Axie Oh, Das Mädchen, das in den Wellen verschwand
„In den Legenden meines Volkes heißt es, dass nur eine wahre Braut des Meeresgottes seinem unersättlichen Zorn ein Ende bereiten kann. Wenn vom Ostmeer her die Stürme der anderen Welt aufziehen, Blitze den Himmel zerreißen und Wasser die Küste sprengt, wird eine Braut auserwählt und ihm geschenkt. Oder geopfert, je nachdem, wie groß dein Glaube ist.“ (S. 7)
Jedes Jahr muss das schönste Mädchen geopfert werden, um den Gott des Meeres zu beruhigen, der das Land vom Ostmeer her mit Unwettern überzieht. In diesem Jahr wurde die Freundin von Minas Bruder erwählt, um dem Meeresgott als Braut in die Tiefe der See zu folgen.
„»Onkel Otto, Onkel Otto! Du bist doch bei der Bergerettung – oder? Hast du auch schon einmal einen Ötzi am Berg gefunden?«, fragt Toni seinen Onkel, als sie wieder einmal bei ihm zu Besuch sind. »Wie? Einen Ötzi? Du meinst so einen Mann, wie man ihn im Eis entdeckt hat?«, wundert sich der Onkel. »Ja, der Ötzi mit dem schrägen Arm, kennst du den? Der war heute im Fernsehen. Kannst du uns etwas über ihn erzählen, du weißt doch immer so interessante Berggeschichten?«, bittet nun auch Moni den Onkel Otto.“ (S. 7)
„Ballett zu erleben, bedeutet, in eine magische Welt einzutauchen, in der Geschichten durch Musik, Bewegung und Tanz erzählt werden. Die vier Geschichten in diesem Buch wurden inspiriert von einigen der beliebtesten Ballettstücke, die jemals aufgeführt worden sind und von denen jedes einzelne das Publikum schon über hundert Jahre lang begeistert hat.“ (S. 8)
Das bewährte Sprichwort vom Köder, der dem Fisch schmecken muss, heißt auf das Kinderbuch angewendet, dass dieses der Oma schmecken muss, wenn sie dem Enkelkind daraus vorlesen will. Für das Jugendbuch heißt der verdeckte Köder „Pädagogik“. Ein Buch muss in Thematik, Triggerwarnung und Geschlechtsneutralität vor allem der grünen Pädagogik gefallen, ehe es im gegenwärtigen Literaturbetrieb gedruckt werden und auf eine Empfehlungsliste gelangen kann.
„In der Blüte des Römischen Reiches konnte sich ein furchtloser Reisender auf seinem Weg von England bis zum Irak, vom Schwarzen Meer bis zur Straße von Gibraltar, von Wien über die Donau nach Assuan über den Nil ausschließlich auf römischen Territorien bewegen.“ (S. 9)
„In der Nacht, als die Füchse ihren Vater raubten, konnte Willow nicht schlafen. Sie hatte stundenlang im Dunkeln gelegen und dem Wind gelauscht, der in den Dächern sang. Dielen knarrten, als Dad im Haus umherging. Auch er fand keinen Schlaf. Irgendwann nach Mitternacht hörte sie, wie die Hintertür aufging.“ (S. 6)
„Es ist früh am Morgen. »Raus aus den Federn!«, raunt Kiki den drei kleinen Gockis zu. »Auf in den Tag!« Nur Jojo darf noch eine bisschen liegen bleiben. Flocken, Müsli und Kakao – das Frühstück steht schon auf dem Tisch. Und was soll es dann zu Mittag geben? Da sind sich die Gockis schnell einig: Pizza!“
„Über Gut Erlenbach war die Sonne aufgegangen. Im Haus schlief die Familie Sonnenschein noch tief und fest. Ein vorwitziger Strahl fiel jedoch durch das Fenster des Lama-Stalls und kitzelte Petersilie in der Nase. »Hatschi!« Die schneeweiße Alpaka-Dame erwachte von ihrem eigenen Niesen. Ebenso ihr Stallgenosse Einstein, dessen wolliges Fell braun-weiß gefleckt war.“ (S. 5)
„Um meine Mutter ranken sich zahlreiche Legenden. Manchen zufolge hat sie ihren Ehemann, einen großen sterblichen Krieger, hintergangen und ihm das Elixier der Unsterblichkeit gestohlen, um Göttin zu werden. Andere stellen sie als unschuldiges Opfer dar und behaupten, sie habe das Elixier nur getrunken, damit es nicht Räubern in die Hände fällt. Welche Geschichte man auch glaubt, fest steht, dass meine Mutter, Chang’e, unsterblich wurde. Und ich mit ihr.“ (S. 9)
„Jetzt richtete sich die alte Krähe ganz auf. Ihre Aufmerksamkeit war geweckt. Antigone und Ismene! Die kleinen Prinzessinnen! Hier, unter ihrem Nest, war alles, was von König Ödipus´ Familie noch übrig war, von der alten menschlichen Königsfamilie. Prinzessin Antigone als, die sich so rührend um Ödipus gekümmert hatte, den blinden Mann. Den Mann, der früher König gewesen war.“ (S. 19 f)