Miriam Mann, Rabatz in der Burgruine
„Ecki Eichhörnchen streckte die Nase aus seinem Kobel und blinzelte sechs Äste der alten, knorrigen Eiche hinauf. Dort saß Rudi Rotkehlchen auf dem Rand seines Nestes und trällerte in die Stille des Waldes hinein. »Guten Morgen Rudi«, rief Ecki dem Vogel zu, der ihm zuzwinkerte, aber sein Lied nicht unterbrach.“ (S. 7)
Auch wenn Ecki Eichhörnchen und Hermine Igel noch so gegensätzlich sind, verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft. Ecki liebt es turbulent und würde am liebsten jeden Tag ein aufregendes Abenteuer erleben, während Hermine die Ruhe in ihrer gemeinsamen Burgruine liebt. Als Ecki bei einem Spaziergang durch den Wald einen herrenlosen Koffer entdeckt, sieht er sich am Anfang eines aufregenden Abenteuers.
„Moment mal. Wieso lag er auf dem Gesicht voran auf einer Wiese? Gelbe, blaue und rote Blüten leuchteten im Sonnenlicht, Insekten summten, graue Felsen erhoben sich hier und da aus dem Gras. Wo war er? Was war geschehen? Eben war er doch noch ganz wo anders gewesen! Da war sich Finn ganz sicher, obgleich er sich nicht erinnern konnte, wo genau … ein Keller …?“ (S. 5)
„Ich heiße Milo Monster. Ich bin ein berühmter Detektiv. Manchmal muss ich besonders rätselhafte Fälle lösen. Einmal hatte ich gerade eine verschwundene Schnecke wiedergefunden. Zur Belohnung machte ich ein paar Tage Urlaub. Ich legte mich im Garten in meine Hängematte und sonnte meine Stacheln. Der springende Schreck saß auch in der Hängematte. Er gehörte meinem besten Freund Junus und war sehr verfressen.“ (S. 11)
„An einem hellen Frühlingstag liefen Pauli und Nickel zum Bach. Da kamen ihnen eine alte Frau mit einer schweren Gießkanne entgegen. »Moment! Ich kann helfen«, rief Pauli und nahm den zweiten Griff der Kanne. »Wo willst du denn hin?« »Zu meinem Garten«, antwortete die alte Frau. »Der Brunnen ist ausgetrocknet. Deshalb hole ich das Wasser am Bach.« Pauli sah sich verwundert um. Wo war denn hier ein Garten?“
„Der blöde Kalender hatte sie hereingelegt! Sie mit seinem Geglitzer neugierig gemacht, ganz zappelig vor Neugier – und dann das. Sie hatte von Anfang an recht gehabt. Es war ein blöder, langweiliger Papierkalender. Dachten die, die solche Kalender machten, etwa, Kinder fänden so was gut? Bilder von rumpeligen Dachböden statt leckerer Schokolade? Julia presste das Fenster mit der Hand wieder zu.“ (S. 21)
„Mausgespannt harrte Toni hinter der alten Standuhr aus, deren klickendes Uhrwerk bald den Abend einläuten würde. Sein Schwänzchen zuckte vorfreudig im Takt des Pendels hin und her. Durch eine alte Brille, die Toni auf dem Dachboden gefunden hatte, guckte er hindurch.“ (S. 9)
„Der kleinen Steinbock Hörnchen lebt auf dem Gipfel der Glückseligkeit. Er liebt seine Freiheit und pfeift auf Regeln. Hörnchen, sag doch mal Hallo! Kein Bock, kein Bock, kein Bock! Hört ihr? Ein echter Keinbock eben. Ich probiere es mal so: Hörnchen, hast du Lust auf eine Geschichte? Meine Geschichte? Au ja! Na gut, dann komm her und stell dich vor.“
„Wilma spürt die Frühlingsfreude durch das Rückenfell strömen, aber sie spürt auch den Hunger, der in ihrem flauschigen Bauch rumort. Ihre Schnurrhaare glühen fast in der Sonne. Ihr ganzer Körper sehnt sich danach, endlich in diese saftige, saure Vogelbeere zu beißen. Wilma schließt die Augen. Das ist bestimmt mein letzter Frühling als freies Murmelmädchen, denkt sie.“ (S. 7)
„Ob Julenisse, Jultomte oder Joulutonttu – in Skandinavien sorgen kleine Wichtelwesen schon lange für magische Weihnachten. Die Helferlein des Weihnachtsmannes ziehen bei den Familien ein und versüßen ihnen die Wartezeit auf das Fest, indem sie mit lustigen Streichen und süßen Aktionen für eine Menge Spaß sorgen.“ (S. 5)
„Der junge Fuchs blickte dem Auto hinterher, das bald immer kleiner wurde, ehe es ganz aus seinem Blickfeld verschwand. Meinten sie das ernst? Er reckte die Nase in den Wind und versuchte, die Spur seiner Menschenfamilie auszumachen. Sie war noch da, ganz schwach. Doch der Wald hinter ihm schien den Duft der Familie überdecken zu wollen. Finn, so hieß der Fuchs, saß auf dem Fußweg vor den ersten Bäumen und roch Pflanzen und Tiere.“ (S. 7)