Joey Goebel, Freaks
In so genannten Band-Romanen driften Musikbands halb im Öl, halb auf einer Soundwolke durch die meist triste Realität einer unmusikalischen Welt. Die Musikwelt tickt dabei nach völlig anderen Gesetzen, als die so genannte normale Welt, und die Kluft zwischen diesen Welten kann nur durch saftige Rauschmittel oder himmlisch gegriffene Riffs auf den Instrumenten überwunden werden.
Die Freaks sind eine Musikband, die vor allem in zwei Posen auftreten: als Provinz und als Entstellung. Die Typologie der Bandmitglieder liest sich wie ein Who ist who des gesellschaftlichen Randes.
Die höchste Erotik tritt dann auf, wenn Alltagsmenschen plötzlich den Gestus von Filmfiguren überstreifen und in Wort und Bewegung zu Heldinnen und Helden der Leinwand mutieren.
Wer in Tirol jemandem die Frage stellt: Was haben Tiroler und Inder gemeinsam?, könnte seit kurzem die Antwort erhalten: Ein Kamasutra! Der Autor Helmuth Schönauer hat sich gemeinsam mit dem Zeichner Bertram Haid auf die Suche nach den Stellungen der Tiroler begeben, nach dem Motto: Sag mir deine Stellung und ich sag dir wer du bist!
Vielleicht ergibt das wirklich das poetischste Dreieck, das sich ausdenken lässt, wenn ein Maler, ein Bildhauer und ein Mautner zur gleichen Zeit auf einem Fleck zusammenkommen.
Der Fachausdruck „digitally remastered“ führt bei Fans immer zu voll gespeicheltem Mund und feuchten Augen, bedeutet er doch in der Musikszene, dass längst verschollene Musikstücke, die sich nur noch als gerumpeltes Geräusch abspielen lassen, plötzlich in hoher Qualität und völliger Frische wieder zugänglich sind.
Was der Schäferroman für das Barock ist, ist der Kriminalroman für die Gegenwart. In beiden Fällen soll nach vorgegebenen Erzählritualen atemlose Spannung zeitgemäß aus den Seiten knistern.
Manchen Texten kennt man das pfiffig-geniale quasi in jedem Satz an, je gewöhnlicher oft die Themenwahl ausfällt, umso aufregender werden diese Konzeptionen.
Unter einem saftigen Schäferroman versteht man etwas lieblich Schönes, die Figuren zeigen mit den Fingern aufeinander und machen dabei stille Erotik, die Landschaft ist fruchtig, Schönwetter ist angesagt und als Leser erlebt man Seitenweise Happyness.
„Dschi-pi-two“ und „Bi-sixteen“, was nach zwei erfolgreichen Bands klingt, sind die poetisch besungenen Abkürzungen der beiden letzten Päpste. Während Johannes Paul der Zweite gerade vor den Augen der Presse mühselig literarisch aufgepäppelt stirbt, macht sich das Lyrische Ich auf nach Rom, um ein Stipendium abzuarbeiten. Als dann Benedikt der Sechzehnte vom Balkon winkt, ist die literarische Mission in Rom abgeschlossen.