Evelyne Polt-Heinzl, Einstürzende Finanzwelten
Die ganze Welt redet von Krise und einstürzenden Finanzwelten und tut so, als ob der Weltuntergang kurz bevorstünde. In der Literatur freilich ist das Chaos der Weltordnung ein normales Thema und auch Literatur über Finanzzusammenbrüche gibt es jede Menge.
Evelyne Polt-Heinzl stellt dem Welt-Gejammere handfeste Literatur gegenüber. In einem ersten Schritt erklärt sie, dass es oft eine beinahe literarische Aktion ist, aus einem Bilanzdesaster mit schönen Worten zu entfliehen.
Die Umgangssprache ist meist sehr genau: ?Einleben bedeutet mehr, als sich eingewöhnen, wer sich einleben will, will dem Leben auch noch eine Art Sinn geben.
Strom, was für ein programmatischer Titel. Im Gebirge wird alles, was fließt, dazu verwendet, Strom zu erzeugen, in der Literatur fließt der Strom oft unterirdisch zwischen den Zeilen und zeigt sich an raren Stellen als Erzählstrom.
Die Gier ist ein Luder, alles, was die Menschen kaputt macht, geht auf die Gier zurück. - Im Roman Viktor ist der Held völlig perplex, dass das Leben völlig anders abläuft, als er es je geplant hatte.
In manchen Bereich erfahren wir die Schule als kleines Mysterium. Beispielsweise wenn wir uns die pädagogisch vernichtende Frage stellen: Wie ist es möglich, dass sich interessierte und begeisterte Kindern oft innerhalb kürzester Zeit in frustrierte und unglückliche Schüler verwandeln können.
Wann spricht man eigentlich von einer Leserechtschreibstörung (LRS), was sind ihre Charakteristika, woher kommt sie eigentlich und wie kann man sie erkennen? Wichtige Fragen, die vor allem für TherapeutInnen, LehrerInnen und Eltern betroffener Kinder von besonderem Interesse sind.
Von außen betrachtet sind Familien immer Stoff für eine Komödie, von ihnen gesehen sind sie pure Tragödien.
Obwohl über die Liebe wahrscheinlich so gut wie alles gesagt ist, ist es doch von Buch zu Buch für den Leser aufregend, wie jemand für die aktuelle Gegenwart dieses Thema angeht.
Was ist in der Literatur normal? - Das, was Germanisten dafür halten!
Eine adäquate Kultur muss wahrscheinlich irreal wie die Menschheit sein, um als Ausdrucksform dieser Menschheit durchzugehen. So gesehen ist die Auto-Kultur etwas vom Höchsten, was die Menschheit in den letzten fünfzig Jahren hervorgebracht hat.