Thomas Ballhausen, Die Unversöhnten
"Die beste Lösung scheint mir nun die Auflösung, das absolute Aufgehen im Zustand der Löschung." (74)
In Thomas Ballhausens Erzählung kämpfen diverse Heroen, Zeitgeister und Mythen um die Weltherrschaft des Gedächtnisses. Unversöhnt sind sie alle, die griechischen Halbgötter mit der irdischen Gegenwart, die Philosophie des Kopfes mit den Lebensbedingungen moderner Städte, die Karriereplanung Intellektueller mit dem trivialen Abschaum des Alltagsgeschäftes eines Auftragskillers.

Morgengesichter knapp am Leichenschauhaus vorbei, blasse, zerzauste, von Fehlfarben durchzogene Gesichter, zwischendrin Augenpaare, die es vielleicht schaffen könnten. 

Ein aufregendes Leben beginnt üblicherweise mit einer Sturzgeburt, während die Mutter seufzt.
Einbruch ist so ungefähr das aufregendste Wort, das in der Literatur auftauchen kann. Da gibt es den Klassiker im Krimibereich, wo einfach ein Einbruch geschieht, im Sport erleiden Helden oft knapp vor dem Ziel ihren totalen Einbruch und auch der psychische Einbruch ist nicht ohne.
Was passiert, wenn unsere Illusionen Wirklichkeit werden? – Führen sanfte Illusionen nicht zwangsläufig zu einer harten Landung?
Angenommen wir hätten nur die Kunst der archaischen Höhlenzeichnung zur Verfügung, könnten wir dann unsere scheinbar so komplexe Welt darstellen?
Was ist das für ein seltsamer Kauz, der auf die Idee kommt, die Schule als Gesamt-Kulturwerk zu loben? Joachim Bauer ist in erster Linie Psychotherapeut und beschäftigt sich meist mit der simplen Frage, wie so ein Gehirn tickt, dass darunter ein Mensch leben kann.