Belletristik und Sachbücher

Gerhard Kofler, Notizbuch über New York aus der Entfernung geschrieben

h.schoenauer - 04.03.2008

Buch-CoverGute Lyrik kennt keine Grenzen, keine Schwerkraft und keine Zeitschranken. Wie zum Beweis dieser großen Sache ist dieser Tage Gerhard Koflers Notizbuch über New York erschienen.

Der 2005 verstorbene Autor spricht dabei aus einem aktuellen Zeitreich zu uns Lesern, obwohl er die Texte in Wien geschrieben hat, hört man die Geräusche New Yorks zwischen den Zeilen heraus, und die Sprachen sind aufgehoben, der italienisch verfasste Text wird von Leopold Federmair ins Deutsche übertragen, damit die Gedichte breitbeinig und fest in beiden Sprachen verankert sind.

Ferdinand Schmatz, Durchleuchtung

h.schoenauer - 01.02.2008

Buch-CoverEine echte Durchleuchtung geschieht mit Röntgengeräten oder als CT-Scann. Das Ergebnis ist eine perfekte Darstellung des Körpers, mit welcher der Fachmann zu klaren Befunden kommt.

In Ferdinand Schmatz Durchleuchtungs-Roman werden die Figuren in einem literarischen Scann-Verfahren vorgeführt. Hier handelt es sich um so etwas wie poetisches Röntgen, die Biographien der Helden werden zerlegt und dem Leser fein säuberlich präpariert dargeboten.

Rita Egger, Wohnen zu dürfen im Hause des Herrn

h.schoenauer - 30.01.2008

Buch-CoverAuch in akademisch hohen Kreisen geht es oft recht alltäglich zu. Rita Egger stellt in ihrem Roman die Protagonisten wie bei einer Vorabendserie dramaturgisch ausgewogen auf, nur dass anstatt plätschernder Unterhaltung religiöser Small talk einfließt.

Anneliese ist medizinisch-technische Assistentin in einem Labor einer Wiener Klinik, bei Überstunden für ein Forschungsprojekt lernt sie den Chemiker Manfred kennen, und schon hat das Leben einen anderen Sinn.

Wolfgang Denkel, Ja Nein Ja

andreas.markt-huter - 29.01.2008

Buch-Cover

Zwar heißt es im Sprichwort artig: Deine Rede sei ja oder nein, aber im wirklichen Leben ist eine Mischung aus Ja und Nein gefragt.

Wolfgang Straub, Literarischer Führer Österreich

h.schoenauer - 25.01.2008

Buch-CoverAm Cover radelt Thomas Bernhard in kurzer Hose mit seinem Waffenrad durch den Keller seines Bauernhauses in Ohlsdorf, im Vorspann ist Österreich als Puzzle von Bundesländern aufgezeichnet und nach einem Vorwort zur Vorgansweise dieser Literaturbetrachtung liegt Österreich dem Leser zu Füßen.

Die Idee dieses literarischen Führers geht auf die Lust der reisenden Leser zurück, mit den jeweiligen Orten Anekdoten oder literarische Besonderheiten in Verbindung zu bringen.

Fritz von Herzmanovsky-Orlando, Scoglio Pomo oder Rout am Fliegenden Holländer

h.schoenauer - 23.01.2008

Buch-CoverLetztlich sind alle Namen Schall und Rauch, der Sinn des Lebens besteht oft darin, seinen Namen skurril artikuliert auszusprechen.

Fritz von Herzmanovsky-Orlando ist der Meister der Österreichischen Seele, seine Figuren tapsen auf einem rutschigen Parkett herum und lassen sich dann genüsslich in die eigene Gosche fallen, meist aber hilft jemand mit einem Verbal-Tritt nach, dass der Auftritt des Mitbewerbers am Rout ins Lächerliche gezogen wird.

Claudia Paganini, Wagnis

h.schoenauer - 23.01.2008

Buch-CoverOrdensleute in der Kunst sind eine seltsame Sache. In Unterhaltungsfilmen und Vorabendserien treten sie meist als fröhlich swingende Glückskäfer in Kutte auf, in der Literatur hingegen sind sie zernagt und geplagt von Selbstzweifeln.

Claudia Paganini hat einen strengen Ordens-Roman geschrieben, das Wagnis besteht dabei aus einem ordensgemäßen Ein- und Austritt.

Julian Schutting, Katholisch geblieben

h.schoenauer - 23.01.2008

Buch-CoverIn der Literatur kommt das Katholische meist sehr schlecht weg und wird oft eher als Vorhölle umrissen denn als paradiesische Angelegenheit.

Man denke nur an die katholischen Höllen-Orgien am Dorf bei Josef Winkler, da bleiben die literarischen Helden meist verwundet auf der Strecke.

Sepp Kahn, Der Birnbaum schweigt

h.schoenauer - 22.01.2008

Buch-CoverVielleicht kann man die Gattung Bauernkrimi ausrufen, um Sepp Kahns wundersame Agrar-Bio-Orgie irgendwie zu beschreiben.

Der Fall lässt sich wie ein kitschiges Löwinger-Stück an. Der Lift-Theo ist in Frühpension gegangen und bewirtschaftet eine entlegene Hütte, dabei meditiert er viel, moderiert mit sich selbst das Aussteigerleben und legt eine satte Spur von Lebenswitz und Lebenserfahrung hin.

Konstantin Kaiser, Ausgewählte Gedichte

h.schoenauer - 22.01.2008

Buch-CoverWörter sind Steine, die man immer wieder umdrehen muss um vielleicht zu sehen, wer sich darunter versteckt hat.

Konstantin Kaisers Lebenswerk besteht in der Aufzeichnung verschollener Biographien der österreichischen Exilliteratur. Immer wieder versucht er in entlegenen Gegenden oder in die Vergangenheit abgesunkenen Archiven Spuren von emigrierten, vertriebenen und ermordeten österreichischen Schriftstellern aufzunehmen und so deren Leben für die Erinnerung zu bewahren.