Marie Lu , Skyhunter – A Silent Fall
„Die Ereignisse jener Nacht haben die Haare meiner Mutter schneeweiß werden lassen. Und ich habe damals meine Stimme verloren. Seither ist die Innenseite meiner Kehle voller Narben. Bis heute bin ich nicht sicher, ob ich ihretwegen nicht sprechen kann oder wegen des Traumas unserer Flucht, wegen dem, was die Föderation unserem Volk angetan hat. Vielleicht liegt es an beidem. Eines aber ist gewiss: Wenn ich den Mund aufmache, kommt nur Schweigen heraus. Inzwischen weiß ich diese Stille zu nutzen. Bei dem, was ich tue,
ist sie sogar überlebenswichtig.“ (S. 13)
Nach dem Untergang des „Ersten Volkes“ fällt die überlebende Gesellschaft auf eine technologisch tiefere Stufe. Der Region Karensa im Nordosten des Landes ist es gelungen sämtliche Regionen zu erobern und ihr Reich als Karensa-Föderation auszuweiten. Nur die kleine nordwestliche Region Mara mit ihrer Hauptstadt Newage gelingt es unabhängig zu bleiben und den ständigen Angriffen der Föderation zu widerstehen.
„Eine kleine pelzige Pfote presste sich auf Antons Mund und verschloss den Fluch hinter seinen Lippen. »Still«, raunzte Nepomuk ihm ins Ohr. »Oder willst du vom erstbesten Monster gefressen werden?« Widerwillig schob Anton die Pfote seines Freundes beiseite und sammelte sich blaue Fellflusen von der Zunge. »Vielleicht ist das besser, als von dem Monstergewächs aufgespießt zu werden, in dem wir hocken!«“ (S. 5)
„Der Biberbär Mister O'Lui war zufrieden. Er hatte schließlich alles, was er brauchte. Ein schönes Zuhause, ein Käsebrot mit Marmelade und seinen Kakaobecher. Gut gelaunt las er die Sonntagszeitung. Dort stand: Sind sie wirklich rundum glücklich? Mister O'Lui überlegte. Nun, Glücklich war ein ziemlich großes Wort. Er wog seinen Kopf hin und her und dachte nach.“
„Viele Jahre lang verlief das Leben im Haus vollkommen ereignislos. Dann kamen die Barbaren. Ausgerechnet Pietro erfuhr es als Erster, was eigentlich seltsam war, weil er zwar für das Haus arbeitete, jedoch nicht dort wohnte. Denn das Haus stand in der Stadt und gehörte dem Senator, der es mit seiner Familie und seinen engsten Vertrauten bewohnte. Pietro dagegen war nur der Schweinehirte.“ (S. 6)
„In einer Grube unter einem knorrigen Baum entdecke ich etwas Grünes, etwas Grotteliges. »Grotti verlaufen.« Kaum hatte es mich gesehen, da packte es mich und zwackte es mich und wollte einfach nicht mehr loslassen!“
„Was ist los mit diesem Tag? Der Tod windet sich durch ihn wie Stacheldraht – der Tod vom letzten Jahr und nun dieser. Fünfmal sollte man dasselbe Mädchen echt nicht sterben sehen. Vor mir liegt eine Leiche und ihre Augen sind geschlossen. Noch jedenfalls. Nur ein paar Stunden, dann wacht sie auf. Dann geht alles von vorne los, für uns. Es tut mir leid. Ich kauere, glätte ihr Haar. Bin ganz nah. Wach auf, Clara. Wir sind ein Team, du und ich.“ (S. 5)
„Hier in diesem alten Wald steht die Tanne Archibald. Die hatte nur den einen Traum: Sie wär so gern ein Weihnachtsbaum. Mit bunten Kugeln, vielen Kerzen, Perlenketten, Knusperherzen und obendrauf, da hätt sie gern, einen Weihnachtsfunkelstern.“
„Wenn müde Murmel schlafen gehen, dann sagen sie dem Tag Auf Wiedersehen. Sie kuscheln sich in Mamas Arm, wie ein Nest, beschützt und warm. Frag dein Kind, was heute besonders schön war.“
„In diesem Moment begann die morgendliche Durchsage. »Schon von der neuen E-Sport-AG hier an der Ironville Middle School gehört?«, fragte der Schülersprecher. »Was? Hast du E-Sport gesagt? Richtig gehört. Wir haben gerade acht brandneue, voll ausgestattete Providia X-Master Gaming-PCs bekommen. Nur dank Ms Peterson und Caleb Arnett. Wenn du also gern zockst und mehr wissen willst, komm zur Infoveranstaltung heute nach der Schule im Computerraum.«“ (S. 16)
„Zu Weihnachten bekommt Anna eine wunderschöne rote Häsin. Sofort verliebt sie sich in das kuschelige Stofftier. Da Anna ihre Häsin Lilly nicht überallhin mitnehmen kann, wünscht sie sich von Herzen, dass Lilly nicht mehr allein ist. Nachdem Anna eingeschlafen ist, schwebt ein roter Hase in einer Walfisch-Gondel über ihrem Bett.“