Till Mairhofer, Caro und Karoline
Caro und Karoline heißt der jüngste Band aus der Reihe Gorilla, herausgegeben vom Österreichischen Buchklub der Jugend. Der Autor Till Mairhofer schildert darin in eindrucksvoll realistischen Bildern eine nicht immer leichte Mutter-Tochter-Beziehung.
Karoline, die Mutter, ist allein erziehend und hat alle Hände voll zu tun, über die Runden zu kommen. Da bleibt manchmal zu wenig Zeit, sich um die 14-jährige Caro zu kümmern. Sie selbst erwartet sich schließlich auch noch etwas vom Leben.
Zwischen Italien und Österreich gibt es literarisch gesehen einen Riß, in dem die Südtiroler sitzen. Beide Literaturen lassen einander vermutlich deshalb in Ruhe, weil jede von der anderen annimmt, dass die Südtiroler den Kontakt herstellen werden.
Kann ein unspektakulärer Mensch eine spektakuläre Biographie haben? Wolfgang Raffeiner zeigt mit seinen Mitschriften zum eigenen Leben, dass das so genannte einfache Leben durchaus aufregend sein kann.
In der Literatur gibt es auch diese familiären Grundkonstellationen, die ständig zitiert und auf die jeweils aktuelle Generation herunter gebrochen werden.
Klaus Händl zieht sich beim Schreiben immer die Umkehrmütze über den Kopf und wird zum Händl Klaus. Das macht Buchhändler und Bibliothekare ziemlich verrückt, weil plötzlich Vor- und Nachname und jegliche Ordnung überhaupt nicht mehr stimmen. Und noch eine zweite Besonderheit zeichnet Händl Klaus aus. Seine Stücke lassen sich auch als Buch mit großem Abenteuergewinn lesen.
Fahndungsfotos sind dann am wirkungsvollsten, wenn darauf nur die gröbsten Details scharf zu sehen sind und alles andere dem Fahnder überlassen bleibt.
Wo ist die toteste Gegend einer Stadt? – Meistens dort, wo nicht einmal mehr Einheimische wissen, wie die Straßenzüge heißen.
„Ich werde, wenn’s hoch geht, noch zwanzig Jahre lang klettern gehen können. In jedem Jahr gibt es vielleicht zehn solcher Klettersonntage wie den verpatzten gestrigen. Zehn mal zwanzig sind zweihundert. Was sind zweihundert schöne Sonntage? Nichts, ein Wischer übers Gesicht. Ein Glück, dass ich in Innsbruck zur Welt gekommen bin, wo die Berge vom Stadtrand emporwachsen, oder besser – die letzten Häuser schon droben auf den Bergen stehen.“ (25)
Vollrausch ist immer ein guter Start, da werden die Spielregeln gleich einmal gebrochen, ehe sie noch aufgestellt sind.
Ein Jubiläumsjahr ist für einen längst verstorbenen Dichter immer so etwas wie für einen Hundertjährigen ein Gesundencheck. Wenn es ein Dichter einmal geschafft hat, in den offiziellen Literaturkanon einzugehen, ist er quasi gesund, und die kleinen Wehwehchen nimmt man mit Schmunzeln zur Kenntnis.