Aktuelle Buchtipps

 

Christian Meier, Die politische Kunst der griechischen Tragödie

andreas.markt-huter - 10.02.2023

christian meier, die politische kunst der griechischen tragödie„Die griechischen Tragödien waren für die attischen Bürger bestimmt. Nicht für ein spezielles Theaterpublikum, sondern für die ganze Bürgerschaft der mächtigsten Stadt jener Welt. […] Es ist unbestreitbar, dass die attische Bürgerschaft im fünften Jahrhundert von ganz außerordentlicher Beschaffenheit war und sich in einer ganz außergewöhnlichen Lage befand. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte war es dazu gekommen, daß die breiten Schichten der Bürgerschaft regelmäßige, kräftige Mitsprache und schließlich den entscheidenden Anteil an der Politik erlangten.“ (S. 7)

Christian Meier geht in seiner historischen Monographie der Entstehung und Festigung der ersten Demokratie der Weltgeschichte in Athen im 5. Jahrhundert v. Chr. nach und zeigt die Bedeutung der klassischen griechischen Tragödien dieser Zeit für die Selbstreflexion eines politischen Systems, das so neu war und sich abseits der gewohnten Pfade bewegte, dass es auf keine Vorbilder als Referenz verweisen konnte.

Frida Nilsson, Sem und Mo im Land der Lindwürmer

andreas.markt-huter - 09.02.2023

frida nilsson, sem und mo im land der lindwürmer„Ich habe einen kleinen Bruder. Mortimer heißt er und er ist acht Jahre alt. Er hat weißblonde Haare und blaue Augen und in einer Wange ein Grübchen. Er ist das Beste, was es gibt, finde ich. Ich habe ihn einfach unglaublich lieb. Manchmal nervt er mich natürlich, aber ich liebe ihn trotzdem. Ich selbst heiße Samuel. Ich bin elf und habe dunkle Haare und sehe wohl ziemlich gewöhnlich aus, würde ich sagen.“

Der elfjährige Sem und sein achtjähriger Bruder Mo leben seit dem Tod ihrer Eltern im Waisenhaus, bis sie eines Tages von Tante Tyra abgeholt werden. Doch die anfängliche Hoffnung, dass ihr Leben bei ihrer Tante endlich besser wird, erfüllt sich nicht. Ihr freundliches Lachen am ersten Tag verschwindet und schon am nächsten Tag werden die Kinder gezwungen, für sie Geschirr aus Silber zu polieren.

Mircea Cărtărescu, Melancolia

h.schoenauer - 08.02.2023

mircea cartarescu, melancoliaEs gibt rare Wörter, die eine Epoche, eine Kindheit, einen Kontinent oder eine Kunstrichtung beschreiben können. Melancholie ist das bekannteste davon.

„Melancolia“ war einst im kalten Krieg ein Begriff, der den Künstlern „hinter dem Vorhang“ (wir hielten uns damals als davor angesiedelt) einen gewissen politischen Spielraum gab, in einer kollektivierten Gesellschaft ein privates Gefühl auszudrücken. Zwar gehörte auch die Psyche der Öffentlichkeit, aber die Melancholie konnte privat bleiben, sie galt als das intimste Gefühl eines Individuums.

Muntaha Al-Robaiy / Nicole Nickler, Layla aus dem Zauberwald

andreas.markt-huter - 07.02.2023

muntaha al-robaiy, layla aus dem zauberwald„Jede Reise beginnt mit einem kleinen ersten Schritt. Du musst dich nur trauen und loslaufen. Und wie so viele Reisen beginnt auch meine Reise, die eines kleinen Mädchens, ganz unverhofft an einem scheinbar ganz normalen Tag. Mein Name ist Layla. Und wie heißt du?“ (S. 5)

Layla spricht die Sprache der Menschen und Tiere und lebt ohne Eltern in einem kleinen Häuschen im Wald. Ihre Freunde sind die Tiere und Pflanzen, die sich jeden Abend vor dem Schlafengehen unter der alten Eiche vor ihrem Häuschen versammeln. Die Magie des alten Baumes schützt den Wald vor den Menschen, die sich benehmen, als würde ihnen die Welt gehören. Eines Tages bittet Windflug, die weise Eule, Layla zwischen den Menschen, denen gar nicht bewusst ist, wie sehr sie der Natur schaden, und Tieren zu vermitteln.

Isabella Breier, Grapefruits oder Vom großen Ganzen

h.schoenauer - 06.02.2023

isabella breier, grapefruits oder vom großen gartenEinem Klumpen Lehm gleich wird der sogenannte Konzeptroman den Lesern auf einer Töpferscheibe angeboten, die sich beim Lesen zu drehen beginnt, sodass daraus ein persönlicher Golem geformt werden kann.

Isabella Breier nennt ihr Buch „Vom großen Ganzen“ eine Groteske und serviert diese unter dem rätselhaften Titel „Grapefruits“. Schon beim ersten Aufschlagen des „Romans“ stellt sich dieses animierende Gefühl ein, dass man sich den Text erarbeiten muss. Im besten Fall dreht sich die Töpferscheibe und beim ersten Zupacken mit beiden Händen lässt sich ein großes Dreieck der Erkenntnis herauslesen.

J.K. Rowling, Harry Potter und der Orden des Phönix

andreas.markt-huter - 04.02.2023

j,k. rowling, harry potter und der orden des phönix„Eine mächtige Gestalt, in einen Kapuzenumhang gehüllt, unter dem weder Füße noch Gesicht zu erkennen waren, glitt sanft über den Boden schwebend auf ihn zu und sog die Nacht in sich ein. Harry stolperte zurück und hob den Zauberstab. »Expecto patronum!« Ein silbriger Dunstfaden aus der Spitze des Zauberstabs und der Dementor wurde langsamer, doch der Zauber hatte nicht richtig gewirkt.“

Lord Voldemort ist zurückgekehrt und hat die magische Welt der Zauberer und magischen Wesen in Schreckensstarre versetzt. Das Zaubereiministerium leugnet die Rückkehr des dunklen Lords und unterstellt dem Schuldirektor von Hogwarts, Prof. Dumbledore, Panik zu verbreiten um selbst die Macht an sich zu reißen. Gleichzeitig wird Harry Potter, als einziger Zeuge von Voldemorts Rückkehr, in der Zeitung „Tagesprophet“ als unglaubwürdig und geistesgestört verunglimpft.

Johannes Huber, Wunderwerk Frau

andreas.markt-huter - 03.02.2023

johannes huber, wunderwerk frau„In diesem Buch wird der Versuch unternommen, sich dem vielstimmig beschworenen »Wunderwerk Frau« wertfrei und objektiv anzunähern, nämlich aus medizinisch-biologischer Sicht. Hier zeigt sich, dass es keine Übertreibung ist, angesichts der Vorteile und Eigenschaften mit denen die Evolution Frauen ausgestattet hat, von einem wahren Wunderwerk zu sprechen.“ (S. 7 f)

Das Sachbuch „Das Wunderwerk Frau“ geht in zehn Kapiteln den weiblichen Vorzügen und Möglichkeiten nach, welche die Evolution im Laufe der Zeit für Frauen entwickelt hat.

Erwin Moser, Der Mäuseschatz - Das große Buch für kleine Mäuse

andreas.markt-huter - 02.02.2023

erwin moser, der mäuseschatz„Manuel und Didi wohnten in einem Baumhaus am Rande eines großen Sees. Das Baumhaus hatte ein Erdgeschoß und einen ersten Stock. Manuel wohnte oben, und Didi wohnte unten. Didi war eine Feldmaus, und Feldmäuse wohnen immer am liebsten in der Nähe der Erde. Manuel war eine Haselmaus. Er bevorzugte luftige Höhen. Von seinem Fenster aus hatte er einen herrlichen Ausblick auf den See.“ (S. 8)

Erwin Mosers Vorlesebuch versammelt vier schöne Geschichten mit kleinen Mäusen, die große Abenteuer erleben. Da führen Schatzkarten hinaus ins weite Meer und Seeräuberspiele zum tragischen Untergang oder kämpfen Wüstenmäuse gegen die schreckliche Hitze und gefährliche Widersacher und erlebt eine Feldmaus einfach einen aufregenden Tag.

Alois Schöpf, Das Böse im Guten

h.schoenauer - 01.02.2023

alois schöpf, das böse im gutenDie meisten Tirolernden werden es gar nicht mehr wissen, was das ist: Diskutieren, Nachdenken, mit Frohsinn eine unübliche Meinung über sich ergehen zu lassen. Spätestens seit der Lockdown-Epoche sind auch in Tirol die Menschen in psychischen Einzelkabinen untergebracht, der digitale Informationsaustausch ist roh und brutal, der vielbeschworene Vereinsgeist ausgeflogen, seit man sich nur mehr zufällig trifft, und die öffentliche Diskussion ist ein Desaster.

Alois Schöpf setzt seit zwei Jahren diesem Befund ansatzweise etwas entgegen, indem er für seinen „schoepfblog.at“ Denk-affine Menschen einlädt, Themen zu finden, zu entwickeln und für den öffentlichen Diskurs aufzubereiten.

Anna Taube, Der Zauberschüler – Im Bann des Seeungeheuers

andreas.markt-huter - 31.01.2023

anna taube, im banne des seeungeheuers„Seit Flo denken kann, ist er der Zauberschüler vom Großen Hexenmeister Basil Humbuck. Jetzt hat der Meister aus einem Regenwurm einen fürchterlichen Giftwurm erschaffen. Mit dem Großen Grol will er die Magische Quelle zerstören, um die Herrscher über den Zauberwald zu werden.“

Seit Flo den Zauberwald kennengelernt hat, muss er feststellen, dass ihn sein Meister in allem getäuscht hat. Der Wald zeigt sich als wunderschön, bis auf jene Stellen, die das Grolgift zerstört hat und auch die Bewohner des Zauberwaldes sind keine gefährlichen Zauberwesen und fiese Elfen, sondern erweisen sich liebenswerte und hilfsbereite Freunde. Flo ist sie aber nicht sicher, ob seine Zauberkenntnisse ausreichen, um den Giftwurm zu besiegen.