Patricia Schröder, Schnitzeljagd in der Schule
„Als Lea die Augen aufschlug, war es fast noch dunkel. Nur ein einziger hauchdünner Sonnenstrahl kroch durch die Lamellen ihres Rollos ins Zimmer hinein und malte einen schiefen Balken an die Decke. Lea gähnte herzhaft. Bestimmt war es noch viel zu früh zum Aufstehen und in die Schule fahren.“ (S. 5)
Die Schule beginnt und Lea Jacobi kommt in die zweite Klasse. Sie freut sich, endlich keine Erstklässlerin mehr zu sein. An der Klassentür wird dann auch kein Meerschweinchen zu sehen sein, sondern der Schriftzug Klasse 2b. Sie kann nämlich schon alle Buchstaben schreiben und von 1 bis 100 zählen.
„Die Geschichte von Merlin soll am Anfang dieses Buches stehen, in welchem ich meine Geschichte von König Arthur erzähle und jene Episoden wiedergebe, die Meister Malory aus verschiedenen Gründen nicht in sein großes Werk aufnehmen konnte, das die ganze Welt als Le Morte D’Arthur kennt. Damit entsteht ein neues Buch über König Arthur und seine Ritter, das im Gedächtnis von Männern und Frauen von edlem und freundlichem Geist weiterleben möge, bis die Weltzeitkarte wieder eingerollt wird.“
„Die Anfänge der Wissenschaft, wie etwa die Bestimmung der Zeit anhand der Bewegung der Sterne, entstanden in vielen Teilen der Welt, darunter auch im Nahen Osten, in China und Amerika. Als sich die ersten Hochkulturen entwickelten, nahm der wissenschaftliche Fortschritt zu. Die Menschen im alten Ägypten und Mesopotamien erdachten die ersten Kalender und einfache Maschinen.“ (S. 8)
„Endlich waren die Zweibeiner weg. Wie jedes Jahr hatten sie ihr Picknick direkt unter seinem Baum abgehalten. Und wie immer hatten die Schüler einen unglaublichen Lärm gemacht. Mal gucken, was diesmal liegengeblieben ist, dachte Rüsselchen, der Rüsselkäfer. Ein Schokoriegel? Ein halbes Marmeladenbrot?“
„Der Zug, in dem er jetzt saß, war der letzte. Er würde ihn ans Ziel seiner Reise in Österreich bringen, während draußen bereits die Nacht aufgezogen war und die Landschaft in verwaschene Schatten hüllte. Und in den Händen hielt er eine kostbare Erinnerung an Dad. Tim schloss das Buch, um noch einmal den Einband näher zu betrachten. »Die Zauberflöte« stand in goldenen Lettern auf dem Deckel. Sonst nichts weiter. Aber damit war auch alles gesagt. Es war der Titel des großen Meisterwerkes, das Wolfgang Amadeus Mozart im Jahre 1791 komponiert hatte. Seine letzte Oper.“ (S. 6 f)
„Heute ist der Tag, an dem ich sterben werde. Mein Mörder liegt hier vor mir, nur durch hölzerne Gitterstäbe von mir getrennt. Mein Mörder ist ein Tier. Ein Smilo, eine der wilden Kreaturen, die außerhalb der Mauern der Stadt in den Wäldern leben. Mein Mörder schläft. Das erste Sonnenlicht, das durch die Gitterstäbe fällt, malt helle Streifen auf sein geflecktes Fell. (S. 5)
„Aviell. Sie ist für mich mehr als lediglich ein Geschwisterteil. Mehr als nur die Zweitgeborene, die als erste Frau den Thron erbt und in ferner Zukunft Fürstin des Reichs der Wahrheit sein wird. Sie ist der andere Teil meiner Seele. Die Fürsten und Äbte nennen es die Erbsünde. Für mich ist es einfach der Lauf der Dinge. Mein Schicksal als Erstgeborene.“ (S. 12)
„Alle schlafen, niemand wacht / in dieser stillen Mondscheinnacht. / Nur auf dem Schornstein sitzt die Eule / mit ziemlich schwerer Langeweile. / Die kleine Ente küsst den Schwan, / weil dieser sehr gut küssen kann. / Die Liebe kriegt auch die zu fassen, / die gar nicht sehr zusammenpassen.“
„Peanut Jones nahm den letzten Textmarker und schob ihn vorsichtig in die maßgeschneiderte Schlaufe ihres neuen, erstklassigen Patronengurts. Er passte perfekt, genau wie die Pinsel, das Stück Zeichenkohle, der Fasermaler, die Filzstifte, die schwarz-weißen Tintenfässchen, die Stempel, die Sprühdose und der kleine Tuschkasten. Der Gurt war vollständig geladen und einsatzbereit.“ (S. 7)
Ich bin ein Zeitreisender mit einer besonderen Fähigkeit: Ich kann die Zukunft vorhersagen. Na ja, eigentlich kann ich es jetzt gerade nicht mehr. Aber der Reihe nach: Wie es dazu kam, ist eine ziemlich verrückte Geschichte. Eigentlich völlig unglaublich. Auch du wirst es nicht glauben. Deswegen habe ich bisher auch niemandem davon erzählt.“ (S. 5)