Holly-Jane Rahlens, Blätterrauschen
„Irgendetwas stimmte nicht. Alles war auf einmal so still. Das Rauschen der Blätter an den Bäumen draußen im Hof war verstummt. Ebenso das Stimmengemurmel hinter der Tür der Buchhandlung. Selbst die Uhr an der Wand tickte nicht mehr.“ (7)
Als Oliver, Rosa und Iris wie gewohnt an einem Nachmittag den Leseclub von Cornelia Eichfelds Buchhandlung Blätterrauschen besuchen, ahnen sie nicht, dass ihnen ein aufregendes Abenteuer bevorsteht, dass sie in eine entfernte Zukunft entführen wird. Aber nicht nur was sie in der Zukunft erfahren werden, sondern auch die Rückkehr in die Gegenwart macht den Kindern große Sorgen.
„»Azaleas Zufälle lagen außerhalb alles Messbaren. Sie ließen sich nicht erklären. Zumindest nicht mathematisch. Genau genommen …« Er hebt das Gesicht und die Sonne fängt seine Miene mit einem gleißenden Lichtstrahl ein. » Genau genommen, sind diese Zufälle möglicherweise der Beweis dafür, dass unser Universum nicht das ist, wofür wir es gehalten haben.«“ (35)
„Ich starre auf das metallene Abflussgitter in der Mitte des Betonbodens. Es war das Erste, was mir ins Auge sprang, als sie mich in die Zelle sperrten, und seither habe ich kaum wieder weggeschaut.“ (9)
„Endgame geht weiter: Unsere Zukunft ist immer noch ungeschrieben. Unsere Zukunft ist immer noch deine Zukunft. Was sein wird, wird sein. Manche von uns glauben immer noch daran, manche nicht mehr. Aber es spielt keine Rolle, was wir glauben. Das ist Endgame.“ (9)
„Sie kam zu spät zum Mittagessen und zu spät zu Englisch. Und wenn sie nicht schon gewusst hätte, dass sie diesen blöden, bescheuerten kleinen Asiaten mochte, dann wusste sie es jetzt.“ (63)
„Er lief einen Bergpfad entlang. Rannte verzweifelt. Verfolgt von schwarzen Schatten, die ihn packen wollten, kaum mehr als Löcher in der Luft, aber an ihren Absichten bestand kein Zweifel. Der Junge befand sich in unglaublicher Gefahr und er brauchte meine Hilfe.“ (6)
„»Schau an, was wir da haben!«, knurrte ihm jemand ins Ohr. »Eine Kräh, die im Dreck wühlt.« Murz riss die Augen auf. Über sich sah er ein stählernes Brillengestell und dahinter die wässrigen Glotzaugen und das teigige Gesicht von Matze Becher, dem Anführer der Ratten.“ (13)
„Ich kann noch andere Geräusche hören außer dem grün duftenden Wind und dem Sirren unserer Fahrradreifen: Stimmen, die aus einer fremden Welt in meine vordringen, Füße, die über einen glänzenden Boden eilen und das Keuchen und Pumpen eines Beatmungsgeräts. Ich will nicht zurück. Ich weigere mich, diesen Moment zu verlassen.“ (31)
„Ich könnte dir helfen. Vielleicht finden wir heraus, wann genau der Vesuv explodieren wird“, sagte er. „Vulkane explodieren nicht, sie brechen aus, Carlo“, antwortete Rosa. „Habe ich dir denn gar nichts beibringen können?“ „Aber das ist doch so etwas wie eine Explosion“, beharrte Carlo. „Also, nimmst du mich mit? Bitte, Mama!“ (11)
„»Du musst lernen, sie zu ignorieren«, hatte sein Vater gesagt. »Wie kann ich sie ignorieren, wenn sie mich gegen Wände schubsen?«, hatte Sam geantwortet. »Ich meine die Geister, Sohn. Du musst lernen, durch sie hindurchzuschauen. Versuch niemanden wissen zu lassen, dass du sie sehen kannst.«“ (28)