Harald Gsaller, Schakolatta / Winterschlaf
Ein echter Doppelroman ist naturgemäß heftig aneinender gekoppelt wie eine Doppelgarnitur im Eisenbahnwesen, fahren doch beide Teile mit dem Leser die gleiche Strecke ab.
Schakolatta ist ein wonniglich verballhorntes Schokoladewort, das nach Belohnung und Glück klingt, und den Winterschlaf wünschen sich alle Berufsgruppen als Inbegriff von Wellness. Nach etwas Schokolade gibt es den lang ersehnten Winterschlaf, könnte man die beiden Romane zusammenfassen.
Vielleicht ist Amerika bloß ein Stück gesellschaftlicher Steppe und der Sinn des Lebens besteht darin, mit Pferden gut auszukommen und zu überleben.
In manchen Gegenden des Gebirgslandes Tirol gilt der Seemannsgruß „Ahoi“ als Seufzer der Anerkennung und des fröhlichen Hoppalas. Wenn sich zwei Gebirgler unerwartet treffen, fassen sie ihre lyrischen Spontaneindrücke von der Welt durchaus mit der Fügung „oha“ oder „ahoi“ zusammen.
Bücher, die eine konkrete Frage stellen und diese stracks beantworten, haben immer etwas Faszinierendes an sich.
Die markanteste These vorweg: Obwohl das SOS-Kinderdorf in der Praxis von Frauen aufgebaut worden ist, dreht sich letztlich alles um einen Männermythos, den Übervater Hermann Gmeiner.
Jeder Roman hat ja einen höheren Sinn, vielleicht ist der Sinn der „algerischen Verblendung folgender: Albert Camus wollte einst mit dem „Fremden“ einen grellen Algerienroman der Kolonialzeit schreiben.
Im Fußball ist das Nachspiel jenes Fünfminutengeschenk, das der Schiedsrichter den Mannschaften und dem Publikum als Ersatz für vertrödeltes Spiel macht. In der Erziehung ist das Nachspiel eine Drohung: Das wird noch ein Nachspiel haben! Im Sex hingegen kommt das Nachspiel nur sehr selten vor und tritt als Mischung von schlechtem Gewissen und vertrödelten Chancen zutage.
Routinierte Einheimische erkennt man meist daran, dass sie sich mit einem einzigen verbalen Hammer die Welt erschließen. Was sich mit diesem Einheitstool nicht aufmachen lässt, hat eben Pech gehabt, es bleibt außerhalb der Wahrnehmung dieses Users.
Eine Stadt, die üblicherweise als purer Verkehrsknoten, Flughafen oder schizophrenes Sozialgewebe zwischen Sport, Kultur und Universität wahrgenommen wird, mit "Gesängen" zu behängen, ist ein nicht alltäglicher Vorgang.