Florian Fuchs, Auf den Spuren mythischer Tierwesen
„Alles beginnt mit einer unverhofften Idee. Ein Knistern. Einer Laune der Gedanken. Fabelwesen! Jeder hat schon mal von ihnen gehört, sei es in Geschichten, Büchern oder einem der zahlreichen Filme, in denen sie mitspielen. Doch was wäre, so frage ich mich, wenn sie mehr als das Resultat menschlicher Vorstellungskraft sind? Mehr als Feuer speiende Ungetüme oder schattenhaften Traumgestalten aus Mythen und Legenden? Wäre diese Möglichkeit es dann nicht wert, ihr nachzugehen?“ (S. 9)
Florian Fuchs entführt seine Leserinnen und Leser in die Welt der Mythologie und ganz speziell in die Welt der mythischen Tierwesen, wie sie in allen Teilen der Welt zu finden sind. Vom Lindwurm, dem Wolpertinger über dem Zerberus, dem Einhorn bis zum Quilin und dem Donnervogel führt die Reise rund um die Welt, von Europa und Afrika bis Asien und Amerika.
„»Was hat Opa für eine Krankheit?«, fragt Hans während der langen Fahrt. »Hat er einen Verband? Kann er laufen? Muss er eklige Medizin nehmen?« Mama sitzt am Lenkrad, sie schweigt und zieht die Nase hoch. Papa dreht sich zu Hans um und sagt: »Opa muss bestimmt Medizin nehmen. Weil Opas Herz gestottert hat.« Hans weiß nicht, wie das ist, wenn ein Herz stottert. Ein Herz kann ja nicht sprechen. »Hoffentlich wird alles wieder gut«, sagt Mama leise.“ (S. 4 f)
„Piet der Dachs, kann heute das Aufstehen gar nicht erwarten. Mit einem weiten Satz springt er aus dem Bett. Er streckt sich und reckt sich und eilt zum Tisch. Dort steht eine Schüssel mit köstlichen Beeren, die er am Vorabend zubereitet hat. Denn Piet möchte gleich am frühen Morgen losmarschieren.“
„Mein Blick fällt auf einen schmalen Jungen in Hosenträgern, der unten am Geländer lehnt. Die Hände tief in die Taschen seiner Kniebundhose geschoben, schaut er mich direkt an. Als sich unsere Blicke treffen, legt er den Kopf kaum merklich schief. Eine blonde Strähne rutscht unter seiner Schiebermütze hervor und fällt in sein Gesicht. Und dann lächelt er.“ (S. 12)
„In Nordeland war Harald ein Retter. Ein Befreier und Kämpfer für die Schwachen. Ich hatte seine guten Taten mit eigenen Augen gesehen. Ich verdankte ihm mein Leben, wie so viele andere, die ihm dienten. Doch er war weder Held noch Schurke. Nur ein Mensch, und die Entscheidungen eines Menschen sind nie völlig selbstlos, schon gar nicht die eines Menschen, der mit einem kleinen Jarlstum angefangen und sich den Weg zur Spitze als König erkämpft hatte.“ (S. 17)
„Einmal, da war ich schon in der ersten Klasse, habe ich auf der Straße etwas glitzern sehen. Ich bückte mich und hob es auf. Es war ein Ringlein. Ich trocknete es an meinem blauen Kleid ab und zog es über meinen Finger. Es war sehr schön, das Ringlein mit dem blauen Stein. Wie für mich gemacht, dachte ich, und es passte so wunderbar zu meinem blauen Kleid. Aber, dachte ich weiter, wem gehört es, wer hat das Ringlein verloren?“ (S. 11)
„Eines Tages fand ein Bärenjunge im Wald etwas, was er noch nie zuvor gesehen hatte. »Was ist das für ein merkwürdiges Ding?«, fragte er sich. Vorsichtig berührte er es mit seinen tapsigen Pfoten. »PLONK!« Das merkwürdige Ding machte ein schreckliches Geräusch.“
„Aus diesem Grund habe ich meine Erinnerungen an das Schrecklich niedergeschrieben. Nur wer wirklich dabei war, kann wahrhaftig über das Grauen berichten. Und ich war dabei. Für euch, die dritte und vierte Generation, ist der Holocaust bereits Geschichte oder nur mehr Legende. […] Doch ich bin mir sicher: Beim Lesen meiner Erinnerungen werdet ihr spüren – und wissen –, dass es sich beim Holocaust weder um eine Legende, noch um ein Hollywood-Drama handelt, sondern um eine Lektion, die zu verstehen von großer Bedeutung für die Zukunft ist.“ (S. 13)
„Josh wohnte im Bahnhof, wie die anderen Zeitungsjungen. Sie nannten sich die Waterloo Boys, nach dem großen Gebäude, das erst vor wenigen Jahren eröffnet wurde. Der Bahnhof war ihre Heimat. Hier verkauften sie den Reisenden Zeitungen für zwei Pence und hatten niemanden, außer sich selbst. Die meisten schliefen, wo immer sie gerade Platz fanden. Die Mutigen legten sich auf den breiten Eisenträgern der weiten Dachkonstruktion zur Ruhe. Bis sie vom schrillen Pfeifen des ersten Zuges geweckt wurden und sie in der Druckerei flussaufwärts die neuesten Ausgaben der »London Times« abholten.“ (S. 7)
„In dieser Zauberschule wirst du einiges über die Welt um uns herum und ihre Magie erfahren. Diese Magie gilt es zu entdecken. Als Zauberinnen und Zauberer interessieren uns Stoffe und ihre Umwandlung. […] Auf diesen Seiten findest du viele Anleitungen zu magischen Experimenten und die Erklärungen, was dabei jeweils genau abläuft.“ (S. 2)