Klaus Kordon, Im Spinnennetz

"Es gäbe keine soziale Frage, wenn die Reichen von jeher Menschenfreunde gewesen wären", bemerkte Marie von Ebner-Eschenbach bereits vor mehr als 100 Jahren zum Verhältnis von arm und reich.
Klaus Kordons Roman spielt im Berlin Anfang der 90-iger Jahre des 19. Jahrhunderts, als die Ära Bismarck gerade zu Ende gegangen war. Das Sozialistengesetz, das die Sozialdemokratie als gemeingefährliche Bewegung verurteilte und ihre Organisationen verbot, war nicht mehr verlängert worden. Die soziale Ungerechtigkeit und das Elend in den Proletariervierteln bestanden jedoch weiterhin.
"Märchen erobern die Herzen, weil sich in ihnen Wünsche erfüllen und Ängste durch sie genommen werden. Im Märchen ist nichts unmögliche, in ihnen werfen die Menschen die Fesseln de Naturgesetze und der gesellschaftlichen Konventionen ab." (7)






