Ute Wegmann, Weit weg nach Hause
Luisa ist fast zwölf Jahre alt, hat rote Locken und besucht das Gymnasium. Auf den ersten Blick scheinen Luisas Probleme typische Erscheinungen der beginnenden Pubertät zu sein - würde so mancher Erwachsene denken. Und alles wird sich mit der Zeit von selbst legen.
Doch Luisa ist nicht erwachsen, fühlt sich allein und unverstanden - und ihre Probleme lösen sich auch nicht in Luft auf, sondern führen zu einem dramatischen Fluchtversuch.
Skurriler geht es kaum! Keine Gattung wird von Kurt Bracharz in Ruhe gelassen, und aufgeschreckt in ihrer Gattungsschatulle fangen die Texte wie von selbst zu toben an.
In guten Verwandtschaften gibt es zwischen den Mitgliedern meist eine Höflichkeitslücke, in welche jene Geschichten eingepflanzt sind, über die man nicht spricht.
Moderne Vampire saugen leise und weiblich! - Draculina bringt endlich die Gender-Diskussion auch auf dem Horror-Sektor weiter.
Wer hat sich nicht schon einmal so einen Abgang von seinem Büro gewünscht: Man lege ein kleines Feuerchen, gehe nicht zu schnell aus dem Haus, tauche in den Plan B ein und beobachte aus der Ferne, wie die ehemalige Dienststelle abbrennt.
Oft sind die schönsten Titel schon weg. Obwohl es für einen Gedichtband nichts Passenderes gibt als "wohin und zurück", sollte man sich gerade bei Gedichten immer wieder erkundigen, wohin es mit der Assoziation gehen kann, in diesem Falle stracks zu Axel Cortis wunderbarem Film "Wohin und zurück".
Das Leben ist letztlich wie verschüttete Milch, man kann es nicht mehr rückgängig machen. Herman jedoch, ein Künstler aus Fiktion und Blut, verschüttet tatsächlich sein Leben, indem er vom dritten Stock in die Tiefe springt, Farbtuben in den Händen.
Mördergeschichten sind Erzählungen von und mit Mördern im wahrsten Sinne des Wortes.
Selbst die größte Ordnung kann durch eine kleine Begebenheit mitten entzwei brechen. Otto Grünmandl bittet im ersten Kapitel seinen Buchhalter Pizarrini vor den Vorhang.
Die Schweizer Literatur gilt oft als der Inbegriff von Genauigkeit im Umgang mit Kleinodien. Während es in der Cinemascope-Literatur oft um die große Liebe geht, handelt die Schweizer Poesie oft von der "kleinen Liebe".