Wolfgang K. H. Praxmarer, Steinlechners Leute - Endstation March
Manchmal wird ein Kommissar dadurch ungewöhnlich, dass er einen Blick auf die Realität wirft. Walter Steinlechner ist ein so genannter aktiver Kommissar, ihm wird das Verbrechen nicht süffisant zugetragen, sondern er muss diesem von sich aus nachspüren. Noch dazu ist er in Wien Beamter zur internationalen Bekämpfung organisierten Verbrechens. Da heißt es, den Beamtenarsch täglich zweimal in die Höhe zu lüpfen, einmal international und einmal national.
Am Grenzfluss March finden zwei wie üblich verstörte Präsenzdiener des Bundesheers statt der Schlepper ertrunkene Flüchtlinge. Bald rennt die österreichische Aufklärungsmaschinerie auf vollen Touren, dabei fällt auf, dass ein Flüchtling auf völlig ungewöhnliche Weise umgekommen ist.

Mit den Namen hat es überhaupt so manche Bewandtnis. In der Musikszene wird oft nicht die Musik verändert sondern der Namen der Künstler. So erlebt das Publikum altbewährte Musik unter stets neuen Namen.
Jede Tour ist so gut wie ihre Vorbereitung. Neben technischen Handgriffen am Gerät, Essen und Trinken des Körpers und der obligaten Grundkondition des Bikers stellt sich immer die recht triviale Frage: - wohin?
Je verunsicherter ein Land die eigene Identität überstreift, um so heftiger klammert es sich an Heroen und wenn es Strohhalme sind.
Wenn in der Literatur etwas schier unerträglich schön ist, spricht man von einem Locus amoenus. Alfred Komarek hat den Lokus-Roman als Literaturgattung erfunden. In diesen Romanen tauchen die Helden in einer schönen Gegend auf und arbeiten sich durch den Fremdenverkehrsprospekt.
Folgen hat dabei mindestens drei Bedeutungen: Einmal ist es das pädagogische Gehorchen, das in jeder Kindheit steckt. Dann sind sicher im Sinne des Fortsetzungsromans die einzelnen Abschnitte gemeint, die sich zu einer Abfolge als Leben zusammenschließen. Und schließlich geht es um die Idee der Konsequenz, alles, was wir tun, ist die Folge von etwas Vorausgegangenem.
Die Biographie ist gewissermaßen die Aktzeichnung der erotischen Genauigkeit. Walter Kliers konspirative Kindheit funkt und knistert daher ordentlich in der Tiroler Zeitgeschichte herum, denn das so genannte eigene Schicksal des erzählenden Ichs ist nur ein besonders erotischer Akt, der über den ganzen Ungereimtheiten des Landes herumliegt.
Vincent ist ein skurill-höhnischer Künstlerroman, der mit allen Kunstbetrieben der Gegenwart ziemlich unrund ums Eck fährt.
Endlich eine Bibliotheks-Bibel, mit der man auch ordentlich vereidigt werden kann! Der erste Eindruck der Österreichischen Systematik für öffentliche Bibliotheken (ÖSOB) ist staatstragend und gewaltig.