S. J. King, Die Zeit-Agenten - Krawall unter Wikingern
„MinJun spähte auf seine Agentenuhr. Die Zeiger drehten sich ... rückwärts. Eine Mission der ZeitAgenten! Die ZeitAgenten waren ein Geheimclub. Seine Mitglieder reisten in die Vergangenheit, um die Geschichte auf Spur zu halten. Das war nicht einfach, weil dauernd ein Bösewicht namens Mora herumschlich und darin herumpfuschte. Ob Mora auch bei dieser Mission seine Finger im Spiel hatte?“ (S. 7 f)
Gerade als Min-Jun mit seinen beiden Freunden am Fluss ihr Modellsegelboot steuern bleiben seine Freunde plötzlich mitten im Lauf stehen. Mit einem Blick auf seine Agentenuhr, bemerkt er, dass sich Zeiger rückwärts drehen. Eine neue Mission für die Zeit-Agenten, steht bevor, einem Geheimklub, deren Mitglieder in die Vergangenheit reisen, um wichtige Korrekturen vorzunehmen.
„Sicher hast du schon einmal gehört, dass wir von Affen abstammen. Doch stimmt das wirklich? Und wie kamen die auf die Erde? Woher kommt überhaupt alles Leben her und warum können wir Menschen so viel, was andere Tiere nicht können? Es sind die großen Fragen des Lebens die uns in diesem Buch beschäftigen. Und es soll darum gehen, wie wir Menschen in der komplizierten Welt von heute zurechtkommen.“ (S. 8)
„Damit fing alles an – mit einem bloßen Geruch. Kennt jemand dieses Wort? Ich habe es von Akilah Jones gelernt. Akilah, Akilah, Akilah … Zum ersten Mal sah ich sie in Französisch in der Neunten. Sie konjugierte sich damals mit ihrem ersten unregelmäßigen Verb die Seele aus dem Leib und trug einen weichen gelben Pullover, als mir klar wurde, dass ich in sie verliebt war.“ (S. 13)
„In der Nacht, in der die Uhren zurückgestellt wurden, stieg Isaac Turner zu Big Ben hinauf, um seinem Vater dabei zuzuschauen, wie er die Zeit anhielt. Es gab dreihundertvierunddreißig Stufen im Inneren des Elizabeth Tower und als Isaac über das Geländer schaute, schien sich die Wendeltreppe unter ihm wie ein Teleskop in die Tiefe zu ziehen. Sofort wurde ihm schwindlig.“ (S. 9)
„Greta saß abseits, auf einem Stuhl neben dem Fenster. Niemand hatte sie auch nur eines Blickes gewürdigt. Vermutlich hatten die beiden Besucher ihre Anwesenheit nicht einmal bemerkt. So wie immer. Doktor Grimaldi nahm einen Schluck Cognac. »Also, meine Herren, wo wollen wir anfangen?« Der Bürgermeister lockerte den Knoten seiner dicken Seidenkrawatte. »Ich würde mit dem Dringlichsten beginnen: der Tatsache, dass ein Leben in Gefahr ist.«“ (S. 15)
„Zu der Zeit, da Harald Gilles Söhne in Norwegen herrschten, lebte in den Dörfern um den See Mjøsa eine Sippe, die von allen die »Steinfinnssöhne« genannt wurden. Ihnen gehörten achtzehn große Höfe, verteilt über die Kirchengemeinden der Gegend.“ (S. 7)
„Aus diesem Grund habe ich meine Erinnerungen an das Schrecklich niedergeschrieben. Nur wer wirklich dabei war, kann wahrhaftig über das Grauen berichten. Und ich war dabei. Für euch, die dritte und vierte Generation, ist der Holocaust bereits Geschichte oder nur mehr Legende. […] Doch ich bin mir sicher: Beim Lesen meiner Erinnerungen werdet ihr spüren – und wissen –, dass es sich beim Holocaust weder um eine Legende, noch um ein Hollywood-Drama handelt, sondern um eine Lektion, die zu verstehen von großer Bedeutung für die Zukunft ist.“ (S. 13)
„Josh wohnte im Bahnhof, wie die anderen Zeitungsjungen. Sie nannten sich die Waterloo Boys, nach dem großen Gebäude, das erst vor wenigen Jahren eröffnet wurde. Der Bahnhof war ihre Heimat. Hier verkauften sie den Reisenden Zeitungen für zwei Pence und hatten niemanden, außer sich selbst. Die meisten schliefen, wo immer sie gerade Platz fanden. Die Mutigen legten sich auf den breiten Eisenträgern der weiten Dachkonstruktion zur Ruhe. Bis sie vom schrillen Pfeifen des ersten Zuges geweckt wurden und sie in der Druckerei flussaufwärts die neuesten Ausgaben der »London Times« abholten.“ (S. 7)
„In der Kälte dampft der kleine, nackte Körper wie ein frisch gebackener Laib Brot. Rasch schlägt Mika das Tuch wieder um den Säugling. »Wie heißt du?«, bringt sie schließlich hervor. Der Junge erschaudert und sieht die Straße hinunter. Als er Mikas Blick erwidert, verzieht er den Mund zu einem ängstlichen Lächeln. »Der Dunkle Engel weiß, dass ich sie genommen habe.« Ehe Mika etwas erwidern kann, dreht sich der Junge um und eilt davon.“ (S. 8)
„Durch die Eisblume am Fenster fiel schwach das Mondlicht auf Eliot, der warm eingemummelt unter seinem Federbett lag und tief schlief. Hilarius Winterbird strich ihm vorsichtig eine widerspenstige Haarsträhne aus dem schmalen Gesicht. Noch deutete nichts darauf hin, dass dieser Tag ihr Leben für immer verändern würde – seines und das von Eliot Holtby.“ (S. 11)