Andreas H. Schmachtl, Tilda Apfelkern. Es weihnachtet im Mäusehaus
„»Jetzt ist die schönste Zeit des Jahres da«, sang Tilda Apfelkern vergnügt vor sich hin. Denn Tatsächlich kann man in der Weihnachtszeit viele wirklich wunderbare Dinge tun! Plätzchen backen zum Beispiel. Gerade heut hatte die holunderblütenweiße Kirchenmaus ihre Freunde zum Backen eingeladen und deswegen alle Hände voll zu tun, die unzähligen Zutaten aus ihrer Vorratskammer zu suchen.“
Im Haus der Kirchenmaus Tilda Apfelkern ist die Weihnachtszeit angebrochen. Zeit um sich um die Weihnachtsbäckerei zu kümmern und dazu ihre Freunde einzuladen und alles für das fröhliche gemeinsame Backen der Kekse vorzubereiten.
„»Manchmal höre ich Mama in der Nacht weinen«, sagt er so leise, dass nur Delia ihn hören kann. »Mama klingt dann wie ein verlorener Geist. Ich glaube, das vergeht nicht so schnell. Wenn man so weint und wenn man so traurig ist, vergeht das vielleicht nie.« »Mama ist nicht traurig, Frankie, sie ist wütend und sie ist enttäuscht.« »Weil Papa weggegangen ist?« »Und weil er sich nie entschuldigt hat.« »Kein einziges Mal?« »Kein einziges Mal.« »Oje.«“ (S. 10)
„Was sind Gefühle? Gefühle helfen uns einzuordnen was wir erleben. So können wir entscheiden, was wir als Nächstes tun oder wie wir uns anderen gegenüber verhalten. Ist ein Gefühl stark, reagiert auch unser Körper heftig. Unsere Augen strahlen oder füllen sich mit Tränen. So können andere Menschen erkennen, wie es uns geht.“ (S. 8)
„Der Tempel des Verderbens ist seit Jahrhunderten verlassen, doch eine unausgesprochene Regel besagt, dass keiner die hochaufragende Pagode betreten darf. Denn den Legenden nach lauern finstere, furchtbare Dingen in ihren Tiefen – Kreaturen mit Reißzähnen, die aus dem Dunkel hervorstürzen und ahnungslose Sterbliche in eine albtraumhafte Unterwelt verschleppen.“ (S. 11)
„Die Riesenkäuze tauchten nicht auf. Und während alle anderen aufgeregt plapperten, warfen Snöfrid und Björn sich einen vielsagenden Blick zu. Zum ersten Mal fragte sich Snöfrid, wo die Riesenkäuze eigentlich herkamen, wenn er sie rief. Und plötzlich mischte sich der unverkennbare Hauch von Abenteuer in den Zirbenduft.“ (S. 27)
„In diesem Buch geht es um unmögliche und wundersame Ereignisse, die sich nie zugetragen haben, inmitten von unmöglichen und undenkbaren Ereignissen, die allesamt wahr sind.
„Ja, Sommerrode ist so wunderhübsch, so fabelhaft und perfekt, dass man es kaum aushalten kann. Aber jetzt ist die Hauptstraße von Sommerrode versperrt. Mitten auf der Lupinenallee türmt sich ein riesiger Berg Modder auf. Gekrönt mit einem dicken Haufen frischer Hundekacke. Der Matsch quillt schon rechts und links auf den Radweg. Und der Gestank kriecht durch die Schießscharten-Fenster der umliegenden Häuser. Wie das passieren konnte? Tja, das Ganze hat vor einer Woche begonnen, mit der Kletten-Keilerei. Und der Ameisen-Attacke. Und dann kam der Wettbewerb, bei dem ein Drache unbedingt den ersten Preis gewinnen wollte. Aber besser der Reihe nach.“ (S. 8 f)
„Eine Quest kann niemandem auf der Welt trauen – außer einer anderen Quest. Wenn also eine Quest, speziell Mama Quest, mir sagt, ich solle mich wie eine Fruchtschnur verbiegen und in ein winziges Schränkchen quetschen – nicht einmal einen Hund würde man in eine Transportbox dieser Größe stecken –, so vertraue ich natürlich darauf, dass sie einen guten Grund dafür hat. Oder dass zumindest die Sache, die ich stehlen soll, es wert ist. (S. 7)
„»Ich seh mal nach, ob ich Doktor Schleicher finde«, beschließt Malik wenig später. »Vielleicht kann er uns sagen, wie lange wir noch warten müssen.« Er geht zur Tür, drückt die Klinke herunter, stutzt, versucht es noch einmal, rüttelt und klatscht mit der flachen Hand gegen das Holz. »Das gibt’s doch nicht!«, ruft er entgeistert. »Was ist los?«, fragt Victoria. »Abgeschlossen.«“ (S. 11)
„Liebe ist was Großes! Sie ist wie Prickelbrausepulver im Mund und Schmetterlinge im Bauch und ein Feuerwerk aus Knallfunkelsternen, alles auf einmal. Sie ist so groß, dass mir schwindlig wird. Mir auch.“