Elias Schneitter, Österreich Karl
Was der Herr Karl sagt, ist Österreich, und Österreich ist folglich Karl. Spätestens seit Helmut Qualtingers grandiosem Monolog "Der Herr Karl" aus dem Jahre 1961 lässt sich Österreich auf die Kurzformel Karl bringen.
Elias Schneitter nennt seine drei Erzählungen über wahnsinnige Österreicher schlicht Karl, denn obwohl die großen Adeligen oft Karl geheißen haben, ist dies der Name des kleinen Mannes, der durchaus zwischendurch etwas trinkt und dadurch allerhand von der Welt mitbekommt nach dem Motto: "Mir macht keiner mehr was vor."
Manchmal ziehen Maler in lichte Gefilde, um den Pinseln endlich jene Leuchtkraft zuzumuten, von der sie zu Hause nicht zu träumen wagen.
Wem gehörst denn du? fragt gleich zu Beginn ein lyrischer Geist, so wie in alten Filmen der Tourist das in Tirol am Zaun aufgestellte Mädchen fragt. - Ja wem gehören diese Gedichte und wo gehören sie hin?
Tage und Jahre, einmal in Fluss geraten, laufen unauffällig ihrem Ende entgegen, oder im Kreis, oder vor das Blickfeld eines Beobachters.
Langsam wird es ernst mit dem Presse-Hype Europäische Kulturhauptstadt, 2009 soll Linz in diesen süßen Öffentlichkeits-Apfel beißen.
In den USA gilt Jack Unterweger in "sozialen" Gegenden als der berühmteste Österreicher und rangiert damit noch vor Arnold Schwarzenegger.
Bei Revolutionären und sonstigen politischen Vorpresch-Aktivisten ist die schlimmste Zeit der Winter. Als "Überwintern der Revolutionäre" wird süffisant jener Zustand bezeichnet, in dem die Akteure auf sich selbst gestellt ein unscheinbares Leben führen müssen.
Eigentlich ist der Krieg schon aus und alles ist gelaufen. Aber genau so verrückt einfach, wie eine Kriegsmaschinerie gestartet wird, so verrückt schwer ist es, diese wieder zu stoppen.
Was machen österreichische Schriftsteller, wenn sie nicht gerade dichten? - Sie fahren tagelang von einem Lesungsort zum andern und ziehen jeden Abend über ihre Kolleginnen und Kollegen her.
Wer in der Wühlkiste seiner Familie zu graben beginnt, dessen Ergebnisse münden oft in einer dicken Saga-Schwarte. So sind Thomas Manns Buddenbrooks etwa gleich dick wie Walter Kliers Leutnant Pepi.