Margit Kröll, Katharina
Manchmal geht ein Ruck durchs Land und es passiert etwas Aufregendes, aus einer heftigen Leserin ist eine leidenschaftliche Autorin geworden.
Margit Kröll liest seit „immer“ und schreibt seit ihrem zehnten Lebensjahr, dreizehn Jugendromane sind bisher entstanden, nach ihrem ersten publizierten Roman „Johanna …wie alles begann“ gibt es nun den zweiten, der von Katharina handelt.
Ah, was für ein Titel! Nicht bloß eine Schlacht wird in diesem Krimi geschlagen, sondern wie in der Geschichte des Tiroler Freiheitskampfes ein ganzes Bündel!
Taugenichtsin ist eine schelmische Berufsbezeichnung für eine arbeitslose Frau, die aber der Gesellschaft nicht die Zunge zeigt sondern ein nettes Gesicht macht, wenn „Pfoti geben“ angesagt ist.
Eigentlich bietet dieses Leben Stoff für mindestens drei Schriftstellerleben. Irgendwann, als der autobiographische Erzähler schon fest in der Literatur verankert ist, schütteln die Leser den Kopf, dass es so ein Schicksal nicht nur in der Literatur sondern in "Echt" gibt.
Schon vom Cover glänzen die Bausteine für diese wunderbare Schöpfungsgeschichte herunter. Man nehme viel Sonne, ein Dreieck für Bauch und Brust, einen möglichst kugelrunden Kopf und ein paar Streifen für die Gliedmaßen. Fertig ist die Person.
Bei Kochbüchern ist es so wie mit den Büchern überhaupt, natürlich steht meist etwas Gutes drin, aber bemerkenswert ist das Drumherum.
Österreich und der Weltraum, ein steirischer Strohsack als Inhaber eines Weltkonzerns, österreichische Schwerelosigkeit allenthalben - Martin Amanshauser hat ein verrücktes Szenario gestaltet, wie Österreich tatsächlich im Weltraum verankert ist.
Die ferne Geliebte, ferngesprochen, Fernziel, im fernen Chile, das nahe Ende ? diese Begriffskonstellationen ziehen quasi automatisch einen Aphorismus nach sich. Ein guter Aphorismus nämlich deutet auf etwas hin, ohne es direkt auszusprechen. So gesehen sind Nähe und Ferne, Annäherung und Entfernung die besten Anlasswörter für einen Aphorismus.
Der Buchtitel sagt es ja schon messerscharf, worum es geht. Die Zeit lässt sich nicht zähmen, gebärdet sich wie wild, sticht wie ein Messer gleichmäßig auf Beteiligte und Unbeteiligte ein und lässt sich nur vom Rand der Anteilnahme aus in Verwundungen und Einstichen messen.
Aus manchen Romanen erfährt man als Leser die Hauptbotschaft direkt aus dem Text, aus anderen wiederum aus der Begleitmusik, die diesem Text untergelegt ist.