Natalja Kljutscharjowa, Endstation Rußland
Von allen Ländern, aus denen wir unsere Träume einfliegen lassen, kriegen wir im modernen Literaturbetrieb letztlich nur ein Marketing-Konzept übersetzt.
Ein krasses Beispiel dafür liefert der frisch nach Berlin übersiedelte Suhrkamp-Verlag, der einen frechen Roman "Russland im offenen Wagon" mit "Endstation Rußland" an unsere Lese-Herzen wirft.
Zuerst der Wahnsinn, dann die Traumata, dann die Literatur. In der Literatur ist auch diese Vorgangsweise möglich. "Wie heißt das, wenn das Meer ruhig ist?" (11)
Welchen persönlichen Nutzen ziehen Schülerinnen und Schüler eigentlich aus dem in der Schule gelernten Wissen? Und wie lässt sich Unterricht gestalten, damit sich auch die Identitätsbildung Jugendlicher fördern lässt.
Diese semantischen Irritation-Wörter wie Bad Fucking schmeicheln uns Lesern, wir dürfen in der Rezeption ahnen, dass etwas dahinter steckt, wir dürfen beim Einschlafen seufzen, dass wir es verstanden haben, und wir dürfen in Seminaren geriatrisch-genitalen Germanisten im Propädeutikum erzählen, dass unter der Schamhaar-Wolle der literarischen Lämmer vielleicht ab und zu ein Wolf steckt oder umgekehrt.
In einem gelungenen Titel ist der komplette Roman enthalten. Sogar Papageien überleben uns ist ein Zitat von Joseph Roth, worin dieser die Endlichkeit des Lebens bedauert und süffisant meint, dass sogar die Papageien die Menschen überleben. (95)
Studien zufolge erleben Jugendliche Demokratie und Politik als verschiedene Sphären, die sie vollkommen unterschiedlich bewerten.
Was haben eigentlich Schulnoten mit Demokratie zu tun? Sehr viel! Einerseits sind sie das Ergebnis der Emanzipation aus der Ständegesellschaft des Mittelalters andererseits begründen sie wieder die Aufnahme und den Ausschluss von Menschen aus den poltischen Einrichtungen der Demokratie.
Das Leben unterliegt oft seltsamen Maßeinheiten, die biographischen Epochen dümpeln so dahin, und dann gibt es aus heiterem Himmel heraus eine Begegnung, die das Zeitgefüge durcheinander bringt.
Es hat sich einiges getan in den letzten Jahrzehnten, wenn man sich den Schulunterricht betrachtet und auch der Geschichtsunterricht ist längst nicht mehr eine Aneinanderreihung von Jahreszahlen, Daten und Fakten.