Giancarlo De Cataldo, Romanzo Criminale
Oft lässt sich eine aus den Fugen geratene Gesellschaft nur mehr mit einem brutalen Thriller beschreiben, der jegliche Hemmschwelle des Erzählens abgelegt hat.
So gelten etwa James Ellroys Politthriller über das korrupte FBI verseuchte Amerika der sechziger Jahre als das genaueste, was über diese Epoche erzählt worden ist.
Für das Schul- und Berufsleben gibt es zwar jede Menge Ratgeber und pädagogische Nachschlagewerke, für diesen entscheidenden Zeitraum jedoch, wo Eltern zusammen mit den Kindern deren Berufswahl betreuen sollen, gibt es so gut wie nichts.
Der sogenannte Heimatroman funktioniert nur, wenn er als Karikatur erzählt wird, aber dann umso heftiger.
In wirklich guten Erzählungen muss der Erzähler zu Tode kommen, weil es nach der Erzählung keinen Lebenssinn mehr gibt.
Manche Situationen schreien geradezu nach einem philosophischen Satz, der die verzwickte Lage auflöst. In Wirklichkeit sagte ich nichts ist vielleicht eine Erlösungsformel, die ein geordnetes Weiterleben zumindest für die nächste Viertelstunde ermöglicht.
Manche Romane zielen in keine Richtung, sie explodieren als Rohrkrepierer samt der erzählerischen Abschussrampe.
An manchen Tagen wird in Bibliotheken über alles geredet, außer über Literatur. Für das Bibliothekswesen gibt es ohnehin nur die Unterscheidung zwischen freiwilligem Lesen und Prüfungslesen. Daher tut es zwischendurch äußerst gut, wenn man sich als Bibliothekar einen Meister der Literaturkunde zu Gemüte führt.
