Mariusz Szczygiel, Gottland
Alles was Karel Gott besingt, ist Gott-Land. Kein Wunder also, wenn man ein Museum zu seinen Ehren Gottland nennt, welches das Publikum aus dem Häuschen bringt, wie Elvis in Memphis seinen Fans aus dem Jenseits heraus die Tränen der Rührung über die Wangen träufelt.
Ein polnischer Journalist macht sich in diesem Reportagen-Band auf, seine direkten Nachbarn in Tschechien ein wenig auf den Zahn zu fühlen und ihnen jenen grotesken Spiegel andersrum vorzuhalten, für den die Tschechen ja weltberühmt sind.
Wie ticken Artisten, wenn sie unter sich im Hotel sind? - Wenn die Zuschauer nach Hause gegangen sind und ihr Divertimento (Vergnügen) gehabt haben, müssen sich die Artisten mit sich selbst beschäftigen.
Was hat ein Kapuzinerpater aus der Zeit der Türkenkriege mit dem Errichter des österreichischen Ständestaates zu tun und in welchem Zusammenhang steht damit seine Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II im April 2003?
Was am Brenner beginnt, wird für den gelernten Tiroler Leser aufregend! - Tatsächlich lässt Andreas Renoldner den Ich-Erzähler seiner Petrarca-Reise am Brenner starten, weil es da bald einmal ohne zu treten hinunter geht und so die Reise flott begonnen werden kann.
Ein Krimi gilt als umso spannender, je glaubwürdiger er ist. Wie glaubwürdig ist aber das Leben eines Krimi-Autors, der spannende Krimis schreibt?
Ein Nachtzug rattert durch die Einöde Kasachstans. - Eigentlich ist das schon genug Handlung, aber im Zug mit dem Namen "Transsib" sitzt ein schwermütiger Erzähler drin, der aus einer gewöhnlichen Zugsfahrt tatsächlich eine Erzählung macht.
Manchmal dauert ein Roman so lange wie eine Krankheit und umgekehrt kann sich eine Krankheit hinschleppen wie ein Roman.
Sekundengenaue Zeitangaben deuten oft auf einen Countdown hin, der mit einer Null als Höhepunkt endet.
Kann ein Schöffe ein literarischer Held sein? Immerhin steht er unter Verschwiegenheitspflicht, darf nichts sagen, und wenn er sich was denkt, darf er es erst recht nicht sagen.
Im Verkehrsgeschehen ist es egal, in welcher Stimmung sich die Akteure darin bewegen, so hat selbst so ein aufwühlendes Ereignis wie ein Begräbnis ein triviales Ende, nämlich eine gewöhnliche Autofahrt.