendet wie verdrehte Drehbücher aus Bollywood und Investitionskampagnen von Wirtschaftstreibenden.

Aber nichts kommt an das heran, was man in Indien riecht, ein Gemisch aus Kerosin, Kot, Räucherstäbchen und Fäkalien.

Oliver Tanzer / Markus Wolschlager, Alles wird gut

h.schoenauer - 27.01.2009

Buch-CoverIrgendwie erinnert der Titel an ein weinendes Kind, das sich gerade den Kopf angeschlagen hat, und dann kommen die aufgeschreckten Erwachsenen daher gerannt und sagen der Reihe nach, es wird alles wieder gut.

Oliver Tanzer beruhigt, indem er historische Parallelen zur wirtschaftlichen Gegenwart aufzeigt. Die französische Revolution ist wegen wirtschaftlicher Schweinereinen entstanden und hat schließlich den Adel aus seinen ideologischen Floskeln geworfen und weltweit die Tugenden Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ausgeschüttet.

Hans Platzgumer, Weiß

h.schoenauer - 13.10.2008

Buch-CoverWas passiert, wenn man aus dem gewöhnlichen Leben so heftig aussteigt, dass man nur noch weiß um sich "sieht"?

Hans Platzgumer schickt seinen Anti-Helden Sebastian Fehr ans Ende der Welt und versucht zu beschreiben, was in der extremsten Grenzsituation tatsächlich passiert. Frankfurt gilt als der Mittelpunkt der pragmatisch-faden, ökonomisch-unaufgeregten Welt, eine Bank ragt in die nächste hinein, ein durch-designtes Leben umarmt das nächste. Wer hier lebt und stirbt, hat letztlich nichts von der Welt mitbekommen.

Reinhard Kocznar, Harte Landung

h.schoenauer - 10.08.2008

Buch-CoverHilf dir selbst, sonst hilft dir Gott. So in etwa könnte die Grundbotschaft jener beiden Erzählungen lauten, die den Ich-Erzähler an jene Grenze gebracht haben, hinter welcher entweder das Jenseits oder die irdische Verstümmelung warten.

Reinhard Kocznar steckt teils autobiographische Erlebnisse einem Ich-Erzähler in den Holster, und die Erzählungen sind durchaus scharf geladen.

Karin Ivancsics, Anna hat zwei Tage

h.schoenauer - 08.07.2008

Buch-CoverMit dem Mutterglück ist es so eine Sache, knapp am Kitsch angesiedelt zieht dieser Begriff seine Heldinnen oft gnadenlos in die Tiefe, sobald sich diese auf das Mutterglück berufen.

Als gevifte Erzählerin schickt Karin Ivancsics ihre Protagonistinnen jeweils in eine Grenzsituation, dabei ist vielleicht der Status der Mutter insgesamt eine Grenzsituation.