Jörg Mühle, Warum heißt der Löwe Löwe?
„Warum heißt der Löwe Löwe? / Weil er durch die Steppe löwt. Und warum heißt das Pferd Pferd. / Weil es lieber pferd.
Witze und Sprachspiele setzen einen bewussten Umgang mit Sprache voraus, bieten gleichzeitig aber auch Übungen, um die feinen Nuancen der Kommunikation und der unterschiedlichen Sprachebenen besser und genauer kennen- und verstehen zu lernen.
„»Nimm das, elender Schurke!«, brüllte der riesenhafte Kerl und ließ das Schwert auf den Schild des anderen Ritters niedersausen. Doch sein Gegner, der wesentlich kleiner war, parierte den Hieb scheinbar mühelos. Er lachte sogar und rief: »Ist das alles, du Wurm? Wie schmeckt dir das?«“ (S. 9)
„Wenn man von früheren Ereignissen erzählt, erkennt man plötzlich Dinge, die man vorher nicht gesehen hat, findet manches wichtig, was man nur nebenbei wahrgenommen hat, oder man stellt fest, dass man sich grundlos aufgeregt oder geärgert hat, Überflüssiges gedacht und getan hat, und dass manches, was einem schrecklich vorkam, im Grunde nur banal war.“ (S. 9)
„Es waren einmal drei Ziegenböcke, die wurden die Böckchen-Bande genannt. Der Sommer stand vor der Tür und die Böckchen überlegten, wo sie Ferien machen wollen.“
„»Tom!« Keine Antwort. »Wo steckt der Junge denn schon wieder?«, Tante Polly spähte über die Gläser ihrer Brille hinweg. Dann stocherte sie mit einem Besenstil unter dem Bett herum.“ (S. 5)
„Irgendwo, ziemlich weit weg, gibt es ein kahles, aber schönes Land. Ein stilles Land, in dem man gut träumen kann. Träumen wie die steinalte Eule zum Beispiel. Seit fünf Tagen und Nächten schon saß sie träumen im dürren Baum. Oder wie Koko, der Bär mit der krummen Nase.“ (S. 9 – 11)
Das Verrückte an der Realität liegt darin, dass sie in ihren Sternstunden wie erfunden wirkt. In der Kunst geht es nun darum, diese Grenze zwischen Realität und Vision aufzuheben. So gesehen sind mehr Dinge Kunst, als wir auf den ersten Blick glauben wollen.
„Ich wohne in einem Volk. Ich mache Honig. Ich kann stechen. Ich bin eine …“
„»Ich bin in der Schule immer sehr fromm und habe mit Sicherheit ein großes Geschenk verdient«, sagt Beate zum Weihnachtsmann. »Ach ja?«, fragt dieser. »Ja. Denn immer, wenn ich eine Frage der Lehrerin beantworte, schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen und sagt ‚Mein Gott, mein Gott!‘«“ (S. 9)
„Als so viel Zeit vergangen war, dass wir gelassen auf die Ereignisse zurückblicken konnten, sprachen wir bisweilen über die Umstände, die zu dem Unfall geführt hatten. Ich behauptete die Ewells seien an allem schuld gewesen; aber Jem, vier Jahre älter als ich, meinte, es habe schon früher begonnen … nämlich in jenem Sommer, als Dill zu uns kam …“ (S. 2)