Karl-Heinz Brodbeck, Die Herrschaft des Geldes

"Der Herrschaft Zauber aber ist das Geld; ich weiß mir Bessres nicht auf dieser Welt als Gift und Geld schrieb vor knapp 200 Jahren der deutsch-französischer Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso über die Macht des Geldes."
Während Chamisso das Geld aber noch als Mittel zum Zweck der Herrschenden verstand, entlarvt Karl-Heinz Brodbeck die totale Herrschaft des Geldes in der Gegenwart als grundlegende Wahrheit über den globalen Kapitalismus schlechthin.
Der Schwachpunkt jeglicher Wissenschaft, strahlt letztlich über jegliche Arbeit: Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen.
Die ganze Welt redet von Krise und einstürzenden Finanzwelten und tut so, als ob der Weltuntergang kurz bevorstünde. In der Literatur freilich ist das Chaos der Weltordnung ein normales Thema und auch Literatur über Finanzzusammenbrüche gibt es jede Menge.
Vermutlich gibt es kein größeres Gegensatzpaar als die Heimat rund um uns und das Weltall weit weg von uns. Enno Stahl siedelt seine zwei Zyklen einmal ganz nah und einmal ganz ferne an, aber da die Methode der Darstellung gleich ist, vermischen sich auch Nähe und Ferne.
Kaum ein Wort wird mittlerweile so gehasst wie das Wort Bonus. Seit weltweit die Wirtschaftsdaten nach unten segeln, während die Managergehälter nach wie vor nach oben zischen, erweisen sich die Business-Geschichten von Martin Suter als die wahren Stücke einer Wirtschaftstheorie, die etwa lauten könnte: In der Wirtschaft sind lauter große Kinder am Werk, die Tag für Tag ein erbärmliches Spiel hinlegen.
"Es ist der Geruch, der Indien ausmacht!" (34) Maria E. Brunner bringt in ihrer Prosa über Indien so gut wie alle Sinnesorgane in Stellung, Zitate aus Studien, Analysen authentischer Reisen, die Hinterseite von Prospekten werden genauso verwendet wie verdrehte Drehbücher aus Bollywood und Investitionskampagnen von Wirtschaftstreibenden.
Irgendwie erinnert der Titel an ein weinendes Kind, das sich gerade den Kopf angeschlagen hat, und dann kommen die aufgeschreckten Erwachsenen daher gerannt und sagen der Reihe nach, es wird alles wieder gut.
Was passiert, wenn man aus dem gewöhnlichen Leben so heftig aussteigt, dass man nur noch weiß um sich "sieht"?
Hilf dir selbst, sonst hilft dir Gott. So in etwa könnte die Grundbotschaft jener beiden Erzählungen lauten, die den Ich-Erzähler an jene Grenze gebracht haben, hinter welcher entweder das Jenseits oder die irdische Verstümmelung warten.
Mit dem Mutterglück ist es so eine Sache, knapp am Kitsch angesiedelt zieht dieser Begriff seine Heldinnen oft gnadenlos in die Tiefe, sobald sich diese auf das Mutterglück berufen.