Astrid Kofler, Lebenskörner
Lebenskörner - dieser Titel regt gleich die Phantasie an. Vielleicht sind es Zeitgebilde, die wie in einer Sanduhr abrinnen, vielleicht handelt es sich um ein spezielles Saatgut, das eine einzigartige Lebensernte ermöglicht, vielleicht sind es aber auch die Körnchen Wahrheit, die da im Roman ausgelegt sind.
In Astrid Koflers Roman rinnen die Lebenskörner als Teil einer überschaubaren Chronik durch die Zeit. In ein unauffälliges Südtiroler Dorf werden die Bewohner zufällig hineingeboren, sie versuchen mit sich selbst zu Rande zu kommen, vermehren sich, reden manchmal was miteinander, halten jegliches Unglück für gottgegeben und wandern ab und zu aus oder kehren heim ins Dorf der Vorfahren.
Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, gibt es folglich zwischen den Kriegen eine Zeit, die man als Vor- und Nachkrieg bezeichnet.
Wurde die Diagnose Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) einmal diagnostiziert, fühlen sich häufig die betroffenen SchülerInnen, Eltern und Lehrpersonen mit dem Problem alleine gelassen.
Erst wenn es über eine Gegend einen Krimi gibt, gilt sie als einmalig, unverwechselbar und als Vorstufe zum Weltkulturerbe. 

In der Wissenschaft gilt manchmal noch das gute Rezept der Alchimisten. Man nehme zwei Stoffe, vermenge sie ordentlich und erhalte das Gold der Wissenschaft in Gestalt einer Diplomarbeit.
Träume sind das halbe Leben, heißt es im Volksmund. Ob man sie nun bei Tage als unerreichte Zukunftspläne aussitzt, in der Nacht als handfeste Geschichten herunter spult oder auf der Couch dem Psychiater an den Kopf wirft, immer geht es um einen beinahe komplementären Zustand zur sogenannten Realität.
Auch wenn der Alltag manchmal in seiner flachen Erscheinung das Hirn gerne in einem Flachbett ruhen lässt, gibt es erstaunlicherweise gerade im Schulsystem immer wieder Pädagoginnen und Pädagogen, die beim Betreten des Unterrichtsgebäudes die allgemeine Narkose beenden und sich Gedanken machen.