Dieter Lamping / Simone Frieling (Hg.), Allgemeinbildung. Werke der Weltliteratur
„Gibt es etwas Besseres, als ein schönes Buch zu lesen? Ja: viele schöne Bücher zu lesen! Wer einmal ein gutes Buch gelesen hat, ist für die schlechten schon so gut wie verloren: Warum sollte er auch seine Zeit mit ihnen verschwenden?“ (8)
140 Werke der Weltliteratur aus Europa und Amerika und aus allen Epochen und Gattungen werden in dieser Werksammlung vorgestellt. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die Werke auch für junge Leserinnen und Leser verständlich sind. Auch wenn die Auswahl natürlich nur subjektiv sein kann, haben doch alle Werke über einen längeren Zeitraum hinweg bis heute in den verschiedenen Nationalliteraturen und darüber hinaus eine große Bedeutung gespielt.
„»Willkommen, Robyn, im Zimmer 13B und der Selbsthilfegruppe für junge Erwachsene mit Zwangsstörungen. Es gibt kein Zimmer 13A«, erklärte Chuck, »was ein Zimmer 13B überflüssig macht. Und du hast mit Sicherheit auch schon festgestellt, dass es im Aufzug keinen dreizehnten Stock gibt.« (9)
„Er kann sich an den Knall erinnern. Mein Gott, wie hat das geknallt. Wie lange ist das jetzt her? Wenn das Herz die Zeit gestoppt hat, dann hat es eine Pause eingelegt. Er hat nur keine Ahnung wie lange. Eine Minute? Einen Tag?“ (90)
„Alle drei Spiele sind alte, beliebte Kartenspiele, die in vielen verschiedenen Varianten in den Alpenländern und im Alpenvorland verbreitet sind. Sie gelten als gesellige, kurzweilige Spiele, weil das Reden und das Beraten zwischen den Spielern erlaubt, ja ein Wesensmerkmal ist.“ (8)
„Schon in der Nacht hat sie mit dem Gedanken gespielt, einfach zu den Männern vom Löschtrupp zu gehen. Aber welche Geschichte hätte sie ihnen erzählen können. Die Geschichte von Harald, Hanno und Joonas, die ein Haus in die Luft jagen?“ (12)
Auch in demokratischen Gesellschaften greift das Gouvernement gerne in das Literaturgeschehen ein. Manchmal bekommt ein Autor ein Gerichtsverfahren, damit er seine Schreibe etwas zügle, dann wieder bekommt eine Autorin einen Preis oder ein Keks, um zu dokumentieren, dass sie brav und gut gedichtet hat. Eine seltene Form der öffentlichen Zuwendung ist das sogenannte Gratis-Buch, dabei wird ein Buch als so wertvoll empfunden, dass es die öffentliche Hand aufkauft und gratis verschenkt.
„Über all die Jahre, die er schon bei Megan und Caleb wohnt, sind Dutzende Kinder gekommen und gegangen. Manche bleiben länger als andere, aber keines ist so lange geblieben wie Sid. Vierzehn Jahre. Damals hatte Megan ihn als Zweijährigen aus dem Wasser gefischt …“ (9)
„»Jeder hat Hilfe verdient, Mary. Selbst wenn er nicht weiß, dass er Hilfe braucht.« Ich sagte, dass mir das total einleuchtete, weil es so war. Und so ist es immer noch. Es ist ganz einfach, Isabel: Meine Mutter braucht gerade Hilfe. Und ich weiß das, selbst wenn sie es nicht weiß. Es meldet sich ab, Mary Iris Malone, Vagabundin der Samaritan Avenue.“ (105)
„Ich blicke den Jungen an. »Großvater?«, platzt es aus mir heraus. »Wen hast du erwartet?«, fragt er. »Die Zahnfee?« Er wirkt wie ein dreizehnjähriger Junge, aber wenn ich ihn mir genau ansehe, kann ich in ihm meinen Großvater erahnen.“ (21 f)
„7 Uhr 37 GMT, Sauncy Wood, Wiltshire, Vereinigtes Königreich / Der Schmetterling war ein blauer Eichen-Zipfelfalter, ein neugeborenes Weibchen, noch ein wenig klebrig von seiner Verpuppung, als es den jungen Eichentrieb hinaufkletterte und von der Morgenluft kostete.“ (5)