Robert Winston (Hg.), Wissenschaft
„Dieses Buch zeigt, wie unser Einfallsreichtum die Entwicklung immer mehr beschleunigte. Mit Erfindung des Ackerbaus vor etwa 10 000 – 12 000 Jahren veränderten unsere Vorfahren ihre Umwelt. Einige Tausend Jahre später hatten wir Städte erbaut, die Schrift erfunden und Fahrzeuge entwickelt, die überraschend schnell fuhren.“ (9)
Der opulente Bildband bietet als Jahreschronik Daten und Fakten zu den großen wissenschaftlichen Entwicklungen in den Bereichen Naturwissenschaft, Medizin und Technik. Dabei reicht die Darstellung von den ersten Steinwerkzeugen und der Beherrschung des Feuers bei den frühesten Menschen bis hin zur Entdeckung entferntester Galaxien, kleinster Elementar-Teilchen und der DNA als Grundbaustein des Lebens in unserer Gegenwart.
Je unübersichtlicher die globale Verknüpfung der Lebensabläufe ausfällt, umso realistischer werden die Robinsonaden, die wir an manchen Tagen wie Überlebensbücher lesen.
Im Kunstbetrieb getraut sich das betrachtende Subjekt heutzutage oft nicht mehr zuzugeben, dass es von einem Bild berührt wird ohne intellektuelle Zwischenschaltungen.
Das pure Gefängnis ist letztlich ein Zeitloch, in das der Gefangene gestürzt wird.
In entlegenen Landstrichen herrschen unabhängig von den jeweiligen Regierungen in den Zentren völlig autarke Geister, die in ihrer Hilflosigkeit von den Bewohnern Dämonen genannt werden.
Ein Korridor gilt in Tirol als etwas besonders Exklusives und Wertvolles, Jahrzehntelang sind beispielsweise die Osttiroler mit einem Korridorzug unter Ausschluss der Realität von Lienz nach Innsbruck gefahren, ehe man dem Zug seinen Korridor-Charakter genommen hat.
Obwohl man Land und Leuten von Tirol letztlich alles zumutet, ist man doch immer wieder überrascht, wenn sich in der Literatur ein Fall zu einem Weltproblem aufschaukelt.
Spuren dünnen immer wieder aus, verlaufen im Weiß des Sehfeldes oder ändern die Spurweite. In einem Gedichtband laufen diese Fährten sporadisch vor dem Leser ab, zwischendurch ist das Ziel sofort einsichtig, dann wieder verliert es sich, um vielleicht gar nicht mehr aufzutauchen.
Im Essay lehnt sich der Autor bei offenem Fenster mit seinen Thesen kühn hinaus in den Fahrtwind. In einer Gesellschaft, die vollklimatisiert durch die eigene Gedankenwelt reist, ist das mittlerweile zu einem seltenen Ereignis geworden.
„Wie bei allen Phrasen besteht bei ihrem inflationären Gebrauch die Möglichkeit, dass sie nicht beim Wort genommen werden dürfen. Wie aber wäre es, wenn man einmal darüber nachdächte, inwiefern Bildung zum Glück der Menschen tatsächlich etwas beitragen kann?“ (7)