Friedrich Orter, Himmelfahrten Höllentrips
Der Titel dieser Reportagen-Sammlung ist treffend gewählt, in Krisengebieten sind die Berichterstatter mit einem Bein im Jenseits, während sie mit dem anderen in der Hölle des Krisenherdes stehen.
Entweder man schreibt eine Geschichte oder man wird selbst zur Geschichte, lautet so ein zynisches Sprichwort der Krisenreporter.
Das ist ein tolles Lebensprogramm: abtauchen und knapp unter der Wasseroberfläche in die Freiheit schnorcheln!
Ein ziemlich gut gekleideter Typ versucht in München vom Odeonsplatz über die Fußgängerzone zu seiner Firma zu kommen, dabei wird er mehrmals angepöbelt und bedroht, er muss ordentlich Maut zahlen und am Schluss brennt ihm noch eine Lady mit der Zigarette ein Loch in den wertvollen Anzug.
Wahnsinnige Literatur darf vor allem eines: Tabus brechen und im Reich der politischen Unkorrektheit herumwandern.
Im Werk von Leander Kaiser treffen der reine Geist und die klare Anschauung aufeinander. Das hat damit zu tun, dass Leander Kaiser eine positiv aufgespaltene Person ist, zum einen ist er Maler, der bei Max Weiler studiert hat, zum anderen Philosoph.
Die Kinderbuchautorin Cornelia Franz erzählt "alles, aber auch wirklich alles über Seeräuber und Seeräuberinnen', und legt ein Buch vor, das sich hervorragend als Klassenlektüre für die 3. Schulstufe eignet.
Herzensverdruss löst eine recht melancholische Stimmung aus und ist ein Mittelding zwischen Weltverdruss und Herzinfarkt.
Manchmal genügt eine Wortinsel, um einen ganzen Lebenslauf zu dokumentieren. Windeln im Wind ist so eine lyrische Fügung, die sofort heftige Bilder evoziert.
Unter Morgenbetrachtung stellt man sich landläufig ein paar besinnliche Sätze vor, die philosophisch einwandfrei vorgetragen ein Tagespublikum beim Aufstehen erheitern sollen.
Nomen est Omen. Wenn der Held einmal Mürrig heißt, ist vermutlich kein glatter Lebenslauf zu erwarten, zumal die Karriere mit dem Ende beginnt: Karl Georg Mürrig wird im Garten der Psychiatrie tot aufgefunden.